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Freitag, 7. Mai 2010

Wer den Kopf in den Sand steckt bekommt den Hintern versohlt, oder wie sichere ich meinen Wohlstand?!

Lest mal ein Interview mit dem renommierten Finanz- und Rohstoffexperten James Turk zum Thema aktuelle Währungen und Geldsystem! James Turk ist erfolgreicher Absolvent der "George Washington University" für Wirtschaft, Finanzen, Banken und Investment. Als Schwergewicht in der Mammutbank "J.P. Morgan Chase" und als Rohstoff Manager der Vereinigten Arab. Emirate und Abu Dabi hatte er die Möglichkeit, hinter die Kulissen von Politik, Finanz- und Rohstoffmarkt zu blicken. Er ist in den USA ein bekannter und gefragter Fernseh- und Medieninterview Experte und hat sich nach seiner kometenhaften Karriere an die Spitze der Geldssystemkritiker gestellt. Er hat über 2000 Bücher zum Thema Geld und Geldsysteme gelesen und selbst einige, viel beachtete Fachbücher veröffentlicht. Mittlerweile hat er sein beträchtliches Vermögen in Rohstoffe transferiert und rät anderen das selbst zu tun. James Turk lässt sich zur Zeit ein Patent auf seine eigene Edelmetall gedeckte Währung geben und hat bereits dafür über 200 Millionen US Dollar an Investorengelder gesammelt. Er ist ein Mann der seinen Kopf nicht in den Sand steckt und handelt! Ein altes Sprichwort sagt nämlich: "Denn wer seinen Kopf in den Sand steckt bekommt den Hintern versohlt!!!"


Zur Person: James Turk


Der Interview Link mit James Turk


Das Interview:

Wir freuen uns, dass sich James Turk zum nachfolgenden Gespräch mit uns kurzfristig bereit erklärt hat. Unsere Fragen konzentrierten sich hauptsächlich auf die aktuelle Entwicklung um die sich forcierende europäische Schulden- und Refinanzierungskrise. James ist der Ansicht, dass man die PIGS-Länder unbedingt aus der Eurozone ausschließen sollte, um eine Chance zu haben, den Euro zu retten. Denn die Politik sorge erst durch ihre Bailout-Entscheidungen für eine Zerstörung der europäischen Gemeinschaftswährung.

wirtschaftsfacts.de: Hallo James. Ist Griechenland für die nächsten drei Jahre finanziell über den Berg, nachdem die Entscheidung für einen internationalen Bailout, koordiniert durch die EU und den IWF, gefallen ist?

James Turk: Hallo Roman. Nein, Griechenland ist nicht über den Berg und es herrscht sogar einiges an Unsicherheit in Bezug auf diesen Bailout. Ohne die Zustimmung der Parlamente der einzelnen Länder, die an dieser koordinierten Aktion teilnehmen sollen, kann nicht fortgefahren werden und es steht überhaupt noch nicht fest, ob die Zustimmung auf jeweiliger nationaler Ebene erteilt wird.

wirtschaftsfacts.de: Erwarten Sie, dass die griechische Bevölkerung die ihr von der EU und dem IWF auferlegten Ausgabekürzungen hinnehmen wird? Oder steht das Land nicht nur vor dem Ausbruch sozialer Unruhen, sondern eventuell sogar vor einem Bürgerkrieg?

James Turk: Ich bin weder ein politischer Beobachter noch ein Sozialwissenschaftler, also werde ich über keine dieser Fragen spekulieren. Aber nach dem, was alles in den Zeitungen zu lesen steht, sieht die Situation nicht gut aus und wird schlechter. Die sozialen Unruhen wachsen und es ist nicht schwierig zu verstehen, warum. Die Leute wollen mit Recht nicht, dass ihnen irgendein Plan von Außenstehenden aufgezwungen wird. Sie werden sich erinnern, dass Großbritannien und die Niederlande dasselbe im Falle von Island versucht haben. Aber zur Verteidigung der isländischen Regierung muss gesagt werden, dass sie auf den britisch/niederländischen Vorschlag zu einem Volksentscheid aufgerufen hatte. Das Ansinnen des Auslands wurde in diesem abgehaltenen Referendum von der Mehrheit der Bevölkerung entschieden zurück gewiesen. Die sozialen Unruhen in Griechenland illustrieren nur das, was die isländischen Wähler in der Wahlkabine zum Ausdruck bringen konnten.

