Net News Express

Sonntag, 19. Februar 2017

Sind unsere Kommunalpolitiker einfach nur am Ende? Oder haben die denen was ins Trinkwasser getan?!



Ich hasse normalerweise die ideologisch gefärbten Nachrichten aus dem Maintream,
aber in einem recht objektiven Bericht von RTL (ist sonst allerdings eher nicht so) wird deutlich wie sehr Kommunalentscheider in Deutschland von der politischen Korrektheit beseelt sind. Da ich es für einen Einzelfall hielt, das in Ludwigshafen nach 33 Jahren Deutsche wegen eines Neubaus für Asylanten in abbruchreife Einzimmerwohnungen zwangsumgesiedelt wurden, habe ich mich weiter umgehört. Leider ist es wohl kein Einzelfall, denn laut "Stern" kündigte die Stadt Nieheim bereits 2015 langjährige deutsche Mieter wegen "Eigenbedarfs", mit dem Ziel Asylanten in diese Wohnungen zu setzen. Was unter uns gesagt rechtlich nicht haltbar ist, da nur natürliche Personen Eigenbedarf anmelden können! Auch in Berlin wurden Obdachlose aus Unterkünften entfernt, indem die Stadt z.B. dem Betreiber des "Gästehauses Moabit" kündigte um dort Schutzsuchende unterzubringen - der neue Betreiber bezahlt übrigens das doppelte an Miete...lässt sich halt gut Kasse machen an der Not Anderer! Trotz allem haben Deutsche sowie Asylanten in Ludwigshafen Verständnis für einander, ja können sich sogar vorstellen zusammen zu wohnen. (In den schönen Neubauten versteht sich) Nur die Ludwigshafener Stadtverwaltung sagt das ein Zusammenleben zwischen den Kulturen....."schon allein wegen der Hundehaltung der Deutschen nicht möglich sei"!  Na dann....


Aber nicht nur zwischen den Kulturen bringen sich Kommunalpolitiker moralisch hyperaktiv in Stellung. Es ein Wahnsinn zu lesen mit welcher Hingabe Kommunalpolitiker versuchen politisch korrekt zu sein. Ein Fall in Limburg nötigte mir zuerst ein schmunzeln ab, da ich ihn anfangs für eine Ente hielt...bei genauerer Kontrolle des Datums (wohl doch nicht der 1. April) und nach dem Abfragen mehrerer Quellen jedoch musste ich feststellen das es sich nicht um einen Scherz handelte. Eine Veganerin echauffierte sich über das uralte Glockenspiel am Limburger Rathaus....genauer gesagt ging es um das Volkslied "Fuchs Du hast die Ganz gestohlen". Die Dame fühlte sich wohl durch die Textstelle mit den Jäger in ihren fleischlosen Gefühlen beeinträchtigt - und das bei einem Glockenspiel...hääää?! Worauf der Bürgermeister dieses Lied sofort aus dem Glockenspiel strich.

Weiter geht es wieder einmal in Berlin. (anscheinend ist Berlin besonders "korrekt") Dort planen die Grünen Unisex Toiletten in allen Behörden. In der ersten Vorlage sendete Justizsenator Dirk Behrends diese Eingabe an das Landesparlament um, wie er weiter ausführte: "die Hürden für einige Menschen im täglichen Alltag zu beseitigen". Für mich ist es eine Hürde keine Toilette oder eine einzige völlig verdreckte Gemeinschaftsdusche für eine Unmenge an Mietern zu haben, wie es zur Zeit in Ludwigshafen (s.o.) der Fall ist. Außerdem ist Berlin völlig Pleite und hat neben dem Flughafen noch mindestens tausend andere schwere Probleme zu bewältigen. Allein die Machbarkeitsstudie für diesen Schwachsinn verschlang über 5000 Euro.

Ich könnte ewig so weiter machen....aber dann würde ich wahrscheinlich noch den Rest meines (mehr oder weniger) gesunden Menschenverstandes verlieren. Ich habe das Gefühl das bereits in den unteren öffentlichen Machtetagen keiner von diesen Damen, Herren und All-Genders einen blassen Schimmer hat was die meisten Menschen wirklich bewegt. Nämlich ein menschenwürdiges Auskommen und ein friedliches und sicheres Zusammenleben ALLER und nicht ein Bevorzugen von Randgruppen welche grade "en vouge" zu sein scheinen. Liebe Kommunalverräter....ähm -vertreter, Eure Politik scheint in weiten Teilen darauf aus zu sein die Gesellschaft zu spalten, dabei sollte das Gegenteil Euer Ziel sein. Entweder sind bereits viele kleine intellektuell angehauchte Bürgervertreter vollkommen am Ende, oder haben zu viel vom fluoridhaltigem Trinkwasser genascht....ich habe fertig!

