Mittwoch, 13. Februar 2019

Wo ist die Partei die meine Eltern ihr Leben lang gewählt haben? Die SPD der Niedergang einer Institution!


Meine Eltern haben ihr Leben lang SPD gewählt, eine Partei welche für den kleinen Mann einstand, zumindest bis zur unseligen Agenda 2010. Auch für mich war die SPD immer eine enorm wichtige politische Größe in Deutschland. Sie war für mich nicht zuletzt durch ihre Gewerkschaftsnähe ein Gegengewicht zum Großkapital und ein Friedensstifter (siehe deutsche Ostpolitik unter Willy Brandt) bis sie 1998 mit den Grünen koalierte – damit schienen alle Dämme zu brechen. Zuerst bombten ab dem 24 März 1999 deutsche Tornados in Zusammenarbeit mit ihren westlichen Verbündeten die Bundesrepublik Jugoslawien zurück in die Steinzeit. Dann kam 2003 – 2005 die Agenda 2010 mit dem Abbau des Sozialstaates und andern bekannten Spätfolgen dazu. Der Nato-Krieg gegen Jugoslawien begann im übrigen wegen eines Vorfalls am 28 Februar nahe dem kosovarischen Dorf Likoshan. Dort wurde von der damaligen Terrorgruppe UCK eine serbische Polizei-Patrouille angegriffen, als Vergeltungsaktion töteten serbische Polizisten 10 willkürlich ausgesuchte Männer aus der Umgebung von Likoshan.

Diese Aktionen nahm der Westen zum Anlass einen völkerrechtswidrigen Krieg gegen Serbien zu beginnen. In dem Nato Bombenhagel der 31.520 Luftangriffe starben fast 14.000 Menschen, ca. 10.000 von ihnen serbische Soldaten. Etwa 850.000 Menschen wurden obdachlos und flüchteten vor den Nato-Bomben. Bei diesen Angriffen wurde auch tonnenweise Uranmunition von der Nato verschossen, diese löste eine beispiellose Leukämiewelle unter der Zivilbevölkerung Serbiens und des Kosovos aus, hunderttausende waren und sind betroffen. Auch deutsche Soldaten welche als KFOR-Befriedungseinheiten in den Kosovo einmarschierten, erkrankten reihenweise an Leukämie, Soldaten britischer und US amerikanischer Einheiten ebenso. Jeder vierte der eingesetzten Soldaten wurde krank - Das Balkansyndrom war geboren. Uran hat eine Halbwertzeit von 4,5 Milliarden Jahren und der Nanostaub dieser sogenannten DU Munition wird auf Jahrtausende manche Landstriche auf dem Balkan unbewohnbar machen. Gestern, heute und in Zukunft werden jeden Tag Menschen dort an den Spätfolgen unseres „humanitären“ Einsatzes sterben!

Warum erzähle ich Euch das? Weil die SPD fast einstimmig zusammen mit den Grünen diesen Krieg ohne UNO Mandat befürwortete und damit eine deutsche Beteiligung auslöste. Einzig relevanter Widerspruch im Bundestag kam von der damaligen PDS und vom Rechtsausschuss, welcher keine rechtliche Grundlage für den geplanten Einsatz sah. Ab diesem Moment war die SPD nicht mehr die gleiche.

Später sollte sich dieser Eindruck auch im Bereich Arbeit und Soziales bestätigen. Die SPD Frontmänner und -Frauen gefielen sich seither immer mehr in der Rolle der Sozialbasher, hier ein paar Beispiele aus der „Zeit“:

Der damalige SPD-Bundesvorsitzende Kurt Beck laut Wiesbadener Tagblatt zu einem Arbeitslosen bei einem Wahlkampftermin im Dezember 2006:
"Wenn Sie sich waschen und rasieren, finden Sie auch einen Job."
Der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) im April 2001 in der Bild -Zeitung:
"Wer arbeiten kann, aber nicht will, der kann nicht mit Solidarität rechnen. Es gibt kein Recht auf Faulheit in unserer Gesellschaft!"
Der damalige Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) im Februar 2008 in der N24-Sendung Links-Rechts über soziale Probleme, die sich aus der Arbeitslosigkeit ergeben:
"Ehe jetzt einer im 20. Stock sitzt und den ganzen Tag nur fernsieht, bin ich schon fast erleichtert, wenn er ein bisschen schwarz arbeitet."
 
