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Sonntag, 15. September 2013

Versprecher oder Absicht - Wie kam es zur Wende in der Syrien-Krise?



Bildquelle: Ria Novosti

Vor einer Woche noch standen die Vorzeichen auf Krieg. Assad hat die "Rote Linie" mit einem angeblichen Giftgasangriff bei Damaskus überschritten. Obwohl Großbritannien sich bereits aus dem Kriegstreiben verabschiedete, weil das Unterhaus gegen einen Angriff auf Syrien votierte, schlugen Obama und Hollande weiter die Kriegstrommeln, mit zum Teil haarsträubenden Rechtfertigungen. Ohne Uno-Mandat, ohne Beweise, mit einer getürkten Uno-Untersuchung - in der kein Urheber herausgefunden werden sollte - sollte ohne jede Vernunft zugeschlagen werden. Jeder erwartete einen Angriff innerhalb von wenigen Tagen. Ich berichtete hier.

Doch nun sitzen alle wieder an einem Tisch und reden von einer Chance für Frieden. Was war geschehen?

Der Ausgangspunkt dieser Kehrtwende war eine Pressekonferenz des US Außenministeriums am letzten Montag. In Dieser wurde eine einzige Frage an Außenminister Kerry zum 180 Grad Megaturn in der Syrien-Krise: „Gibt es irgendetwas, womit Assads Regierung einen Angriff noch stoppen könnte?“, hatte die CBS-Journalistin Margaret Brennan ihn gefragt.

„Sicher“, antwortete Kerry: „Er könnte jedes einzelne Stück seiner chemischen Waffen der internationalen Gemeinschaft innerhalb der nächsten Woche übergeben.“
Auch ein schnell hinzu gefügter Nachsatz (Er glaube aber nicht das so etwas überhaupt möglich sei) konnte diesen Ausspruch nicht mehr aus der Welt schaffen.

Das weiße Haus dementierte Kerrys Äußerungen als "rhetorische Bemerkung", also als einen Versprecher, der nicht die offizielle Haltung der US Administration wiedergäbe.

Das eigentlich geniale an dieser Geschichte war die Reaktion der russischen Seite auf diesen "Versprecher". So tönte es umgehend aus Moskau: „Wir fordern die syrische Führung auf, die Chemiewaffen nicht nur unter internationale Kontrolle zu stellen, sondern auch später zu vernichten“, erklärte der russische Außenminister Sergeij Lawrow in einer Blitzartig-einberufenen Pressekonferenz ebenfalls am Montag.

Schnell signalisierte auch Syrien seine Zustimmung zu diesem Plan. Nun arbeiten russische und syrische Verhandlungsdelegationen einen konkreten Fahrplan zur Vernichtung der syrischen Chemiewaffen aus. Eine "russische Lösung" war bereits vor langer Zeit mein Vorschlag, wie Ihr hier lesen könnt. Der schwarze Peter liegt nun wohl bei den USA. Man kann ja wohl kaum vor den Augen der Welt ein Land angreifen das voll kooperiert...oder?! Und richtig - nach und nach ringt sich ein Staat nach dem Andern ein positives Statement ab. Ob allerdings die Aggression nur aufgeschoben statt aufgehoben ist, hängt wohl von der nächsten "ungeheuerlichen Tat" ab  welche man Assad in die Schuhe schieben könnte.

Die interessante Frage allerdings ist...War Kerry´s "Versprecher" nun Einer oder nicht? Sicher beantwortet werden kann das wohl nur von Kerry selbst oder von seinem engsten Umfeld. Selbst an den Reaktionen die folgen werden ist nichts ablesbar. Stürzt er in nächster Zeit,  oder stößt ihm etwas zu, könnte dies sowohl eine Bestrafung für "Dummheit" oder aber Eine für "Absicht" sein. Bleibt er in Amt und Würden, könnte es einflussreicher Schutz oder eine Belohnung sein. Was bleibt ist die Sicht auf das Ganze. Also spekulieren wir mal:

Wäre Obama zur Vernunft gekommen (oder hätte Diese nie verloren), hätte er als "mächtigster Mann der Welt", jederzeit vor die Kameras treten können um Assad mit neuen sensationellen Beweisen (die es zweifellos gibt) zu entlasten. Er hätte der Welt erzählen können, das er dies selbst herausgefunden hat, so hätte er seinen "Heiligenschein" enorm aufpoliert. Hat er aber nicht!

Wäre er als "mächtigster Mann der Welt" aktiv an einem Krieg interessiert, hätte er Kerry sofort fertig gemacht und sein Kriegsfahrplan durchgezogen. Hat er aber auch nicht! Also wie ist seine Reaktion zu deuten? Ich meine wie folgt:

Obama ist nur ein Vorturner, aber nicht wahnsinnig. Seine Auftraggeber (NICHT DAS VOLK, SONDERN EINIGE EINFLUSSREICHE) wollen Krieg um vom Weltfinanzgeschehen abzulenken. Barack will seinen "Bossen" gefallen und spielt das Spiel mit. Er spielt seinen Chefs mit der "Roten Linie" einen Steilpass zu, welche Diesen sofort versenken. Plötzlich ist Krieg mit Syrien greifbar - aber Russland gibt nicht nach - weder militärisch noch argumentativ - im Gegenteil!!!

Die Welt steht nun am Rande einer Katastrophe wenn er weiter macht. Seine Bosse wollen trotzdem weitermachen, er anscheinend aber nicht. Er will zum Schluss nicht der Dumme sein, deshalb holte er sich für sein vorheriges Vorgehen Rückendeckung vom Senat. Das US-Volk will nämlich keinen Krieg, seine Generäle raten ihm auch davon ab und die Verbündeten der Kriegstreiber verdrücken sich heimlich still und leise. Irgendwann könnte er zur Verantwortung gezogen werden. Wie kommt er jetzt aus der Nummer raus ohne seine Karriere und sein Gesicht und/oder seine Gesundheit auf´s Spiel zu setzen?

Obama muss es so machen das seine Gönner ihm nichts nachweisen können, also schickt er seinen Außenminister als Bauernopfer los, der den Russen einen Wink geben soll. Die Russen verstehen dieses Zeichen sofort, sie haben nämlich momentan den besten politischen Rundumblick. Ich meine Kerry hat sich nicht versprochen, ihm wurde dieser Versprecher aufgetragen.

Die gesamte Situation belegt in meinen Augen nur, das andere die Macht wirklich innehaben und dass die angeblich Mächtigen sich mächtig strecken müssen um irgendwie durchzukommen. Ob mich das wirklich beruhigen kann, weiß ich nicht. Immerhin kriegen manche Arsch...... doch nicht alles durch - das allerdings gibt mir Hoffnung!


Liebe Grüße

Euer Micha

Quellen:



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