Euer Micha

Quellen: 

Samstag, 21. Januar 2017

Der gläserne Weltbürger - Das indische Experiment.




Am 8. November vergangenen Jahres erklärte die indische Regierung unter Präsident Modi die größten indischen Geldscheine, und damit gut 80 Prozent des indischen Bargeldes für ungültig. Und sowas geschieht in einer Gesellschaft in der ein sehr hoher Anteil der Einwohner über keinerlei Bankverbindung verfügt und fast 90 Prozent aller Geschäfte in Bargeld abgewickelt werden - Das Chaos war vorprogrammiert! Die Bilanz bis jetzt: Chaos, Proteste, Rückgang der Wirtschaftsleistung und 16 Todesopfer. Über 1,2 Milliarden Menschen konnten nur über kurze Zeit geringe Mengen von Geld in neue Scheine umtauschen, mit einem maximalen Umtauschbetrag von ca. 56 Euro am Tag. Nur Kleingeldscheine von 100 Rupien (ca. 1,40 Euro) bleiben gültig. Einwohner ohne Konto schauen in die Röhre oder können nur Kleinbeträge umtauschen. Diejenigen welche sich etwas mehr Geld zur Seite gelegt haben um unvorhergesehene Kosten zu begleichen oder für Alter oder Krankheit vorzusorgen müssen das Geld zur Bank bringen. Ihr Erspartes wird also gegen eine Plastikkarte getauscht, ganz im Sinne der Kreditkartenindustrie. Glaubt ihr nicht?! Na dann lest mal weiter....

Offiziell heißt es aus der indischen Regierung das Korruption, Schwarzarbeit und Terror mit der umstrittenen Bargeldreform bekämpft werden sollen. Aber Korruption und Terror spielen sich schon lange nicht mehr "in bar" ab. Gab man in den 70er Jahren in US-Krimis noch braune Umschläge in Tiefgaragen weiter so sind heute Gefälligkeiten und Spenden an dubiose undurchsichtige Stiftungen oder sonstige bargeldlose Finanz-Konstrukte das Mittel der Wahl. Oder glaubt ihr das Al Baghdadi mit einem LKW voll Papiergeld bei Toyota aufgelaufen ist um dort für den IS tausende SUV´s zu kaufen?! Sicherlich wird die indische Reform Kleinkriminalität und Schwarzarbeit austrocknen, die großen Korruptis allerdings werden sich weiterhin mit Scheinfirmen, Stiftungen oder ähnlichem im undurchdringlich liberalisierten Finanzsystem die Taschen voll machen können. Wie immer trifft es nur die kleinen wie z.B. den kleinen Hausbesitzer der kein Geld für einen Fachbetrieb hat und vielleicht das eine oder andere unter der Hand regelt.

Das indische "Projekt" ist nicht vom Himmel gefallen, und es bekämpft auch nicht das was es vorgibt zu bekämpfen...denn die Verbindungen in nur zu altbekannte Kreise sind gut zu erkennen. Nur vier Wochen vor der indischen Bargeldreform verkündete USAID die Gründung von „Catalyst: Inclusive Cashless Payment Partnership“, um bargeldloses Bezahlen in Indien entscheidend voranzubringen. In "Catalyst" arbeiten neben der USAID und dem Indischen Finanzministerium über 35 Organisation und Konzerne zusammen. Wohlvertraute Namen wie Visa, Mastercard, Microsoft, Ebay, und co. treiben dort die bargeldlose Zahlung  in Indien nach vorn. Auch kein Zufall scheint es zu sein das genau in der Vorbereitungsphase des indischen Bargeldcoups, nämlich von 2013 bis zum September 2016, Raghuram Rajan der Chef der indischen Zentralbank war. Raghuram Rajan war ein paar Jahre zuvor noch Chefvolkswirt des Internationalen Währungsfonds in Washington. Im Übrigen gehört der gute Rajan auch der berüchtigten "Group of  Thirty" an. Direktor für die Projekt-Inkubation von Catalyst wurde Alok Gupta, bis dahin Chief Operating Officer des World Ressources Institute in Washington, zu dessen größten Geldgebern USAID gehört. Er war Mitglied des ursprünglichen Teams der Unique Identification Authority of India, die das  orwellsche biometrische Identifikationssystem Aadhaar entwickelt hat...in dem bereits die biometrischen Daten von fast 900 Millionen Indern gespeichert sind. Nach einer vollständigen Erfassung der indischen Bevölkerung sollen diese Daten unter anderem dazu dienen die erste biometrische Währung der Welt zu erschaffen!!! Hier mal ein Kurzvideo dazu von Mr. DAX:

