Net News Express

Samstag, 24. März 2012

Der schmutzige Kampf um Griechenlands Rohstoffe


Öl- und Gasvorkommen in Griechenland

Es wird schon seit Jahren gemunkelt das Griechenland auf sehr bedeutenden Öl- und Erdgasvorkommen sitzt. In öffentlichen Verlautbarungen hieß es aber immer, mehr oder weniger lapidar, dass diese nicht ergiebig genug wären, oder die Ausbeutung nicht wirtschaftlich genug. Außerdem könnten einige Vorkommen auch nicht ausgebeutet werden, da es Grenzstreitigkeiten mit der Türkei gäbe und damit die Förderrechte nicht eindeutig geklärt seien. Das stimmt nur begrenzt!

Sicher will die Türkei ein Stück vom griechischen Ölkuchen haben, ob nun berechtigt oder nicht, obliegt einer, schon lange von den Griechen geforderten, Entscheidung des Internationalen Gerichtshofes in Den Haag. Die Türkei verzögert jedenfalls jede Lösung um sich in der aktuellen Schwächephase Griechenlands weitere Vorteile verschaffen zu können. Doch um die derzeit bedeutenden Öl und Gasvorkommen (Kallirachi, Epanomi und Kavala) gibt es keinen Konflikt mit der Türkei.

Bereits im Jahre 2004 hat die Regal Petroleum verkündet, das grosse Kallirachi Ölfeld in der Nordägäis beinhaltet bis zu 1 Milliarde Fass leichtes Rohöl. Unabhängige Gutachter haben diesen Fund bestätigt, obwohl man sich noch über die Lagergestein-Permeabilität (Durchlässigkeit des umgebenden Gesteins) und damit über die endgültige Ergiebigkeit streitet. Das Gesamtölvorkommen Griechenlands liegt nach Schätzungen bei etwa 26 Milliarden Barrel, (in einer griechischen Fernsehsendung s.u. wird sogar von 40 Milliarden Barrel ausgegangen) von denen aber z.Zt. nicht alle erschließbar sind. Von den schier unermesslichen griechischen Erdgasvorkommen mal ganz abgesehen, welche den Selben Schätzungen zu Folge einen Wert von ca. 300 Mrd. Euro haben, was im übrigen der Höhe der gesamten griechischen Staatsschulden entspricht.

Nach unbestätigten Berichten hatte auch die wirtschaftspolitische Handelsorganisation Scandic Org, bestehend aus sieben nordeuropäischen Staaten (Schweden, Norwegen, Dänemark, Island, Estland, Lettland und Litauen) Griechenland einen Kredit in Höhe 250 Milliarden mit einer Laufzeit von 5 Jahren angeboten. Das geschah zu Beginn der Wirtschaftskrise in Hellas, bevor also die Troika (EU, IWF und EZB) mit der entgültigen Zerstörung griechischen Wirtschaft begonnen hat. Als Gegenleistung forderte Scandic Org für fünf Jahre Exklusivrechte für das Gas- und Ölvorkommen auf griechischem Boden.
Der Deal sah vor, das der Gewinn 80 zu 20 (zugunsten Griechenlands) geteilt würde. Außerdem würden 90% der Arbeiter auf diesen Bohrtümen Griechen sein und nur griechische Schiffe wären zum Einsatz gekommen. Das Angebot dieser Organisation hat die griechische Regierung nie beantwortet.

Das amerikanische Fach-Magazin „Oil and Gas Journal“ titelte bereits 1974: „Der Thassos-Fund ist die Bohrung des Jahres. Die gesamten Ölvorkommen in der Ägäis seien vermutlich bedeutender als die von Alaska und Malaysia. In der Nordägäis befinden sich noch mindestens sechs weitere Ölbecken, aus denen Griechenland seinen Bedarf für 37 Jahre decken könne." Obwohl den griechischen Regierungen und Insidern dieser Rohstoffreichtum des Landes bekannt war und ist, wurde dieser bis heute nicht entsprechend ausgebeutet.

Die Frage lautet nun: Warum halten griechische Politiker mit dem Rohstoffreichtum Griechenlands so hinterm Berg? Könnte man nicht mit vergleichsweise geringen Investitionen die Vorräte erschließen und Griechenland aus der Schuldenmisere helfen? Ja, man könnte schon, aber will man es auch!? Wenn man sich anschaut das die beiden Erdgasbohrungen bei Epanomi nur mit Zementplatten abgedeckt sind, in denen sich seit ca. 20 Jahren förderfertige Ventile befinden die nur noch angeschlossen und aufgedreht werden müssten, mutet es schon komisch an das dieses, angesichts der schwierigen Finanzlage Griechenlands, nicht schon längst geschehen ist. Andere Öl- und Gasquellen welche vor 30 Jahren, aufgrund der niedrigen Rohstoffpreise, noch nicht rentabel zu erschließen waren, könnten nun gewinnbringend erschlossen und zum Wohl Griechenlands ausgebeutet werden.

