Sonntag, 28. April 2019

Wenn‘s scheiße läuft, dann richtig! - Dortmund vs. Schalke


Samstag 15:30 Uhr und Dortmund gegen Schalke bei der ARD, das war schon etwas besonderes. Kurz entschlossen warf ich die Glotze an und ich als Schalker sowie mein BVB affiner Stiefsohn Kevin harrten bei Bier und Chips der kommenden Ereignisse. Es sollte ein unterhaltsamer Nachmittag werden, auch wenn die Tabellensituation eigentlich etwas anderes aussagt.

Nach dem Anpfiff war Schalke ein paar Minuten lang bemüht aus einer kompakten Defensive Sicherheit auszustrahlen um dann mit gezielten Nadelstichen dem BVB den Schneid abzukaufen, aber zunächst kam es anders. Der quirlige Sancho brachte mit einem Zucker-Pass auf Mario Götzes Kopf den BVB verdient in der 14. Minute mit 1:0 in Führung. Das war aber mal eine kalte Dusche für mich, allerdings wusste ich aus Erfahrung das dieses dem Mutter aller Derbys den richtigen Kick verpassen würde, lehnte mich in freudiger Erwartung zurück und wurde nicht enttäuscht!

Drei Minuten später Gedränge im Dortmunder Strafraum, die Situation ist unübersichtlich aber schien letztendlich geklärt, plötzlich unterbricht Schiedsrichter Felix Zwayer das Spiel und läuft zum Spielfeldrand. Auf dem Bildschirm des Videobeweises sieht man wie Julian Weigl einen Schuss von Embolo aus sehr kurzer Entfernung (ca. 30-40 cm) mit der Hand abgeblockt. Eigentlich ein Handspiel, aber wo sollte Weigl mit seiner Hand/Arm denn hin?! Er wurde quasi aus nächster Nähe angeschossen und hatte keine Chance den Arm noch wegzuziehen. Zwayer zeigte trotzdem auf den Elfmeterpunkt. Ein riesen Aufreger, aber Regelkonform, trotzdem sollte man sich wegen der Regelauslegung noch mal zusammensetzten, denn sonst geht der eigentliche Sinn des Regelwerkes komplett verloren! Eine echt blöde Situation für den BVB und als der Ball dann von Daniel Caligiuri in der 18. Spielminute locker und lässig versenkt wurde jubelte ich NICHT, ja ich empfand sogar Mitleid. So sollte ein dermaßen wichtiger Ausgleich nicht fallen. Zumal ich als Schalker lieber den BVB als Meister sehen würde - Bayern-Meisterschaften gab es ja schon bei weitem genug!

Sei es drum…: „Manchmal sitzt einem das Hemd halt näher als die Hose.“

Und das Drama nahm seinen weiteren Verlauf. Standardsituation vor dem Dortmunder Tor. Eckball. Sane köpft nach einem guten Eckball von Caligiuri in der 28. Minute zur 1:2 Führung für Schalke ein. Unglaublich, wie aus dem Lehrbuch! Sollte der S04 seine alte Stärke bei Standardsituationen wiedererlangt haben?! Dortmund drängte nun aber zuerst mit Vehemenz auf den Ausgleich – leider vergeblich, denn Schalke steht gut und rettet sich mit der 1:2 Führung in die Kabine. Halbzeit!

Beide Mannschaften beginnen zunächst unverändert, Dortmund drückt und Schalke steht tief - das machten die Knappen allerdings ganz gut. Man konnte wirklich die Handschrift von Huub Stevens im neuen Schalker Spiel erkennen. Aber warum ausgerechnet jetzt gegen Dortmund, wo Schalke vorher doch rein gar nichts auf die Kette bekam? Noch während ich das dachte rannte Serdar im späten Mittelfeld auf den Dortmunder Strafraum zu….Reus kommt zu spät und grätscht dem Schalker von hinten in die Beine. Zugegeben, ein sehr rüdes Foul aber als der Schiri zur Arschkarte griff entgleisten nicht nur Kevin die Gesichtszüge. Reus kassierte sofort Rot….kann man geben, muß man aber nicht! Ich meine eine gelbe Karte hätte hier vollkommen ausgereicht! Den anschließenden Freistoß hämmerte Caligiuri dermaßen präzise in den Winkel das nicht mal jeweils ne Handbreite zwischen Pfosten, Latte und Ball gepasst hätte. Keeper Bürki war, obwohl in der richtigen Ecke, völlig chancenlos! 62. Minute 1:3 für Schalke!!! Ja, die Standards waren bei Schalke wieder da und hatten Vernichtungspotenzial, aber trotzdem tat mir jedes Schalke-Tor ein bisschen weh…