Und der lauteste "Beifallklatscher" für diese Digitale Finanz-Horrorshow ist.....Vorhang auf: Lloyd Blankfein seines Zeichens Chef von Goldman Sachs, welcher Regierungschef Modi über alles lobt und ihn unterstützt. Wenn einem da nicht das Essen hochkommt!!!

Für mich sieht das indische Finanzchaos, welches wir zur Zeit erleben, stark nach einem "Übungsplatz" für die Finanzelite aus. 1,2 Milliarden Menschen sollen in Indien komplett kontrolliert werden. Da mag es wohl kaum blanker Zufall sein das die größten Blöcke der Welt einwohnermäßig etwa die Größe Indiens aufweisen: China zusammen mit Russland kommt auf ca. 1,5 Milliarden Einwohner. Die sogenannte "Westliche Welt" (Nordamerika, Europa (ohne Russland), Australien, Japan u.a) kommt etwa zusammen auf 1,2 Milliarden Einwohner und Afrika kommt ebenfalls auf 1,2 Milliarden Einwohner....wenn das mal keine Realbedingungen für einen indischen "Test" in freier Wildbahn sind. Wer hier zu Lande die Diskussionen über die Abschaffung der 500 Euroscheine, Beschränkungen von Barabhebungen und der Forcierung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs unter dem indischen Aspekt realisiert, bei dem können nur alle Warnlampen angehen. Sollte das Bargeld in EU-Deutschland unter Vorbringung der oben angegebenen Gründe zur Disposition gestellt werden kann ich nur zu Massenprotesten, Klagen und im schlimmsten Fall, wenn kein anderer Weg möglich ist,  dem Grundgesetz nach, zu einer Art friedlichen Revolution aufzurufen. Artikel 20 Absatz 4 des Grundgesetzes bietet dazu den rechtlichen Rahmen:

"Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung (die verfassungsrechtliche Ordnung der BRD) zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.“

Denn Bargeld ist Freiheit!!!!

In diesem Sinne ein schönes WE noch!

Sonntag, 25. Dezember 2016

Terrorhandbuch Regel Nr. 1 - Vergesse immer Deinen Ausweis!




                                          Foto: LKW am Anschlagsort

Warum und durch wen mussten am 19. Dezember 13 Menschen in Berlin sterben?! Das ist die alles entscheidende Frage, welche durch die Behörden geklärt werden soll. Aber statt forensischer High-Tech Ermittlungen finden die Behörden mal wieder Ausweispapiere sowie ein Handy - und erst nach dem im Internet kübelweise Spott über die Ermittler ausgegossen wurde auch Fingerabdrücke an der Außentür und der B-Säule des LKW. Es scheint wirklich so zu sein, das die oberste Regel bei Terroranschlägen lautet...."Vergesse immer am Tatort Deinen Ausweis", denn bei den beiden Anschlägen von Paris sowie beim Nizza-Anschlag wurden die Ermittler ebenfalls durch Ausweise zu den Tätern geführt. Der wohl bekannteste Ausweisfund der Terrorgeschichte war der Ausweis von Satam al-Suqami, welcher das Inferno in den Zwillingstürmen (in denen sogar der Flugschreiber verglühte) in nahezu unbeschädigtem Zustand überstand. Bild hier: 



Nun aber zurück zu den Ereignissen von Berlin.