wirtschaftsfacts.de: Ist die Entscheidung, den Griechen einen finanziellen Bailout zu liefern, nicht einfach eine weitere Einladung an die Märkte, damit zu beginnen, gegen die anderen so genannten PIGS-Staaten zu spekulieren, also gegen Spanien, Portugal oder Irland?

James Turk: Ja. Griechenland ist der Krisenherd und die anderen Länder sind nicht weit hinterher. Und ich sage hier mit Absicht „Länder“, weil ich nicht nur über die PIGS-Staaten spreche. Es gibt zum Beispiel Länder in Osteuropa, die wirtschaftlich schwer zu kämpfen haben. Das generelle Problem von überschuldeten Staaten ist heute weit verbreitet. Großbritannien und die USA können ebenfalls in diese Gruppe mit aufgenommen und als gefährdet angesehen werden. Keiner dieser Staaten weist eine politische Führung oder überhaupt den Willen dazu auf, schwierige Entscheidungen zu treffen, die notwendig sind, um den Steuerkurs des überschuldeten Staatsschiffs herum zu reißen. Die Staaten müssen ihre Ausgaben und Kosten reduzieren und den Gürtel enger schnallen. Oder es könnte passieren, dass sie zahlungsausfällig werden. Der Hauptaspekt ist doch, dass die keynesianischen Strategien des leichten Geldes und einer niemals enden wollenden Kreditvergabe nun zu einem Ende kommen.

wirtschaftsfacts.de: Droht in Spanien bereits eine Refinanzierungskrise? Was könnte die spanische Regierung tun, um eine Situation zu vermeiden, die wir in Griechenland während der letzten Wochen erlebt haben?

James Turk: Spanien ist ein hoffnungsloser Fall, mit einer offiziellen Arbeitslosenquote von 20%. [Anm. Red.: siehe dazu auch Spaniens Banken werden komplett crashen]. Die inoffizielle Arbeitslosenquote soll dagegen schon bei 34% liegen, wie ich gehört habe. Spanien befindet sich in einer wirtschaftlichen Depression mit wenig Aussicht auf Verbesserung in absehbarer Zukunft. Die spanische Regierung muss so handeln, wie jede andere hoch überschuldete Regierung auch – nämlich die Kosten senken, die allgemeinen Ausgaben reduzieren und die Teilnehmer an den freien Märkten ohne irgendwelche Regierungsinterventionen interagieren lassen. Denn sowohl Wohlstand als auch ein höherer Lebensstandard gehen aus von [prosperierenden] freien Märkten, nicht jedoch von der Regierung. Politiker erschaffen keinen Wohlstand; sie verteilen ihn nur um und unterminieren dabei die freien Märkte.

Es gibt zudem einen wichtigen Punkt, der heute allgemein übersehen wird. Die Antwort auf die heutigen Probleme kommt von den freien Märkten, nicht von der Regierung. Aber die Menschen verlassen sich überall so sehr auf das Handeln der Regierungen, dass ihnen in keiner Weise mehr auffällt, dass zu viel Regierung die Ursache unserer heutigen Probleme ist. Um hierfür ein Beispiel zu nennen: Es sind nicht die griechischen Bevölkerungsteile, die außerhalb ihrer finanziellen Möglichkeiten gelebt haben, die die Probleme des Landes verursacht haben. Die Probleme Griechenlands sind ein direktes Resultat aus der Unehrlichkeit und Verschwendungssucht von Politikern, die sich weigern, den Leuten weder reinen Wein einzuschenken über die öffentliche Verschuldungssituation noch korrekte Angaben über wirtschaftlichen Aktivitäten zu publizieren. Wohlstand und steigende Lebensstandards rühren mit Sicherheit nicht her von Schulden. Sondern sie leiten sich ab aus Ersparnissen und harter Arbeit.

wirtschaftsfacts.de: Was würden sie den deutschen Steuerzahlern nach der Entscheidung von Kanzlerin Merkel mitteilen, ihr Geld an einen total bankrotten griechischen Staat zu transferieren, der alle anderen Mitglieder in der Eurozone zudem betrogen hat?