Weiterhin überschlugen sich die Ereignisse. Ohne jede Chance an den Ball zu kommen wird Serdar erneut von hinten umgetreten. Diesmal richtig fies! Dortmunds Wolf flog völlig zu recht mit „dunkelrot“ vom Platz. Nun hätte ich erwartet das Schalke Dortmund komplett platt macht, aber das Gegenteil war der Fall. Die Knappen schoben sich in bester provokanter Bayernart die Bälle zu und schauten mit zwei Mann mehr auf dem Platz zu wie Dortmund die Zeit unter den Nägeln brannte, das war schon ein bisschen gemein, andere mögen es als clever ansehen. Aber dann kam die 84. Minute. Witsel schob nach einer starken Kombination den Ball zum 2:3 ein – Dortmund war wieder da! (vollkommen zu recht wie ich meine) Das Stadion verwandelte sich zum Hexenkessel, die Luft brannte und Dortmund rannte um sein „Leben“! Die Spannung war mit Händen greifbar. Schalke war fast schon überfordert. Dann die direkte Antwort auf Dortmunds offenes Visir, Embolo nagelt den Ball ins rechte untere Eck und versenkt endgültig die Hoffnungen der tapfer anrennenden Borussen. 2:4 für Schalke in der 86 Minute! Was für ein irres Spiel in das sich leider noch die vollkommen unnützen „Blutgrätschen" der Schalker Mascarell und Rudy einschlichen. Beide sahen jeweils nur gelb. Eine rote Karte wäre hier mindestens angemessen gewesen!!! Aber auch das hätte den Ausgang des Spiels nicht mehr groß verändert.

Farzit;

Schalke vor der Relegation gerettet, Dortmunds Meisterschaftsträume ausgeträumt!
Hätte Dortmund am Anfang des Monats auf diese Art gegen Bayern verloren wäre das genau so in Ordnung gegangen wie diese Niederlage gestern, allerdings war die Leistung der Borussen in München der wirkliche Genickbruch. Was ich damit sagen will ist, das Dortmund die Meisterschaft in München verloren hat, wo sich der BVB ohne Gegenwehr hat abschlachten lassen. Gegen den schalker Erzrivalen sind dem BVB einfach nur die Nerven durchgegangen und die Knappen spielten ausnahmsweise so abgewichst wie die Bayern sonst. Komisch ist nur das sich parallel auch noch die gestrige Schiedsrichterleistung so anfühlte als hätte Dortmund gegen die Bayern gespielt. Denn die war echt grenzwertig und technokratisch, ohne jedes Fingerspitzengefühl und fast schon gegen den BVB gerichtet. Die Dortmunder mussten beinahe das Gefühl haben in kurzem Abstand ein zweites mal gegen die Bayern angetreten zu sein, kein Wunder das die armen Borussen etwas verwirrt waren….

Wenn‘s scheiße läuft, dann aber richtig!

Trotzdem Kopf hoch und Glück auf Jungs!

Euer Micha

Donnerstag, 18. April 2019

Es war einmal der freie Westen!



