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Sonntag, 25. September 2011

Wir sind nicht allein!!!



Unermüdlich zieht unsere Erde ihre Bahn um die Sonne und wir hoffen dass kein astronomisches Objekt zum gleichen Zeitpunkt an der gleichen Stelle unsere Umlaufbahn kreuzt. Da Asteroiden auf der Tagseite der Erde mit optischen Teleskopen naturgemäß, schlecht auszumachen sind, bedient man sich hierbei der Infrarottechnologie, wie sie bereits vom Nasa-Infrarotsatellit Wiese genutzt wird. Solche Satelliten sind in der Lage wesentlich schwächere Lichtstrahlen in einem anderen Spektrum zu entdecken. Der 2009 gestartete Infrarot-Satellit Wise hat die Möglichkeiten der Himmelsforscher erheblich verbessert, mit ihm konnten die Forscher bereits neue 500 Asteroiden aufspüren, die sich in erdnahen Umlaufbahnen bewegen. Ein weiteres Projekt befindet sich bereits in Planung, es ist das "Wide-Field Infrared Survey Telescope" der Nasa. Forscher hoffen mit dem Fernrohr vom All aus noch viel schwächere Lichtblitze beobachten zu können als bisher, die die Existenz von viel kleineren Objekten in unserem Sonnensystem als auch im extrasolaren Bereich belegen könnten. Allerdings steckt das 1,6-Milliarden-Dollar-Projekt noch in der Vorbereitung. Frühestens 2020 soll das Teleskop in den Weltraum starten. Solche Projekte können nicht nur vor gefährlichen Asteroiden warnen, sondern auch unschätzbare wissenschaftliche Forschungsergebnisse liefern. Zum Beispiel können sogenannte trojanische Himmelskörper besser erforscht werden. Trojaner sind Himmelskörper, die auf der gleichen Umlaufbahn wie ein Planet die Sonne umkreisen. Dabei halten sie sich auf zwei der so genannten Lagrange-Punkte auf. An diesen beiden Stellen der Umlaufbahn treffen die Schwerefelder der Sonne und des Planeten so aufeinander, dass kleinere Himmelskörper hier eine feste Umlaufbahn finden. Der Trojaner behält dabei eine mehr oder weniger stabile Position vor oder hinter dem Planeten bei.

Darstellung der Erdtrojaner-Umlaufbahn


Bei anderen Planeten unseres Sonnensystems sind solche vor- oder nacheilenden Himmelkörper bei den Planeten Mars, Jupiter und Neptun bereits bekannt. Erstmals ist es nun drei Astronomen der Athabasca University in Kanada gelungen, in der Erdbahn um die Sonne einen Erdtrojaner nachzuweisen. Anhand von Aufnahmen des Infrarot-Satelliten WISE (wide-field infrared survey explorer) und Beobachtungen mit dem Canada-France-Hawaii-Teleskop konnten sie einen unbekannten Himmelskörper als Erd-Trojaner identifizieren. Der Trojaner mit der Katalognummer 2010 TK7 hat einen Durchmesser von 300 Metern. Er zieht eine regelmäßige Umlaufbahn um den der Erde vorauseilenden Lagrange-Punkt. Dieser ist schwankend zwischen 15 Millionen und 150 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Der Trojaner umkreist ihn in lang gestreckten Ovalen auf seiner Bahn um die Sonne.

Extrasolare Welten
Auch die Entdeckung extrasolarer Welten wird durch Projekte wie das "Wide-Field Infrared Survey Telescope" gefördert. Da Planeten nicht selber Leuchten, sondern von Ihrem Heimatstern angestrahlt werden und dieses nicht rund um 360 Grad des Planeten geschieht, sind Planeten außerhalb unseres Sonnensystems extrem schwer zu finden. Aus diesem Grunde bedienen sich Astronomen zweier Tricks um Planeten zu entdecken. Zum Ersten wäre da die vorhin beschriebene Methode, in der mit einem starken optischen Licht- oder Infrarotteleskop schwache Lichtblitze der Planeten aufgespürt werden, wenn sie in einem günstigen Winkel für uns abstrahlen. Auch eine indirekte optische Entdeckung ist möglich, wenn ein Planet (von uns aus gesehen) seinen Heimatstern passiert, kann man mit hochempfindlichen Sensoren eine minimale Verdunkelung des Muttersterns erfassen, welche Hinweise auf den Begleiter dieses Sterns gibt. Zum Anderen gibt es seit kurzem sogar die Möglichkeit über das winzige „Eiern“ eines Sterns Rückschlüsse über seine Planeten zu ziehen, die natürlich durch ihre Gravitation am Stern und seinem Licht zerren. Solche Schwerkraft-Abweichungen lassen Berechnungen über Anzahl und Masse der Planeten zu, die den entsprechenden Stern umkreisen. All diese Techniken haben dazu beigetragen, dass die Entdeckungen von neuen Planeten in den letzten Jahren sprunghaft zugenommen haben und beinah täglich neue Planetenfunde gemeldet werden. Meinte man noch vor etwa zwanzig Jahren das Planeten etwas besonderes wären, so wird heute angenommen das fast jeder Stern im Besitz ständiger Begleiter ist.