Aber…es passiert nichts…zumindest nichts zum Wohle des griechischen Volkes. Da passt es schon fast ins Bild das die EU anstatt zu helfen, im Zuge der Sparmaßnamen Griechenland dazu anhält, griechisches Staatsvermögen zu verkaufen…und jetzt genau hinschauen…unter anderem aktuell auch den staatlichen Gas und Ölkonzern DEPA sowie dessen Gaspipeline- und Netzbetreiber DESFA. Dieser Konzern erfreut sich jetzt schon großer Beliebtheit bei den internationalen Bietern, was ja auch kein Wunder ist bei dem Know how und den Rechten welche er besitzt. Nach Informationen der Tageszeitung «Ta Nea» gehört zu den Bietern um DEPA die Firma Prometheus Gas, ein Joint Venture des russischen Gazprom-Konzerns mit der griechischen Copelouzos-Gruppe. Insgesamt hätten sich (Stand Ende Februar 2012) mindestens 20 Interessenten gemeldet, darunter die spanische Gas Natural, Gas de France, der italienische ENI-Konzern und OMV aus Österreich. In Griechenland schreitet man nun auch zur Errichtung einer staatlichen Aktiengesellschaft für die Verwaltung der nationalen Vorkommen an fossilen Brennstoffen, Erdöl und Erdgas. Ob diese Gesellschaft dann im Sinne Griechenlands oder im Sinne der Öl- und Gasmultis eingesetzt wird, bleibt allerdings abzuwarten.

Bisher wurde in Griechenland nur wenig Öl und Gas gefördert, im Jahre 2003 ca. 6400 Fass pro Tag, später zwischen 3000 und 5000 Barrel am Tag. Das Öl kommt hauptsächlich aus dem Prinos Gebiet des Ägäischen Meeres, in der Nähe der Insel Thassos. Aber sobald die Öl- und Gasinfrastruktur sowie die Rechte für ein Trinkgeld unter die Kontrolle internationaler Multis gestellt worden sind, werden die Fördermengen meiner Meinung nach explodieren und Konzerne werden den Gewinn abschöpfen, das griechische Volk hingegen schaut in die Röhre. Griechenland wird auf seinen Schulden sitzenbleiben und andere werden sich an den Griechen vorbei bereichern. Was wir hier sehen hat den Anschein eines bewussten Wirtschaftskrieges, welcher von der Weltfinanz gesteuert und von der schmutzigen griechischen Politkaste mitgetragen wird, um sich die Rohstoffe Griechenlands, sowie weiterhin dessen gepfefferte Schuldzinszahlungen zu sichern.

Der angenehme Nebeneffekt für die Weltfinanz ist natürlich die weitere Kontrolle über die einzig relevante Demokratie der EU, nämlich über Deutschland. Mit dem Damoklesschwert einer eventuellen Haftung für griechische Schulden und der damit verbundenen „Eurorettung“ über dem Kopf lässt sich Deutschland natürlich bestens unter Druck setzen. Das Sahnehäubchen ist die mediale Aufhetzung des deutschen- und griechischen Volkes gegeneinander. Der böse Deutsche in Naziuniform und der faule Grieche zieren ja schon seit langem die Titelseiten der Boulevard-Zeitungen beider Länder. Glaubt mir, niemand der Großgläubiger ist wirklich daran interessiert das Schulden komplett getilgt werden, NIEMAND!!!

Cui bono?

Euer Micha

Quellen:

Verlinkung klappt mal wieder nicht...deshalb:

http://www.n-tv.de/wirtschaft/Das-griechische-Sparprogramm-article5546931.html

http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2010/03/griechenland-hat-grosse-olreserven-in.html

http://www.politaia.org/politik/europa/griechenlands-schulden-und-die-globale-olmafia-ein-mega-skandal/

http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/griechenland_startet_privatisierung_von_gaskonzern_depa_1.15347835.html

http://www.rechtsanwalt-griechenland.de/blog/gesellschaft-fuer-verwaltung-von-erdoel-und-erdgas-in-griechenland/

http://www.youtube.com/watch?v=x8M-rJULXlo&feature=player_embedded

http://www.wiwo.de/unternehmen/industrie/rohoel-suche-griechenland-will-oel-foerderung-ausbauen/5805402.html

http://www.griechenland-blog.gr/2011/explosiver-bodenschatz-unter-epanomi-in-griechenland/5951/

1 Kommentar:

  1. Beeindruckend dokumentiert und wunderbar mit Links versehen. Weiterso!

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