Es gab Zeiten da brachten sich Whistelblower und verfolgte Oppositionelle aus allen Diktaturen der Welt bei uns in der westlichen Hemisphäre in Sicherheit. Heute bangen solche mutigen Menschen in den westlich geprägten Ländern um ihre Freiheit oder Sicherheit und flüchten in andere Länder. Lehnt man sich beispielsweise gegen das sinnlose Schlachten von Walen oder Haifischen auf, werden zweifelhafte „Haftbefehle“ von korrupten Bananenrepubliken beispielsweise aus Costa Rica in DE vollsteckt, wie im Fall von Paul Watson. Als Wahlversprechen einlöst werden sollten, wie beim gewählten katalanischen Regierungschef Puitgemont, welcher seinen Wählern die Unabhängigkeit versprach, wurde kurzerhand die gesamte Regierung durch die spanische Polizei verhaftet – Puitgemont selber wurde von der deutschen Polizei gefasst. 

Edward Snowden brachte die ansatzlose, illegale Totalüberwachung unserer gesamten Kommunikation durch die westlichen Geheimdienste ans Licht – Ergebnis: Flucht um die halbe Welt um anschließend in Russland Asyl zu bekommen. Bringst Du Kriegsverbrechen der USA an die Öffentlichkeit und hilfst deinem Informanten während des Zugriffs auf die Beweise relativ anonym zu bleiben, also nichts anderes was ein guter Journalist oder ein Ermittler tun würde um seinen Zeugen zu schützen, wird man zu einem der meist gesuchten Männer der Welt!!!!! Dieses geschah nämlich Julian Assange.

Ja, richtig gelesen! Assange hat kein Passwort der US Militärs geknackt, er hat lediglich versucht die Anonymität seiner Informantin Chelsea Manning (zum „Tatzeitpunkt“ angehöriger der US Armee mit Namen Bradley Manning - männlich) während der Beweisbeschaffung zu sichern! Es ging lediglich um die Änderung des Usernamens damit Mannig nicht sofort aufflog! In den Medien wird fälschlicherweise aber immer wieder behauptet Assange hätte ein Passwort geknackt um an die skandalösen Datensätze (bekannt unter dem Namen „Collateral murder“) zu gelangen.  Unter anderem ist in diesem Material zu sehen wie US-Piloten grölend und feixend Zivilisten in Stücke schießen, ja sogar auf zur Hilfe eilende Ersthelfer feuern. 

Diese und viele andere Verbrechen brachten Assange und Wikileaks ans Licht, dafür wurde er zur Unperson. Oder glaubt Ihr allen Ernstes das Assange wegen der angeblichen Vergewaltigung in Schweden oder wegen des Verstoßes gegen die gerichtlichen Auflagen in GB 7 Jahre lang in der ecuadorianischen Botschaft in London von der britischen Polizei belagert wurde?! Das Assange ein besonderer Fall ist erkennt man schon daran das er im Moment im Belmarsh Gefängnis einsitzt. Belmarsh ist ein Kategorie A Knast also das Hochsicherheitsgefängnis schlechthin für Schwerstverbrecher und Terroristen!

Jetzt hat der neue, unter Korruptionsverdacht stehende, Präsident Ecuadors das Asylrecht, welches Assange von Ex-Präsident Rafael Correa erhielt, aufgehoben und Assange konnte verhaftet werden. Und kaum war Assange in Gewahrsam der britischen Behörden lag auch schon prompt der US Auslieferungsantrag auf dem Tisch - Natürlich bestens rechtlich getarnt. Die in der US-Anklageschrift aufgeführten „Sachverhalte“ rechtfertigen höchstens 5 Jahre Haft, theoretisch könnte man bei so einer moderaten angedrohten Strafe den Häftling nach rechtsstaatlichen Kriterien durchaus ausliefern…theoretisch – aber wie sähe es praktisch aus? 

Wenn Assange einmal in den USA wäre, würde er genau wie seine Informantin Chelsea Manning mindestens 35 Jahre kassieren, in dem man einen Berg von Zusatzanklagepunkten aufstellen wird. Es würden plötzlich von Geheimnisverrat bis zur Spionage Haftstrafen von 30 Jahren plus X oder gar die Todesstrafe im Raum stehen. Und all das weil er/sie einfach nur die Wahrheit gesagt hat und die „Frecheit“ besaß diese auch noch zu beweisen und an dritte weiterzugeben!