Lichtkurve bei der Entdeckung eines Planeten

Die Möglichkeit von intelligentem Leben steigt
Da nun von wesentlich mehr bewohnbaren Himmelskörpern in unserer Milchstraße ausgegangen werden muss, steigt dementsprechend die statistische Möglichkeit von intelligentem Leben. Duncan Forganist, Astrophysiker und Doktorand der Astrophysik an der Universität von Edinburgh, hat zur Berechnung der Anzahl außerirdischer Zivilisationen eine Arbeit verfasst. Er bedient sich dazu einer Formel aus den 60er Jahren die Frank Drake aufgestellt hat.

N = R* • fp • ne • fl • fi • fc • L

Die einzelnen Terme haben dabei folgende Bedeutung:

• N ist die Anzahl der außerirdischen Zivilisationen in unserer Milchstraße.
• R* ist die mittlere Anzahl an neu entstehenden Sternen pro Jahr (in unserer Galaxie).
• fp ist der Anteil der Sterne, die auch Planeten haben.
• ne ist der Anteil der Planeten, die sich in der sogenannten habitablen Zone befinden. Das ist der Bereich um einen Stern, in dem die Temperaturen gerade so sind, dass auf einem Planeten Leben existieren kann.
• fl ist der Anteil der Planeten, auf denen sich Leben entwickelt hat.
• fc ist der Anteil der Planeten mit Zivilisationen, die Interesse an interstellarer Kommunikation haben.
• L ist die Lebensdauer einer technischen Zivilisation. Als „technische Zivilisation“ gelten jene, die in der Lage sind, Radiosignale ins Weltall zu senden.

Forganist benutzt in seiner Arbeit eine etwas abgewandelte Form der Gleichung, in der fp und fl noch weiter unterteilt sind und er kommt mit Hilfe einer Computersimulation auf ein erstaunliches Ergebnis. Mit seinen neuen Daten und Drakes Formel gibt es, mit einer Ungenauigkeitsabweichung von + - 20, in unserer Michstraße etwa 37 965 intelligente Zivilisationen, vorausgesetzt Leben entsteht leicht, wenn die Bedingungen dafür gut sind. Entsteht Leben aber eher schwer, reduziert sich die Anzahl der möglichen Zivilisationen in unserer Milchstraße auf ca. 361. Die Möglichkeit dass unsere Zivilisation die Einzige in unserer Galaxie ist tendiert dagegen bei nahezu null. Na wenn das mal kein Ergebnis ist!!!

Wir sind also definitiv nicht allein! Zugegeben bei ca. 150 - 200 Milliarden Sternen in unserer Galaxie sind diese Zivilisationszahlen ehr verschwindend gering, aber es zeigt das jene, welche an die Existenz von Außerirdischen glauben, wissenschaftlich korrekter liegen, als die, welche sie verneinen. Da aber die Lebensdauer einer technischen Zivilisation ca. 250 Jahre beträgt und bei der pessimistischen Annahme von etwa 361 technologie Zivilisationen, statistisch gesehen der Abstand zwischen den technischen Zivilisationen ca. 277 Lichtjahre ist, ist die Ironie des Ganzen schon vorprogrammiert. Es ist mit unserer derzeitigen Technologie kaum möglich eine andere Zivilisation zu erreichen, da sie sich, oder wir uns, bis zu einem Eintreffen einer jeweiligen Nachricht wahrscheinlich schon selbst zerstört hätten. Es gibt allerdings zwei Möglichkeiten diese Hürde zu überwinden. Erstens: Wir kommunizieren bald schneller als das Licht. Oder Zweitens: Wir werden weiser und zerstören uns nicht selbst!

Liebe Grüße

Euer Micha

Quellen:

P.M. - Trojaner begleitet die Erde
Wissenschaft aktuell - Erdtrojaner entdeckt
Nasa - WFIRST Projekt
Focus - Anzahl außerirdischer Zivilisationen
Wikipedia - Die Milchstraße

1 Kommentar:

  1. Schneller als das Licht werden wir nicht kommunizieren, da wir uns aus Habgier vorher selber um diese Möglichkeit bringen werden und nicht nur das.

    Die Geschichte ist voll von solchen Ereignissen welche unsere Zivilisation immer und immer wieder in die Steinzeit zurückversetzt haben. Derzeit veranstalten wir eine Zeitreise ins Dunkle Mittelalter und keinen Interessierts.

    Nach bald 20.000 Jahren voll Mord, Plünderung und Selbstzerstörung sollte man der Meinung sein das Intelligente Wesen begreifen auf welchem Holzweg Sie sind. Wenn nicht, und so macht es auch den Anschein, gibt ja noch genug Leben da draussen, welches vieleicht schlauer ist als der Homo Shopping. Und so wie wir derzeit versuchen das Universum zu bereisen, werden diese dann eine Warnung finden, wenn Sie auf die zerstörte Erde und die Relikte von Krieg, Grössenwahn und Unvernunft stossen. Denn so manches Dasein existiert nur um anderen eine Warnung zu sein.

    Gruss von einem Quereinsteiger ;-)

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