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Samstag, 6. September 2014

Deutschlands schmaler Grat, oder wie unnütz sind deutsche Waffenlieferungen in den Irak

Milan Waffensystem - Bildquelle Wikipedia


Noch während nur darüber nachgedacht wurde, deutsche Waffen in den Irak zu liefern, bekam ich Bauchschmerzen. Mittlerweile ist es soweit, erstes deutsches Militärgerät ist bereits in den Irak geliefert und auch umfangreiche Waffenlieferungen sollen folgen. Folgende moderne Waffen werden somit in die Hände militanter Kurden gelangen und wenn die Waffenübergabe einmal erfolgt ist, wird keinerlei Kontrolle über diese Waffen mehr möglich sein:

 Über 16.000 Sturmgewehre, 8000 Pistolen, 40 schwere Maschinengewehre, mehrere Hundert Panzerfäuste und sogar 30 hocheffiziente Milan Panzerabwehrsysteme, sowie über 100 Militärfahrzeuge sollen in den Irak geliefert werden - Dazu noch eine unbekannte Anzahl von Sprengfallen, Handgranaten und anderem Explosivzeug. Helme, Ausrüstungen und Mienensuchgeräte runden die deutsche Lieferung an die kurdischen Peschmerga-Milizen ab. Ein Tabubruch in der deutschen Außenpolitik! Dabei sind die Risiken aus folgenden Gründen hoch:

Ein Verlust dieser Waffen an die IS Kämpfer - durchaus möglich.

Einige Kurden könnten sich mit Hilfe dieser Waffen selbst bereichern z.B. durch Überfälle - durchaus möglich.

Weitergabe von Waffen an die kurdische Terrorgruppe PKK - wahrscheinlich!

Einsatz dieser Waffen zur Errichtung eines kurdischen Autonomiegebietes/Staates im Irak - wahrscheinlich!

Einsatz dieser Waffen durch Extremisten gegen den Nato-Partner Türkei - vorstellbar.

Jetzt mag man mir natürlich die Gräueltaten der IS Kämpfer entgegenhalten. Köpfungen, Massenerschießungen, Vergewaltigungen - einfach wilder Mord- und Totschlag an der Zivilbevölkerung, das ist bekanntermaßen ein "Markenzeichen" der IS-Kräfte, die deshalb aufgehalten werden müssen - natürlich mit Waffengewalt. So ist zumindest die Meinung die mir aus den Medien und der Politik entgegen schwappt. Diese sehr oberflächliche Sicht der Dinge wird auch noch von den meisten Menschen auf der Straße bereitwillig nachgeplappert.

Bei allem Schrecken über die aktuellen Gräueltaten des IS darf ich daran erinnern, das genau solche Taten bereits seit 2011 in Syrien an der Tagesordnung waren und sind. Ich berichtete z.B. am 2. Juli 2013 über die Köpfung des syrisch- katholischen- Franziskanerpriesters François Murad - damals noch durch die "guten" Rebellen die westfinanziert den bösen Diktator Assad stürzen sollten. (Bericht hier) Genau diese Kämpfer (in Jordanien und in der Türkei ausgebildet - Bericht hier) bilden das Rückgrat der heutigen IS-Horden. (Erklärung hier) Nur wurden damals in Syrien lediglich massenweise "dumme" Syrer und Christen umgebracht, welche der Weltgemeinschaft offenbar nicht so wichtig waren wie die Jesiden im jetzigen Irak... Aber lasst uns jetzt einmal konstruktiv werden, da ständige Schuldzuweisungen keinen wirklich weiterbringen.

Ich will jetzt einfach mal ignorieren das wir nach Strich und Faden auf heuchlerische weise belogen und getäuscht wurden/werden. Denn nur so kann ich einen anderen Lösungsansatz in dieser Krise formulieren, ohne dass ich vor Wut platze...

Macht den sogenannten IS doch einfach finanziell handlungsunfähig! Kauft diesen Schlächtern kein Öl ab, betreibt keinen Handel mit ihnen, friert ihre Guthaben bei allen Banken ein, überredet (wenn nötig mit Druck) die Gönner der IS-Terrorristen (die Geheimdienste von Katar, Saudi-Arabien usw.) ihre Unterstützung einzustellen, dann hört dieser Spuk von ganz allein auf. Der IS ist nämlich kein Staat und vor allem kein islamischer Staat, sowas würde ein Staatsgebiet und ein Volk erfordern - ein Volk das etwas produziert und Wertschöpfung betreibt um die eigenen "Streitkräfte" mit allem nötigen zu versorgen! Ein Staat braucht eine Struktur, Werte und Institutionen. All das haben die IS Milizen überhaupt nicht! Deshalb ist es aus meiner Sicht viel effektiver den Geldhahn zu verschließen, so verschwindet dieser Haufen still und langsam ohne medialen Pomp von der Bildfläche und das bisschen was sie rauben könnten hilft ihnen auf Dauer auch nicht weiter! Diese Terrororganisation medienwirksam unter einem Bombenteppich zu begraben, würde sie nur zu Märtyrern machen und unzählige radikale Sympathisanten erschaffen, die dann einen verdeckten weltweiten Terrorkrieg starten könnten.

Obwohl Deutschland ein treuer Nato-Vasal ist, so hat es doch einen (mittlerweile) tief verwurzelten demokratischen Kern, den ich sehr schätze. Unser fantastisches Grundgesetz und die ehrliche demokratisch/menschliche Zurückhaltung die die deutsche Außenpolitik oft bis heute auszeichnete, wird langsam durch sogenannte Sachzwänge immer weiter ausgehöhlt. Dabei setzt sich die Großmannssucht immer mehr in die Köpfe unserer Führer. So sind wir gerade auf dem Weg unsere eigenen Prinzipien über Bord zu werfen und tun genau das was Terror nie schaffen sollte - Die Verwandlung einer freiheitlichen und friedlichen Gesellschaft in eine vom Sicherheitswahn verfolgte, kriegsbereite Nation voller Machtambitionen...Ein wirklich schmaler Grat der hier beschritten wird...

Liebe Grüße

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