Liebe Journalisten, normarlerweise sollte Euch der Arsch auf Grundeis gehen, denn sollte Assange ausgeliefert und verurteilt werden, entsteht ein bedrohlicher  Präzedenzfall. Julian Assange ist australischer Staatsbürger und er befand sich zum Zeitpunkt der vorgeworfenen Taten NICHT in den USA und trotzdem maßt sich die US-Justiz an einen Auslieferungsantrag ihn betreffend zu stellen. 

Also ich fasse jetzt mal das entstehende journalistische Dilemma zusammen: 

Verwertet irgendein Journalist auf der Welt mehr oder weniger geheime US-Informationen um einen Skandal aufzudecken (was bis jetzt sein gutes Recht ist, da Journalisten eigentlich durch den US-Verfassungszusatz der Pressefreiheit geschützt sind) könnte die US-Justiz einen Haft- bzw. Auslieferungsantrag stellen, gleichgültig welcher Nationalität der Angeklagte ist. Sobald man dem armen Kerl dann den Status als Journalist aberkannt hat (Im Falle von Assange hat man die Enthüllungsplattform Wikileaks kurzer Hand zu einem fremden Geheimdienst erklärt) kann es losgehen. Nach einer Auslieferung wird der missliebige Mensch dann mit einem Anklageberg überschüttet und wegen Peanuts für Jahrzehnte weg gesperrt! 

Diese Drohkulisse wird für einen (die westliche Welt betreffenden) selbst verordneten journalistischen Maulkorb wohl ausreichen. Kaum ein Pressevertreter wird es mehr wagen investigativ heiße Eisen anzufassen – besonders keine heißen US Eisen! Und Blogger müssten sich erst recht vorsehen! Die einzige Rettung wäre diesen Präzedenzfall zu verhindern und Assange als das zu behandeln was er ist – als mutigen Investigativ-Journalisten der geschützt wird durch die Presse und Redefreiheit. Leider vermute ich das die Rachegelüste diverser Machtmenschen dieses zu verhindern wissen.

In grauer Vorzeit wie heute gilt also vermutlich:

„Viele, die ihrer Zeit vorausgeeilt waren und die Wahrheit erkannten, mußten auf sie in sehr unbequemen Unterkünften warten.“

Willkommen im neuen West-Unrechtsblock welcher einst als „Freier Westen“ bekannt war!

Beste Grüße und trotzdem ein Frohes Osterfest

Euer Micha

Mittwoch, 20. März 2019

Wer die Wahrheit sagt braucht ein schnelles Pferd – Oder, wie man sich trotz Gegenwind durchsetzt!


Es war einer der vielen verregneten Tage in diesem März, als ich von meinem Arbeitsplatz aus auf die Viktoriastraße schaute. Mitten in der sich vorbei wälzenden Blechlawine fiel mir ein Sattelzug mit Kipphänger auf. Auf besagtem Kipphänger stand jener Spruch welcher den ersten Teil meiner Artikel-Überschrift bildet. Unwillkürlich musste ich lächeln, denn diesem Ausspruch wohnt ein ziemlich großer Wahrheitsgehalt inne. Da ich schon mehrfach Kippauflieger mit solchen und anderen treffenden Sprüchen gesehen hatte, reifte in mir der Entschluss festzustellen wer hinter diesen Aktionen steckt. Nach Feierabend warf ich also meinen PC an und nach wenigen Minuten Recherche stieß ich auf die Spedition Stegemöller aus Kamen welche diese beklebten Hänger fährt.
Nun wollte ich natürlich die Geschichte dahinter hören und ich rief kurzerhand bei der Spedition an um einen Termin für ein Gespräch zu bekommen. Überraschender Weise ging dann alles ganz schnell…

Am Samstag saß ich dann schon im Büro des Firmen-Chefs Rudi Stegemöller. Bevor ich mich versah hatte ich schon eine Tasse Kaffee vor mir und die erste Frage die mir einfiel war:

Wie hat das alles angefangen?