Dumme Sprüche und Harz 4 für die Abgehängten. Versteuerung der Renten für die Altgedienten. Liberalisierung der Finanzmärkte und Reduzierung des Spitzensteuersatz für die Anführer der Nahrungskette. Die SPD umschiffte großräumig eine eigene soziale Wirtschaftspolitik und predigte lediglich einen Neoliberalismus leichterer Gangart um nicht aufzufallen. Irgendwie werde ich auch das Gefühl nicht los das sich die SPD nicht mehr auf die echten politischen Kämpfe mit dem Kapital einlassen will. Anstatt sich in die Wirtschaftspolitik einzuarbeiten um durch Kompetenz zu überzeugen, moralisiert sie und belehrt ihre Stammklientel mit den „Weisheiten“ der EZB sowie des Kapitalmarktes und in moralischen Fragen folgt sie blind der Grünen Agenda. Das sehen einige junge SPD Politiker wie Nils Heisterhagen (im Interview mit dem „Standard“) zum Glück ähnlich….:

Ich sage aber ganz klar: Seit den 1990er-Jahren hat man die handfeste, materialistische Politik schleifen lassen und sich wirtschaftspolitisch mit den Neoliberalen verbündet. Die Wirtschaftsprogramme der Linken waren bestenfalls ein "Neoliberalismus light". Dass man sich dermaßen auf den unregulierten Markt verlassen hat und sich nicht mehr getraut hat, den Kapitalismus einzudämmen, war eine Katastrophe. Und ich behaupte eben, dass der Grund dafür ein einseitiger Fokus auf identitätspolitische Themen war. Ohne geisteswissenschaftliches Studium kann man gar nicht verstehen, worüber da oft diskutiert wurde. Kein Wunder, dass sich viele Menschen von der Linken entfremdet fühlen.“

Treffer und versenkt!!!

Heisterhagen weiter zur Migrationspolitik….

Viele Leute aus den unteren Mittelschichten wählen jetzt rechts, obwohl sie in Wirtschaftsfragen eigentlich links sind. Jedenfalls aber keine Neoliberalen. Nur können sie mit der linksliberalen Feier der kulturellen Diversität nichts anfangen und wählen darum die Rechtspopulisten. Für diese Menschen braucht es eine Alternative. Kurz gefasst: Bei ökonomischen Themen einen Ruck nach links, in Migrationsfragen sollte man sich eher nach rechts bewegen.“ -

Ebenfalls den Nagel auf den Kopf getroffen!

Solche Leute wie Herrn Heisterhagen braucht die SPD, eine Sahra Wagenknecht wäre ebenfalls in solch einer neuen SPD gut aufgehoben, aber um wirklich glaubwürdig zu sein müssten noch Köpfe wie Nahles, Maas, Gabriel, Scholz und Co in hohem Bogen aus der SPD fliegen, nur so könnte ein Neuanfang der SPD aussehen der nachhaltig wäre. Die neuerlichen SPD Geschenke an die „Unterschicht“ und die Rentner sind ein guter Anfang, aber sie werden den Fall der SPD lediglich verlangsamen und nicht stoppen, geschweige denn die Partei zu alter Stärke führen. Ohne die alten Zöpfe allerdings und mit frischen Gesichtern wie Heisterhagen, sowie dem oben genannten Richtungswechsel, welcher auch eine Entspannungspolitik zu Russland mit einbezöge, könnte es gelingen die SPD zu retten. Mit solch einem bürgernahen Programm könnten auch meine mittlerweile verstorbenen Eltern wieder ihren Frieden mit der SPD machen – damit wäre eine Institution der deutschen Demokratie gerettet….sie würde es verdienen!

