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Mittwoch, 16. Februar 2011

Wie man eine Nation industriell aushöhlt…Update!



Deutschland, so beteuert Bundeskanzlerin Merkel, wird gestärkt aus der Krise hervorgehen. Die Krise bietet eine Chance, notwendige Reformen durchzusetzen. Reformen wie eine weitere Liberalisierung der Finanz- und Dienstleistungswirtschaft? Welche Projekte sollten neben der unmittelbaren Krisenbewältigung auf der Agenda der Kanzlerin stehen? Zu ihren Favoriten gehört in jedem Falle die Weiterentwicklung des deutschen Dienstleistungssektors, auf den mittlerweile über 70% der Beschäftigung und Wertschöpfung Deutschlands entfallen. Waren zum Beispiel 1970 noch rund 45% der 26,6 Millionen Erwerbstätigen im früheren Bundesgebiet im Dienstleistungsbereich tätig, so waren es 36 Jahre später in Deutschland bereits mehr als 72%. Im gleichen Zeitraum sank der Anteil der Erwerbstätigen im Produzierenden Gewerbe um 21 Prozentpunkte von 46,5% auf 25,5%. Quelle: Statistisches Bundesamt

Man stelle sich vor…das Industrie- und Produktionsland Deutschland ist zu einem Dienstleistungsland geworden. Wie wurde so etwas bewerkstelligt? Wie wurde die Entwicklung und Produktion realer Güter und damit auch realer Werte langsam umgewandelt und ausgetauscht in eine schlipstragende Bürohengsteinfrastruktur die nichts als Scheinwerte produziert? Menschen die einem etwas verkaufen wollen dass in anderen Ländern hergestellt worden ist, Menschen die virtuelle Produkte verkaufen die keiner braucht, Menschen die nichts erschaffen! Ich werde versuchen das etwas zu beleuchten. Das Bundesministerium für Forschung und Bildung z.B. bekennt ganz offen das Outsourcing der deutschen Produktionswirtschaft und dessen Gründe:

„Gegenwärtig ist die industrielle Produktion grundlegenden Veränderungen ausgesetzt. Durch die enge - meist als Globalisierung bezeichnete - Vernetzung der weltwirtschaftlichen Güter-, Informations- und Kapitalströme kann die Güterproduktion leichter als noch vor wenigen Jahren weltweit verteilt organisiert werden. Die Informations- und Kommunikationstechnologie erleichtert Steuerung und Koordination verteilter Produktionsanlangen. Neue, offensive Wettbewerber bieten Produktionsbedingungen zu weit niedrigeren Kosten als Deutschland. Die Herstellung von Produkten ist damit einem enorm verschärften Kostendruck ausgesetzt." Quelle: Bundesministerium für Forschung und Bildung.

Auch der Bund der deutschen Industrie (BDI) erkennt industriefeindliche Tendenzen:

"Die Energieunternehmen treiben mit ihrer oligopolistischen Marktmacht die Preise nach oben. Freier Wettbewerb findet nicht mehr statt", sagte Marnette, zugleich Chef der Norddeutschen Affinerie und Vorsitzender des BDI-Energieausschusses, der "Financial Times Deutschland". "Der Wettbewerb wird durch hohe Netzentgelte blockiert. Der Strompreis steigt und steigt", sagte Marnette. "Das ist ein Beitrag zur Deindustrialisierung Deutschlands." Quelle: BDI