Rudi Stegemöller nach kurzem nachdenken: „Vor einigen Jahren sah ich in der Zeitung eine Anzeige des Vereins „Innocence in danger“. Der Verein tritt weltweit gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und gegen die Verbreitung von Kinderpornografie an. Am nächsten Tag rief ich dort an, da ich die Idee hatte für das Anliegen des Vereins Werbung zu fahren – natürlich kostenfrei. Es war ein großer Erfolg und so entstanden eigentlich die Aktionen“

Große Bekanntheit erlangten auch Ihre Beschriftungs-Aktionen gegen den Ausgang des Falls von Sebastian Edathy.

Stegemöller: „Ja, in der Tat! Wir hatten das Gefühl das dabei die juristische Verhältnismäßigkeit aus dem Gleichgewicht gekommen ist. Da lädt ein Politiker solches Zeug aus dem Netz und kann sich ohne Vorstrafe mit 5000 Euro frei kaufen. Mit der Aktion hatten wir wenigstens das Gefühl nicht alles tatenlos hinnehmen zu müssen“ , so Stegemöller weiter.

Bei den Kinderschutzaktiviäten ist der Zuspruch sicherlich groß. Mittlerweile gibt es aber auch einige politisch deutbare Meinungen auf Ihren LKW Aufliegern. Wie sind die Reaktionen eigentlich darauf?

Stegemöller runzelt die Stirn: "Auf den Baustellen heben die Leute die Daumen wenn wir auf den Platz fahren und im Internet erleben wir ebenfalls meistens Zuspruch. Es gibt aber auch Fälle von völlig unsachlichen Vorwürfen. Da wird einfach etwas herausgelesen und konstruiert was da überhaupt nicht hingehört. Allerdings ist das noch nicht das schlimmste."

Wie meinen Sie das?

Stegemöller: „Es gibt Konzerne und große Firmen die Druck auf unsere Auftraggeber ausüben um uns von Aufträgen auszuschließen wenn wir unsere Beklebungen nicht entfernen!“

Im Ernst?! Soweit ich sehen konnte sind die Beklebungen zwar manchmal bissig oder patriotisch angehaucht, aber in keinster Art und Weise extrem. Und wie haben Sie reagiert?

Stegemöller: „Es war schon ziemlich befremdlich von „Partnern“ derart angegangen zu werden, allerdings lasse ich mich nicht verbiegen. Ich könnte mich im Spiegel nicht mehr ansehen wenn ich und meine Tochter mit den Beschriftungen aufgehört hätten, es gibt doch schon genug Umfaller, da muß ich das nicht auch noch. Zu einigen hartnäckigeren Vertretern schicke ich allerdings neutralere LKW, von denen habe ich ja auch genug. Als Unternehmer hat man schließlich auch Verantwortung für seine Arbeitnehmer, da ist der eine oder andere Kompromiss schon angebracht.“

Nach dem Interview lud mich der Chef zum Frühstück mit seinen Mitarbeitern ein. Übrigens eine bunte internationale Truppe, welche mit ihrem Chef offensichtlich sehr gut zurecht kommt. Die Laune beim Frühstück war freundschaftlich locker und nach dem Selben positionierte ein Mitarbeiter die LKW samt Beschriftungen (von moralisch über patriotisch zu kommerziell) für meine Fotos - Siehe hier:



Für mich ist die Firma Stegemöller ein Beispiel wie man in dieser Gesellschaft seinen Kopf hochhalten und sich trotzdem finanziell behaupten kann ohne anderen in den Allerwertesten zu kriechen. Wer seine ausländischen und natürlich auch die deutschen Mitarbeiter wie Familienmitglieder behandelt, auf Hasskommentare aus dem Internet mit Artikeln aus dem Grundgesetz kontert und derart aufgeschlossen auf seine Mitmenschen zugeht, der ist für mich Lichtjahre von jeder rechten Schublade entfernt, in die ihn einzelne wohl gerne stecken würden. Und auch wenn Stegemöllers viel Wahrheit auf die Straßen bringen, ein schnelles Pferd brauchen sie deshalb Gott sei dank noch nicht. Erstens weil sie wehrhaft genug sind und zweitens, weil das Grundgesetz immer noch die Meinungsfreiheit garantiert, auch wenn das einigen hier im Lande anscheinend nicht gefällt.


