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Sonntag, 6. Januar 2013

Der versteckte kalte Krieg - Russland vs.Nato

Bildquelle AFP


Eigentlich sollte man annehmen das nach dem Zerfall der Sowjetunion Russland als gleichwertiger Partner einer internationalen Gemeinschaft angenommen würde, dies ist leider nicht, oder nur unzureichend geschehen. Nachdem sich Russland nach der Abspaltung vieler Teilrepubliken erst wieder neu erfinden und sortieren musste, nutzte das westliche Nato-Bündnis die russische Schwäche aus und weitete sein Einflussgebiet über ehemalige Warschauer-Packt-Staaten bis an die Tore Russlands hin aus. Andere verbündete Russlands, welche sich nicht demokratisiert haben, wurden und werden durch sogenannte Stellvertreterkriege (durch vom Westen bezahlte Radikalislamisten) in "Bürgerkriege" gezwungen. Das beste Beispiel dieser versteckten westlichen Kriegspolitik stellt aktuell wohl Syrien dar, das für Russland den letzten verbliebenen Verbündeten im Mittelmeerraum darstellt.

Nicht nur das ständige Kriegsgeschrei der westlichen Gemeinschaft, welches sich immer unter einem humanitären Gewand verbirgt, erzürnte die russische Volksseele, sondern auch die Tatsache das Russland immer mehr amerikanische Militärbasen in seinen Nachbarländern findet, (siehe Karte unten) Länder die teilweise sogar "im Kampf gegen den Terror" erobert wurden. 
Gleich eines Schachspiels zieht sich die Schlinge um Russland immer weiter zu, aber es hat sich was geändert! Stimmte 2011 Dmitri Medwedew noch einer Flugverbotszone über Libyen zu - welche dann plötzlich zur Bombardierung durch einige Nato-Staaten genutzt wurde - so blieb Russland unter Putin in der Syrienfrage hart. Auch auf die Raketenabwehrpläne (angeblich gegen "Schurkenstaaten" wie den Iran gerichtet - welche aber ganz nebenbei die russische Erstschlagsfähigkeit auf "Null" reduzieren würde) reagiert Russland mittlerweile auf Augenhöhe zu den USA....nämlich mit Offensive. Hier mal eine kleine Zusammenstellung der letzteren russischen Schachzüge:

Russlands neue Rakete gegen US-Raketenschild schon 2014 einsatzbereit

 Moskau 21.11.12

"Die neue russische mittelschwere Interkontinentalrakete, mit der der entstehende US-Raketenschild durchbrochen werden kann, wird nach inoffiziellen Angaben nicht 2015, sondern bereits 2014 in Dienst gestellt werden. Die USA bauen an einem Luftabwehrsystem in Europa, das die beiden bereits bestehenden US-Raketenschirme auf Alaska und in Kalifornien verstärken soll. De facto bedeutet das den Aufbau eines globalen Raketenabwehrsystems, das das jetzige Kräftegleichgewicht in der Welt zerstört. Russland besitzt nur einen strategischen Raketenschirm, der die Hauptstadt Moskau schützt. Nach ergebnislosen Verhandlungen kündigte Russland im vergangenen Jahr eine Reihe von militärischen Maßnahmen an, um den entstehenden Raketenschild in Europa im Kriegsfall neutralisieren zu können."

Quelle: Ria Novosti

Reaktion auf US-Raketenabwehr: Putin will Raketen auf die Schiene bringen


 Moskau 26.12.12

"Russland will eisenbahngestützte Raketenkomplexe als Reaktion auf die US-Pläne zur Stationierung eines Raketenabwehrsystems in Europa entwickeln, schreibt die Zeitung „Moskowski Komsomolez“ am Mittwoch. Es gibt keinen Zweifel daran, dass die neuen Raketenkomplexe eine effektivere Reaktion auf das US-Raketenabwehrsystem sein werden, als die zuvor ebenfalls angekündigte Stationierung von operativ-taktischen Raketen Iskander an den europäischen Grenzen." 


Quelle: Ria Novosti

Vier russische Flotten führen Übungen im Mittelmeer und im Schwarzen Meer durch

 Moskau 02.01.13

"Die Übungen aller Flotten Russlands – der Nord-, Ostsee-, Schwarzmeer- und Pazifikflotte finden Ende Januar im Mittelmeer und im Schwarzen Meer statt.Solche groß angelegte Manöver werden erstmals in den letzten Jahrzehnten durchgeführt. Das Ziel sei die Vervollkommnung der Verwaltung, Sicherstellung und Einübung der Zusammenwirkung verschiedener Arten der Flottenkräfte in einer fernen Meereszone außerhalb der Russischen Föderation. Dies teilte der Pressedienst des russischen Verteidigungsministeriums mit. Derzeit sind die Schiffe auf dem Weg zu den Übungsorten."


Quelle: Stimme Russlands

Russland baut 2013 neuartige Radare

Moskau 06.01.13
 
"Das russische Verteidigungsministerium beginnt in diesem Jahr mit dem Bau neuer Radaranlagen in drei russischen Regionen, wie der Sprecher der Luft- und Weltraumtruppen, Oberst Alexej Solotuchin, am Sonntag in Moskau sagte.
 „Der Bau neuer Radaranlagen vom Typ Woronesch wird in den Regionen Krasnojarsk und Altai und im Gebiet Orenburg aufgenommen“, so der Militärsprecher.
 Ihm zufolge handelt es sich um neuartige Radarstationen aus Bauteilen mit hohem Vorfertigungsgrad. Vier Radarstationen der neuen Generation gehörten bereits zum System des Zentrums für Raketenfrühwarnung, so Solotuchin.   
 Der stellvertretende Verteidigungsminister Russlands, Generaloberst Oleg Ostapenko, hatte zuvor über die Pläne zur Aufstellung von Radaranlagen in den Regionen Krasnojarsk und Altai informiert."

Quelle: Ria Novosti

Natürlich mag einiges davon Säbelrasseln/Propaganda sein, aber die Tendenz ist eindeutig. Russland hat es satt international nur noch Statist zu sein und rüstet sich zu einem ernst zu nehmenden Mitspieler. Die USA und wir Europäer sollten uns überlegen ob wir unter massiver Missachtung der russischen Interessen so weitermachen wollen wie bisher. Ein erneutes Wettrüsten in der Krise werden wir finanziell bestimmt nicht verkraften, aber vielleicht ist sowas ja sogar gewollt und Teil einer Agenda. Ich für meinen Teil will jedenfalls keinen erneuten Kalten Krieg und ich würde auch russische Schachzüge nicht unterschätzen (egal wem sie eigentlich nützen)  - die hatten nämlich schon immer gute Schachspieler...

 

Liebe Grüße

 

Euer Micha

 Quellen:

Ria Novosti -  Reaktion auf US Schild-Russland bringt Raketen auf die Schiene

Ria Novosti - Russland baut neue Radaranlagen  

Stimme Russlands - Vier russische Flotten zu Manövern in Schwarzes- und Mittelmeer ausgelaufen

Ria Novosti - Russlands neue Raketen 2014 bereit

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