Also halten wir Fest…hohe Energiepreise und der Globale Wettbewerb, der uns allen als Heils- und Wohlstandsbringer gepriesen wurde, treibt unsere Industrieresourcen und die damit verbundenen Arbeitsplätze ins Ausland, wo Arbeiter für Niedrigstlöhne oder gar eine Hand voll Reis arbeiten! Wie so etwas im Endstadium aussieht kann man in den Vereinigten Staaten „bewundern“. Nachdem Ihre gutbezahlten Industriejobs nahezu endgültig eleminiert und in Niedriglohnjobs der Dienstleistungsbranche umgewandelt wurden, konnten leider auch viele Häuslebauer Ihre Raten für´s Eigenheim nicht mehr bezahlen, mit den nur allzu gut bekannten Folgen, die dann die Finanzkriese auslösten. Viele dieser Leute findet man heute in Zeltstädten wieder, die im ganzen Land wie Pilze aus dem Boden sprießen! Bei uns ist die Entwicklung auf dem gleichen Weg. Fragt doch mal Herrn Schäuble, warum beim tollen Beschäftigungsboom trotzdem so wenig in den Kassen der Sozial- und Rentenversicherer ankommt. Fragt Ihn doch mal wo die exorbitanten Gewinnsteigerungen der Bonzen durch die Lohnzurückhaltung der Arbeiter landen...bestimmt nicht im Geldkreislauf! Die Antwort für die leeren Sozialkassen zumindest kann ich Euch geben: Sie heißt Niedriglohn!!! Wer wenig verdient kann natürlich auch weniger Steuern und Sozialabgaben zahlen, was die Handlungsfähigkeit des Staates noch mehr einschränkt und die Schuldenspirale weiter anheizt. Dieses wiederum lässt die Gesamtgeldmenge steigen, da ständig neue Kredite her müssen um die Staatsaufgaben erfüllen zu können. Der Privatmann benötigt ebenfalls mehr Kredite um seinen Lebensstandart und damit die Inlandsnachfrage stabil halten zu können. Kredite als Ersatz für anständigen und gerechten Lohn und korrekte Steuern...eine Frechheit! Wie die Lohnentwicklung in Deutschland aussieht zeigt folgende Grafik des ZDF, dort kann man dann sehen wie der Wohlstand der deutschen Arbeitnehmer ins EU Ausland abfließt:




Deutschland ist bei der Lohnentwicklung Schlusslicht in der EU und kann mit 21% Lohnsteigerung seit 2000 nicht einmal mit der Inflationsrate schritthalten. Was im Klartext heißt: “Real weniger Kaufkraft!!!“ Die Bildzeitung spricht von einer relativ milden Inflation von 20% seit der Euroeinführung, (Bild - Euro nur noch 80 Cent wert) in Wahrheit ist diese viel höher und wird noch viel höher werden! Warum? Weil eine deutlich erhöhte Inflation im noch wettbewerbsstarken Deutschland der inneren Logik der Währungsunion entspricht. Weil das Euro-Land, so wie es gebaut ist, auseinanderbrechen würde, falls in Deutschland auch weiterhin strikte Preisstabilität herrscht. Darüber redet bislang kaum jemand. Verständlicherweise. Zu unpopulär ist Inflation, gerade in Deutschland. So ist jedenfalls die Expertenmeinung im Managermagazin und im Focus. Wirtschaftsforscher Thomas Straubhaar vom Hamburger Weltwirtschaftsinstitut meint in einem Interview mit der Welt: “Er erwartet in Kürze eine kräftige Geldentwertung. Für die Zeit nach 2010 rechnet er mit einer Inflation zwischen fünf und zehn Prozent PRO JAHR. Schon dieses Jahr würden die Energiepreise wieder kräftig anziehen, prognostiziert er. Damit würde sich der derzeitige Trend völlig umkehren.“ Na denn prost Mahlzeit! Aber wir kennen das ja schon….ein paar billige Riesenglotzen und Computer in den Warenkorb rein und ein paar Grundnahrungsmittel und Energieträger aus der Berechnungsgrundlage raus und schon ist statistisch alles wieder beim alten.

Und als wenn das Ganze noch nicht genug wäre, kommt noch eine weitere Hiobsbotschaft auf den deutschen Arbeitsmarkt zu. Ab dem ersten Mai 2011 gibt es die neue EU-Arbeitnehmerliberalität in Deutschland, was nichts anderes bedeutet, als dass auch osteuropäische Tarifverträge in Deutschland gelten werden. Schon jetzt zeichnet sich ein ganz klarer Drehtüreffekt in der deutschen Leiharbeitsszene ab. Wie das ARD Magazin Report berichtet planen die großen Leiharbeitsfirmen hunderttausendfach deutsche Leiharbeiter durch polnische Arbeiter zu ersetzen, da die Tarifverträge in Polen von 1,80€ bis ca. 5,-€ die Stunde reichen, was klar unter einem diskutierten deutschen Mindestlohn liegen würde! Teile des deutschen Arbeitsmarktes werden dann einfach so übernommen und dringend benötigte Kaufkraft wandert mit den polnischen Arbeitern wieder ab, da diese hier von dem Geld nicht leben könnten, aber seht selbst:



Die polnische Arbeitgeberkammer hat bereits Kontakte zu fast 500 deutschen Leiharbeitsfirmen geknüpft. Die Schutzregelungen im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz gelten nämlich ab dem 1. Mai 2011 nicht mehr wenn es einen Tarifvertrag gibt….EGAL aus welchem EU Land! Diese Änderungen gehen noch auf die Ära von Gerhard Schröder zurück und das dieses am 1. Mai geschieht ist an Ironie kaum noch zu überbieten. Nicht nur wirtschaftlich hat diese Regelung das Potential für Verstimmungen zwischen beiden Ländern zu sorgen, sondern auch unter den Bevölkerungen beider Länder könnte dass über lange Jahre gewachsene gute Verhältnis zwischen Polen und Deutschen unter dem Arbeitertsunami aus Polen leiden…aber diese Zwietracht scheint in Regierungskreisen billigend in Kauf genommen zu werden, dort sieht man nämlich keinen Handlungsbedarf. Alles in allem erleben wir eine schrittweise Deindustrialisierung Deutschlands nach amerikanischem Vorbild. Unser aller Wohlstand wird auf dem EU-Altar über viele Wege an andere EU Mitgliedsstaaten aufgeteilt, auf das sich dass Deutschland was wir alle kennen allmählich in Wohlgefallen auflösen wird. Wenn wir nicht aufstehen wird der „Ersatz“ für „Einigkeit und Recht und Freiheit“ dann in Zukunft ein undemokratischer und zentralistischer, gesichtsloser EU Superstaat sein, der sich um Recht und Gesetz einen Scheißdreck kümmert.

Update: Die Transferunion - Ein weiterer Aderlass Deutschlands in Vorbereitung!




Nach dem defacto Bruch des Grungesetzes und der EU Verfassung (keine Finanzierung von bankrotten EU-Mitgliedsstaaten - No Bailout Klausel) wird der 750 Mrd. Eurofallschirm nun klammheimlich hinter verschlossenen Türen in eine offene unbegrenzte EU-Transferunion umgewandelt. EZB Chef Trichet war deshalb schon Ende des letzten Jahres zu geheimen Verhandlungen bei der Kanzlerin in Berlin. In einem Interview erklärt der sichtlich nervöse EU nahe Wirtschaftswissenschaftler und Buchautor Anton Vogelmaier warum eine Eurotransferunion auf Deutschlands Kosten für die europäische Idee unausweichlich sei. Beim ansehen dieses Interviews ist mir echt der Arsch geplatzt und ich kann jedem aufrechten Demokraten nur raten vor dem anschauen eine Valium einzuwerfen! Auch wenn er es nicht sooo direkt sagt, meint er doch: "Volkes Wille...? Scheiß drauf!" Solche Ignoranz gepaart mit an den Haaren herbei gezogenen Argumenten erwartet uns: "60 Jahre Frieden und Freiheit wegen der EU!" Bitte was?!?!? Bei solch leeren Phrasen kann man nur den Kopf schütteln. Fakt ist aber: Wir mussten wegen des EU Drucks viele Subventionen unserer eigenen Industrien streichen, nur um später auf erneutes EU Diktat hin andere EU Länder zu subventionieren. Wasser ist also dicker als Blut und der Himmel ist grün wenn die EU das sagt, Danke auch!!! Aber jeder bekommt halt dass was er verdient...wir die Bürokraten und Bonzen und die nachher ein Tritt in den A....


Lieben Gruß

Euer Micha

Quellen:

Welt online - Inflation bis 10 Prozent
Manager Magazin - Die Geldlüge
Bundesministerium für Forschung und Bildung - Neue Herausforderung in der Produktion
Bundesamt für Statistik - Strukturwandel
Spiegel - Deindustrialisierung Deutschlands

ARD Report - Niedriglohn Made in Germany

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