Beste Grüße Euer

Micha

Mittwoch, 13. Februar 2019

Wo ist die Partei die meine Eltern ihr Leben lang gewählt haben? Die SPD der Niedergang einer Institution!


Meine Eltern haben ihr Leben lang SPD gewählt, eine Partei welche für den kleinen Mann einstand, zumindest bis zur unseligen Agenda 2010. Auch für mich war die SPD immer eine enorm wichtige politische Größe in Deutschland. Sie war für mich nicht zuletzt durch ihre Gewerkschaftsnähe ein Gegengewicht zum Großkapital und ein Friedensstifter (siehe deutsche Ostpolitik unter Willy Brandt) bis sie 1998 mit den Grünen koalierte – damit schienen alle Dämme zu brechen. Zuerst bombten ab dem 24 März 1999 deutsche Tornados in Zusammenarbeit mit ihren westlichen Verbündeten die Bundesrepublik Jugoslawien zurück in die Steinzeit. Dann kam 2003 – 2005 die Agenda 2010 mit dem Abbau des Sozialstaates und andern bekannten Spätfolgen dazu. Der Nato-Krieg gegen Jugoslawien begann im übrigen wegen eines Vorfalls am 28 Februar nahe dem kosovarischen Dorf Likoshan. Dort wurde von der damaligen Terrorgruppe UCK eine serbische Polizei-Patrouille angegriffen, als Vergeltungsaktion töteten serbische Polizisten 10 willkürlich ausgesuchte Männer aus der Umgebung von Likoshan.

Diese Aktionen nahm der Westen zum Anlass einen völkerrechtswidrigen Krieg gegen Serbien zu beginnen. In dem Nato Bombenhagel der 31.520 Luftangriffe starben fast 14.000 Menschen, ca. 10.000 von ihnen serbische Soldaten. Etwa 850.000 Menschen wurden obdachlos und flüchteten vor den Nato-Bomben. Bei diesen Angriffen wurde auch tonnenweise Uranmunition von der Nato verschossen, diese löste eine beispiellose Leukämiewelle unter der Zivilbevölkerung Serbiens und des Kosovos aus, hunderttausende waren und sind betroffen. Auch deutsche Soldaten welche als KFOR-Befriedungseinheiten in den Kosovo einmarschierten, erkrankten reihenweise an Leukämie, Soldaten britischer und US amerikanischer Einheiten ebenso. Jeder vierte der eingesetzten Soldaten wurde krank - Das Balkansyndrom war geboren. Uran hat eine Halbwertzeit von 4,5 Milliarden Jahren und der Nanostaub dieser sogenannten DU Munition wird auf Jahrtausende manche Landstriche auf dem Balkan unbewohnbar machen. Gestern, heute und in Zukunft werden jeden Tag Menschen dort an den Spätfolgen unseres „humanitären“ Einsatzes sterben!

Warum erzähle ich Euch das? Weil die SPD fast einstimmig zusammen mit den Grünen diesen Krieg ohne UNO Mandat befürwortete und damit eine deutsche Beteiligung auslöste. Einzig relevanter Widerspruch im Bundestag kam von der damaligen PDS und vom Rechtsausschuss, welcher keine rechtliche Grundlage für den geplanten Einsatz sah. Ab diesem Moment war die SPD nicht mehr die gleiche.

Später sollte sich dieser Eindruck auch im Bereich Arbeit und Soziales bestätigen. Die SPD Frontmänner und -Frauen gefielen sich seither immer mehr in der Rolle der Sozialbasher, hier ein paar Beispiele aus der „Zeit“:

Der damalige SPD-Bundesvorsitzende Kurt Beck laut Wiesbadener Tagblatt zu einem Arbeitslosen bei einem Wahlkampftermin im Dezember 2006:
"Wenn Sie sich waschen und rasieren, finden Sie auch einen Job."
Der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) im April 2001 in der Bild -Zeitung:
"Wer arbeiten kann, aber nicht will, der kann nicht mit Solidarität rechnen. Es gibt kein Recht auf Faulheit in unserer Gesellschaft!"
Der damalige Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) im Februar 2008 in der N24-Sendung Links-Rechts über soziale Probleme, die sich aus der Arbeitslosigkeit ergeben:
"Ehe jetzt einer im 20. Stock sitzt und den ganzen Tag nur fernsieht, bin ich schon fast erleichtert, wenn er ein bisschen schwarz arbeitet."
 