Liebe Grüße Genossinnen und Genossen

Euer Micha


Quellen:


Die Zeit - Harz 4 Zitate


Sonntag, 27. Januar 2019

Aktueller Passwort Leak: Insgesamt 2,2 Milliarden Konten betroffen!

Nach dem Hype um die gesammelten Promidaten hat es nun das gemeine User-Fußvolk erwischt. Zuerst tauchte die so genannte Collection #1 in einschlägigen Internetforen auf, dazu kamen dann in diesem Monat aktuell Collection #2 bis 5#. Die abgegriffenen Daten haben einen Umfang von ca. 600 GByte und beinhalten User Daten, Email-Adressen und Passwörter. Nach Erkenntnissen des Hasso-Plattner-Instituts sind nun durch die Collections #1 bis #5 rund 2,2 Milliarden Mail-Adressen und die dazugehörigen Passwörter (teils in Klartext) im Netz verfügbar. Dabei spielt die Stärke eines Passwortes keinerlei Rolle, da die E-Mail- und Passwort Daten zusammen im Paket von Providern, Handelsplattformen oder von Accounts mancher Softwareanbieter (wie beispielsweise von Addobe) gestohlen wurden. Hier liegt also ein Versagen der jeweiligen Dienstanbieter und nicht der User vor.

Auch ich bin in dieser Sache betroffen. Da ich recht stabile Passwörter nutze ändere ich diese nicht wirklich oft, deshalb waren auch einige Accounts von mir samt Passwörtern in Umlauf. Bei meinen Familienmitgliedern sah die Sache schon anders aus, da vor allem die Kid`s alle Nase lang Ihre E-Mail Adressen und Passwörter dazu ändern war kein Treffer in der Datenbank zu finden, sie waren also save. Was uns zu dem Thema bringt welches einen in so einer Situation nun als erstes umtreibt. Wie kontrolliere ich ich ob meine Daten betroffen sind? Ich habe für meinen Teil aus einem Artikel von Heise Online erfahren wie man überprüfen kann ob man betroffen ist. Und zwar kann man auf der Seite des Hasso-Plattner-Instituts seine E-Mail Adresse eingeben, sollten dann Daten zu Eurer Adresse in den gestohlenen Datensätzen sein, bekommt Ihr innerhalb kürzester Zeit eine übersichtliche Mail in Tabellenform, aus welcher Ihr ersehen könnt ob und in welchem Umfang Ihr betroffen seid. Das Ganze sieht dann etwa so aus: (Foto meines Selbstchecks)


Hier der Link zum Identity Leak Checker in dem Ihr einfach Eure E-Mail Adresse eintragen könnt um Klarheit zu bekommen. Solltet Ihr nicht betroffen sein so bekommt Ihr in diesem Fall selbstverständlich auch eine Mitteilung per Mail. Es gibt mittlerweile auch die Möglichkeit seine Passwörter diesbezüglich checken zu lassen, allerdings sträuben sich mir die Nackenhaare wenn ich Passwörter fremden überlassen bzw. übermitteln soll. Aus diesem Grund werde ich hier keinerlei Tipps diesbezüglich geben, da ich nur absolut sichere Empfehlungen ausspreche! Abgesehen davon reicht ein Blick auf die oben gezeigte Tabelle ob und welcher Handlungsbedarf besteht. Wenn Eure Passwörter aktueller sind als die Daten in der Rubrik „Datum“ besteht kein Handlungsbedarf, sollten Eure Passwörter allerdings älter oder gleich alt sein und auch noch mehrfach verwendet, dann solltet ihr unbedingt Eure Passwörter ändern. Ich für meinen Teil habe bei allen wichtigen Konten meine Passwörter geändert. Ich hoffe Euch eine kleine Hilfe in Sachen Datensicherheit gegeben zu haben. Allerdings ist es schade das beim HPI Service so wenig Dienste im Klartext auftauchen, so hätte man lediglich betroffene Passwörter ändern können, so ist man bei Handlungsbedarf dazu gezwungen nahezu alle Passwörter zu tauschen um auf Nummer Sicher zu gehen.