James Turk: Kaufen Sie Gold. Kaufen Sie Silber. Minimieren Sie Ihren gehaltenen Anteil am Euro und eigentlich allen anderen Fiat-Währungen, die durch nichts gedeckt sind, außer durch die Versprechungen der Regierung. In guten Zeiten sind solche Versprechen wenig wert. In verzweifelten Zeiten wie den heutigen sind diese Versprechen überhaupt nichts wert. Leider sind der Deutschen Bundesbank die Hände in großem Umfang gebunden. Sie muss sich nach den Aktivitäten der EU und der EZB ausrichten. Deswegen kann sich heute niemand mehr auf die Bundesbank verlassen. Jeder muss aus diesem Grunde seine eigene Zentralbank sein. Damit meine ich, dass wir uns nicht mehr auf die Zentralbanken verlassen können, um die Kaufkraft unserer Währungen zu bewahren, weshalb jedermann physisches Gold besitzen muss.

wirtschaftsfacts.de: Steht die Entscheidung zu einem Bailout Griechenlands – und die Art seiner Ausführung –im Einklang mit den geltenden Verträgen der EU?

James Turk: Diese Frage liegt außerhalb meines Sachverständnisses, aber so wie ich es verstehe, stehen die Bailouts mit dem Wortlaut des EU-Gesetzes in Konflikt. Aber die Politiker und Banker, die sie ausführen, werden das einfach versuchen zu vertuschen.

wirtschaftsfacts.de: Wenn man den PIGS-Staaten irgendwann mitteilte, dass sie aus der Eurozone austreten müssten, würden Sie dieses Ereignis mit einem Zusammenbruch der Euro-Währung assoziieren?

James Turk: Nein, es würde einen wirtschaftlichen Zusammenbruch der PIGS-Länder zur Folge haben, jedoch nicht des Euros. Wenn man die PIGS zwingen würde, den Euro zu verlassen, wäre das eigentlich gut für den Euro. Aber durch den Vorschlag, den PIGS-Staaten einen Bailout zu liefern, machen die Politiker den Euro kaputt. Die Politik hat eindeutig die falsche Entscheidung getroffen.

wirtschaftsfacts.de: Somit hätten beispielsweise Deutschland, die Benelux-Staaten, Österreich und Finnland immer noch die Möglichkeit, den Euro in ihren Ländern zu nutzen, wenn sie den Rest der Eurozonen-Länder abhängen?

James Turk: Ja, es sollte so sein. Die Währungsunion basierte auf klar festgelegten Regeln. Diese auferlegten Regeln benötigten für ihre Umsetzung Disziplin seitens der Regierungen und Zentralbanken. Griechenland hat diese Regeln gebrochen, also sollte das Land die Konsequenzen daraus auch zu spüren bekommen und zu einem Austritt aus der Eurozone gezwungen werden.

wirtschaftsfacts.de: Es gibt in Europa eine Menge Leute, die sagen, dass die zuletzt erfolgten Herabstufungen von Griechenland, Spanien und Portugal durch die internationalen Ratingagenturen ein direkter Angriff gewesen sei, hinter dem gar die US-Regierung zur Verteidigung ihrer wirtschaftlichen Interessen stehen könnte. Sind Sie auch dieser Meinung? (Der Grund? Weil die USA auf der einen Seite den Euro gern zerstören würden und auf der anderen Seite für den Moment aus dem Krisenfokus heraus wären.)