Dumme Sprüche und Harz 4 für die Abgehängten. Versteuerung der Renten für die Altgedienten. Liberalisierung der Finanzmärkte und Reduzierung des Spitzensteuersatz für die Anführer der Nahrungskette. Die SPD umschiffte großräumig eine eigene soziale Wirtschaftspolitik und predigte lediglich einen Neoliberalismus leichterer Gangart um nicht aufzufallen. Irgendwie werde ich auch das Gefühl nicht los das sich die SPD nicht mehr auf die echten politischen Kämpfe mit dem Kapital einlassen will. Anstatt sich in die Wirtschaftspolitik einzuarbeiten um durch Kompetenz zu überzeugen, moralisiert sie und belehrt ihre Stammklientel mit den „Weisheiten“ der EZB sowie des Kapitalmarktes und in moralischen Fragen folgt sie blind der Grünen Agenda. Das sehen einige junge SPD Politiker wie Nils Heisterhagen (im Interview mit dem „Standard“) zum Glück ähnlich….:

Ich sage aber ganz klar: Seit den 1990er-Jahren hat man die handfeste, materialistische Politik schleifen lassen und sich wirtschaftspolitisch mit den Neoliberalen verbündet. Die Wirtschaftsprogramme der Linken waren bestenfalls ein "Neoliberalismus light". Dass man sich dermaßen auf den unregulierten Markt verlassen hat und sich nicht mehr getraut hat, den Kapitalismus einzudämmen, war eine Katastrophe. Und ich behaupte eben, dass der Grund dafür ein einseitiger Fokus auf identitätspolitische Themen war. Ohne geisteswissenschaftliches Studium kann man gar nicht verstehen, worüber da oft diskutiert wurde. Kein Wunder, dass sich viele Menschen von der Linken entfremdet fühlen.“

Treffer und versenkt!!!

Heisterhagen weiter zur Migrationspolitik….

Viele Leute aus den unteren Mittelschichten wählen jetzt rechts, obwohl sie in Wirtschaftsfragen eigentlich links sind. Jedenfalls aber keine Neoliberalen. Nur können sie mit der linksliberalen Feier der kulturellen Diversität nichts anfangen und wählen darum die Rechtspopulisten. Für diese Menschen braucht es eine Alternative. Kurz gefasst: Bei ökonomischen Themen einen Ruck nach links, in Migrationsfragen sollte man sich eher nach rechts bewegen.“ -

Ebenfalls den Nagel auf den Kopf getroffen!

Solche Leute wie Herrn Heisterhagen braucht die SPD, eine Sahra Wagenknecht wäre ebenfalls in solch einer neuen SPD gut aufgehoben, aber um wirklich glaubwürdig zu sein müssten noch Köpfe wie Nahles, Maas, Gabriel, Scholz und Co in hohem Bogen aus der SPD fliegen, nur so könnte ein Neuanfang der SPD aussehen der nachhaltig wäre. Die neuerlichen SPD Geschenke an die „Unterschicht“ und die Rentner sind ein guter Anfang, aber sie werden den Fall der SPD lediglich verlangsamen und nicht stoppen, geschweige denn die Partei zu alter Stärke führen. Ohne die alten Zöpfe allerdings und mit frischen Gesichtern wie Heisterhagen, sowie dem oben genannten Richtungswechsel, welcher auch eine Entspannungspolitik zu Russland mit einbezöge, könnte es gelingen die SPD zu retten. Mit solch einem bürgernahen Programm könnten auch meine mittlerweile verstorbenen Eltern wieder ihren Frieden mit der SPD machen – damit wäre eine Institution der deutschen Demokratie gerettet….sie würde es verdienen!

Liebe Grüße Genossinnen und Genossen

Euer Micha


Quellen:


Die Zeit - Harz 4 Zitate