Liebe Grüße 

Euer Micha

Montag, 24. Dezember 2018

Frohe Weihnachten!



Nach aufregenden und arbeitsreichen Monaten freue ich mich auf eine friedliche und erholsame Zeit, voller stiller Momente und heimeliger Gemütlichkeit. Ich wünsche Euch, dass Ihr die Feiertage ebenfalls ausgiebig genießen und voller Elan in das Neue Jahr starten könnt! Lasst Euch herzlich beschenken und bleibt gesund und munter!

Das Geheimnis der Weihnacht besteht übrigens darin, dass wir auf unserer Suche nach dem Großen und Außerordentlichen auf das Unscheinbare und Kleine hingewiesen werden. Achtet darauf und vergesst nicht, das weniger oft mehr sein kann. Schenkt somit Freude und keine Unmengen.

Euch Allen eine frohes, gesundes und besinnliches Weihnachtsfest und einen tollen Jahreswechsel.

Liebe Grüße

Euer Micha

Montag, 10. Dezember 2018

Nachlese der Gelbwesten-Proteste von diesem WE


 Die Strategie der Einschüchterung hat vorerst gewirkt. Panzerwagen in den Innenstädten und zehntausende schwer bewaffnete Polizisten verfehlten ihre Wirkung nicht. Es gab 1723 Festnahmen davon allein über tausend in Paris. Wesentlich mehr als an den vorangegangenen Wochenenden, am Wochenende zu Beginn Dezember wurden beispielsweise lediglich 412 Personen verhaftet. Eigentlich ein Sieg für die Staatsmacht, allerdings wenn sich ohne Organisation, Führung und Finanzierung mal eben schlappe 140.000 Franzosen auf die Straßen begeben und den Staat herausfordern, kann sich Macron ausrechnen wie stark diese Bewegung in Frankreich wirklich ist. Auf den Straßen war nämlich nur der "harte Kern", im stillen dürfte aber die Zahl derer welche die Forderungen der Gelbwesten unterstützen in die Millionen gehen! Und die Forderungen haben es in sich, es geht nun im Kern um nicht weniger als um die Schaffung einer direkten und bürgernahen Demokratie, da die Franzosen der Meinung sind nicht mehr von ihrer Regierung vertreten zu werden.

Hier mal ein Auszug der Kernforderung:

"Volksentscheide sind in die Verfassung aufzunehmen. Schaffung einer lesbaren und effizienten Website, überwacht durch ein unabhängiges Kontrollorgan, auf der Menschen Gesetzesvorschläge einbringen können. Wenn ein solcher Vorschlag 700.000 Unterschriften erhält, ist er von der Nationalversammlung zu diskutieren, zu ergänzen und gegebenenfalls mit Änderungsvorschlägen zu versehen. Die Nationalversammlung ist zu verpflichten, ihn – ein Jahr nach dem Stichtag der Erlangung der 700.000 Unterschriften – der Gesamtheit der Franzosen zur Abstimmung vorzulegen."

Wow, durchaus mutig diese Forderung aber in jedem Fall technisch sowie praktisch umsetzbar und moralisch vollkommen richtig. Leider wird die französische Regierung mit allen Mittel versuchen solch ein Szenario zu verhindern, da dies das Ende der repräsentativen Demokratie zugunsten einer direkten Bürgerdemokratie bedeuten würde.
Wenn sich der Gelbwestenprotest nun aber organisiert und zu einer politischen Bewegung oder gar Partei wird, genau wie einst die stark geförderte Bewegung Macrones und diese den Shitstorm der Medien überlebt welcher über sie hereinbrechen wird, dann reden wir von einem Paradigmenwechsel in historischem Ausmaß. Lasst also nicht locker liebe Franzosen und versucht Eure richtigen Forderungen politisch durchzusetzen, damit auch der deutsche Michel sieht das etwas vom Volk selbst verändert werden kann. Leider hat dieses ein Teil unserer Republik bereits vergessen und beschimpft den anderen Teil weil er dies nicht vergessen hat - wie könnte er auch!!!

Liebe Grüße

Euer Micha