James Turk: Ich weiß es nicht, ob das stimmt oder nicht. Einige haben gesagt, Deutschland würde sich dieses Ergebnis wünschen, weil ein niedrigerer Außenwert des Euro dabei helfen würde, die Exportindustrien auf der ganzen Welt anzukurbeln. Also würde Deutschland davon profitieren. Zudem ist klar, dass Deutschlands Position in der Eurozone durch den ganzen Tumult gestärkt wird. Ich vermute, Politiker werden ihre Spielchen spielen, um ihre Macht zukünftig zusätzlich zu vergrößern. Leider trägt die allgemeine Bevölkerung die daraus entstehenden Konsequenzen, die größtenteils negativ ausfallen werden. Wenn nicht kurzfristig, dann auf jeden Fall auf lange Sicht gesehen.

wirtschaftsfacts.de: Wir hatten kürzlich das Vergnügen, mit Robert Prechter zu sprechen. Er sagte, man solle damit rechnen, dass der US-Dollar in den nächsten zwei bis drei Jahren stark an Wert gewinnen werde. Die Welt würde vermutlich eine Kreditimplosion erleben, wie es sie bis dato in der Geschichte noch nicht gegeben hat. Dieses Ereignis würde die US-Währung antreiben, weil ein großer Anteil der international explodierenden Schulden in erster Linie in US-Dollars denominiert wäre. Stimmen Sie mit ihm überein?

James Turk: Ich stimme darin überein, dass wir eine Kreditimplosion erleben werden. Genau das passiert ja im Moment in Island, Griechenland und Dubai. Mehr Staaten werden folgen. Aber diese voran schreitende Kreditimplosion wird vor allem Gold in die Höhe treiben. Wenn Länder zahlungsausfällig werden, wird der Dominoeffekt die Leute dazu veranlassen, sämtliche Papierwährungen in Frage zu stellen, somit auch den US-Dollar. Alle Währungen befinden sich gegenüber Gold in einem Abwärtstrend und der Aufwärtstrend des Goldes wird noch an Kraft gewinnen, wenn die Probleme sich verschlimmern. Schließlich ist Amerika in einer genau so schlechten, wenn nicht sogar schlechteren ökonomischen Verfassung wie viele der Länder Europas.

wirtschaftsfacts.de: Gold und Silber sind demnach die sicheren Häfen, in die die Leute jetzt investieren sollten? Oder besteht die Möglichkeit, dass eine große Anzahl an Investoren und Spekulanten erneut auf Kreditbasis in den Metallen engagiert ist und sie aus diesem Grunde – wie im Jahr 2008 – aus ihren Portfolios kippen müssen, um sicher zu stellen, sich genügend Liquidität zu verschaffen, um ihr aufgenommenen Kredite und Kreditgeber auszubezahlen, falls nötig?

James Turk: Eine gute Frage. Versuchen Sie jedoch nicht, die Metalle zu traden. Kaufen Sie sie, weil sie immer noch unterbewertet sind, obwohl sie sich in der zurück liegenden Dekade bereits gut entwickelt haben. Häufen Sie Gold und Silber an. Betrachten Sie die Metalle wie Ihr Sparkonto. Sparen Sie keine Euros oder Dollars oder irgendeine andere FIAT-Währung. Sparen Sie stattdessen Gold und Silber. Jeden Monat oder jedes Quartal – wenn es Ihre Haushaltskasse erlaubt – häufen Sie weiter Edelmetalle an. Einmal werden sie im Preis höher stehen und dann wieder, wie im Jahr 2008, werden sie auch einmal wieder niedriger notieren. Mit der Zeit werden Sie sich jedoch über Ihr Sparprogramm freuen, weil es Ihren Wohlstand schützt. Sie sparen echtes Geld ohne irgendeine Verpflichtung einer Gegenpartei. Wenn die Finanzkrise einmal vorüber sein wird und wir zur anderen Seite des Tales gelangen, wird Ihre Vernunft in finanzieller Hinsicht auch belohnt werden.

wirtschaftsfacts.de: James, wir bedanken uns bei Ihnen für dieses Gespräch.

James Turk: Ich danke Ihnen und freue mich darauf, mit Ihnen auf der Konferenz der Deutschen Edelmetall-Gesellschaft am 08. Juni in Frankfurt persönlich zu sprechen.

Quelle: Wirtschaftsfacts.de

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