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Sonntag, 4. November 2012

Freunde...



Wie das manchmal so ist, grübelt man bei schlechtem Wetter etwas melancholischer als sonst vor sich hin. Genau dann wenn die Tage kürzer werden ist das Bedürfnis mit einem netten Menschen zu reden besonders hoch. Ob man nun zum Telefon greift oder einfach nur einen guten Freund besucht, Freundschaftspflege ist wichtig!  Dabei drängt sich unweigerlich eine Frage auf....was ist eigentlich ein guter Freund? Heute versuche ich das mal mit eigenen Erfahrungen und wissenschaftlicher Hilfe aufzuklären.

Es heißt zwar im Volksmund  "Gegensätze ziehen sich an",  aber in der Freundschaftsforschung ist eher das Gegenteil wissenschaftlich richtig. Zwar scheint das Gegensätzliche erst interessant, aber je länger die Freundschaft andauert, desto mehr Streitpunkte und Verständnislosigkeit gibt es. Dabei ist das Verständnis des anderen eine der Hauptsäulen einer Freundschaft und Verständnis kann es nur geben wenn man sich in den anderen hineinversetzen kann. Man kennt den Freund wie kaum ein anderer, auch seine Schwächen, aber anstatt diese herauszustellen (um so Vorteile für sich zu erlangen) stützt man seinen Freund. Nichtsdestotrotz sollte man sich bei Meinungsverschiedenheiten ruhig die Meinung sagen können ohne das der jeweils andere sofort beleidigt ist. So identifizieren Forscher die Hauptsäulen, die zu einer solchen menschlichen Beziehung gehören wie folgt: Exklusivität, Dauer, Vertrauen, Respekt, Freiwilligkeit und Gleichwertigkeit.

Gleichwertigkeit ist dabei ein sehr wichtiger Aspekt. Freundschaft lebt von Gleichberechtigung, vom Umgang auf Augenhöhe. "Wer also nie das eigene Bedürfnis für den anderen zurückstellt, ist kein guter Freund. Ein Test für Freunde ist aber auch der eigene Erfolg", sagt der Berliner Psychotherapeut Wolfgang Krüger. Weiter erläutert er: "Ein falscher Freund wird mir den neiden, eifersüchtig sein und mich nicht wachsen lassen." So gibt es oft Freundschaften die von einem Part dominiert werden. Dieser falsche Freund umgibt sich oft mit unterlegenen um so selbst hervorzustechen. Diesen Typ "Freund" findet man sehr oft in weiblichen Freundschaften. Wer kennt dieses nun folgende "Pärchen"  denn nicht?!  "Die Schöne und das Biest"  wobei eine, meist sehr hübsche, (wenn auch oberflächliche)  junge Dame, zusammen mit einer unscheinbaren weiblichen Person unterwegs ist. Sowas geht nur so lange gut bis "die Schöne" ihren Traumtypen findet oder sich die unscheinbare emanzipiert. Bei Männerfreundschaften ist eine solche Konstellation auch vorzufinden, nur meistens wollen die dominanten Männer darin der "Leitwolf" sein um eigene Schwächen zu kompensieren. Vor allem geht es den "Leitwölfen" viel eher darum den anderen (unterlegenen) beruflich oder sozial zu "battlen" um sich selbst besser zu fühlen, als bei den Frauen besser dazustehen...denn Frauen gegenüber fühlt sich dieser Typ Mann sowieso unwiderstehlich!   

Kommen wir also nun zu der Frage: Was ist ein guter Freund und ist man selbst einer? Ich glaube das beruht wohl alles auf Gegenseitigkeit! Und auch die Wissenschaft meint: Ohne das geht nichts, denn nichts beruht mehr auf Gegenseitigkeit als Freundschaft. Die Antwort der Psychologen ist deshalb einleuchtend: Ich bin dann ein guter Freund, wenn er von mir bekommt, was ich mir von ihm wünsche. Das ist in etwa das, was schon der amerikanische Philosoph Waldo Emerson (1803–1882) über Freundschaft sagte: „Der einzige Weg, einen Freund zu haben, ist, selbst ein solcher zu sein.“ Hier ein Test, entwickelt von Freundschafts-Berater Wolfgang Krüger (dabei spielt es keine Rolle ob man einen guten Freund lange nicht mehr gesehen oder gesprochen hat...überlegt einfach ob Ihr diese Fragen bei bestimmten Personen mit "Ja"  beantworten könntet :

> Wäre ich für ihn/sie da, wenn er/sie selbst mitten in der Nacht meine Hilfe bräuchte?

> Würde ich in einer Notsituation vorübergehend Unterschlupf gewähren, auch wenn ich lieber alleine wäre?


> Obwohl es heißt: „Geld verdirbt die Freundschaft“ – habe ich genug Vertrauen, ihm oder ihr, wenn’s wirklich dringend wäre, Geld zu leihen?


> Melde ich mich bei seinem/ihrem Geburtstag?

> Was, wenn er/sie ernsthaft krank wird: Hat der Besuch in der Klinik dann Priorität?


> Könnte ich mit ihm oder ihr verreisen oder eine Zeit lang zusammenwohnen?


> Kann ich ihn oder sie trösten oder ihm/ ihr Mut machen, zum Beispiel nach einer Scheidung, obwohl ich weiß und immer wieder darauf hingewiesen habe, dass es so kommen musste, weil er/sie immer so eifersüchtig oder untreu war?


> Kann ich mit ihm/ihr auch schweigen, ohne mich unbehaglich zu fühlen? 


Wer alle Fragen mit "Ja" beantwortet, ist nicht nur selbst fähig, ein guter Freund zu sein, sondern kann sich auch sicher sein, dass der oder die, die als „beste Freunde“ bezeichnet werden, das auch tatsächlich sind! Ich werde mir jedenfalls meine Überlegungen zu Herzen nehmen und mich bei dem einen oder anderen der es Wert ist wieder melden, denn wirklich gute Freunde findet man nicht so oft!

Liebe Grüße


Euer Micha


Quelle: 

PM Magazin - Falsche Freunde

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