Am Montag den 19. Dezember um etwa 20:00 Uhr rast ein beladener 40-Tonner der Marke Scania durch den Berliner Weihnachtsmarkt am Breitscheider Platz. Zwölf Menschen fanden bei diesem Anschlag den Tod, 49 Besucher des Weihnachtsmarktes wurden zum Teil schwer verletzt. Der Täter flüchtet und lässt den regulären LKW-Piloten der polnischen Speditions-Firma Zurawski erschossen auf dem Beifahrersitz zurück. Als erster Verdächtiger wurde Naved B. festgenommen, ein 23 Jähriger Pakistaner, welcher als "Flüchtling" nach Deutschland kam. Der junge Pakistaner war der Polizei bereits wegen sexueller Übergriffe bekannt, wurde aber immer wieder laufen gelassen - so auch in diesem Fall, da keine Spuren des Attentats an ihm zu finden waren. Unmittelbar nach dem fest stand das Naved B. nicht der Täter sein konnte, präsentieren die Ermittler die Duldungsbescheinigung von Anis Amri, einem 24. Jährigen Tunesier, welche angeblich in seiner Brieftasche unter dem Fahrersitz des Todes-LKW sichergestellt wurde - wohlgemerkt über 30 Stunden nach dem Anschlag. Dabei wirft sich für mich die Frage auf was die Spurensicherung in dieser Zwischenzeit so gemacht hat?! Wenn der Ausweis von Amri nicht platziert wurde kann es nur so gewesen sein, das die Spurensicherer ihre Arbeit stoppten als der erste Verdächtige Naved B. festgenommen wurde. Mit der Spusi wurde dann erst weitergemacht als klar war das Naved B. nicht der Täter sein konnte...ein völlig unerklärlicher Vorgang!

Anis Amri kam ebenfalls als "Schutzsuchender" nach Europa. Auch er war kein unbeschriebenes Blatt und bereits mehrfach vorbestraft. So kam er als vorbestrafter Räuber aus Tunesien und saß bereits kurze Zeit später in Italien 4 Jahre Haft wegen Brandstiftung und Körperverletzung ab. 2015 reiste er dann als "Flüchtling" nach Deutschland ein, wo er hier ebenfalls mehrfach unter Beobachtung der Sicherheitsbehörden stand, u.a. wegen des Interesses an Waffen und wegen des Kontaktes zu radikalen Islamisten und dem IS (Foto unten). Amri saß in DE bereits in Abschiebehaft und sollte nach Tunesien überstellt werden, was aber an fehlenden tunesischen Ausweispapieren scheiterte....so wurde Amri erneut freigelassen, obwohl er gefälschte italienische Ausweispapiere besaß - anscheinend wegen seiner guten Sozialprognose *würg*...trotzdem wurde er weiterhin beschattet. Die Observation Amris wurde allerdings im September eingestellt - warum auch immer?!

Foto: Amri bei Videobotschaft


Der Vorlauf zum Attentat von Berlin stellt sich nun wie folgt dar. Der polnische Lkw-Fahrer Lukasz U. steuert den Scania zwischen dem 16. und 19. Dezember von Mailand nach Berlin. Sein Ziel war die Thyssen/Krupp-Niederlassung, Friedrich-Krause-Ufer 16, 13353 Berlin, dort kam er am Montag  an. Die Krupp Mitarbeiter hatten die Anlieferung der Stahlträger allerdings einen Tag später erwartet, so konnte der LKW der Firma Zurawski an diesem Tag nicht mehr entladen werden. Lukasz U. stellt den LKW darauf hin in der Straße ab und kontaktiert letztmalig um ca. 15:30 (aus einem Dönerladen) seinen Chef um ihm über den Stand der Dinge auf dem Laufenden zu halten. Gegen 15:45 Uhr weisen die GPS-Ortungsdaten des LKW darauf hin, dass das Fahrzeug bewegt worden ist, und zwar derart, als ob jemand damit das Fahren übt (unsicheres Rangieren, Abwürgen des Motors, Fehlstarts usw.) - mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit war das nicht Lukasz U. sondern der Täter. Wenige Hausnummern weiter am Friedrich-Krause-Ufer 24 befindet sich die Berliner Ausländerbehörde Abteilung IV. Eine große Behörde - siehe Foto: 


Gibt es dort eventuell Kameraaufzeichnungen von den Bewegungen des späteren Attentatsfahrzeugs und/oder der Personen welche das Fahrzeug berührten?! Wann und wo wurde Lukasz U. erschossen? Nach Medienberichten wurde der LKW-Fahrer zuerst mit einem Messer angegriffen, danach allerdings erschossen....Wo und wann geschah dieser Mord? Ist die Entführung des Lukasz U. und dessen LKW eventuell auf Kameras der Ausländerbehörde zu sehen und was geschah in der Zeit von 15:45 bis 19:30???? Um 20:02 wurde jedenfalls der Anschlag mit den bekannten Folgen durchgeführt.

In der Nacht zum Donnerstag wurde Anis Amri letztendlich bei einer Polizeikontrolle an einem Mailänder Bahnhof von dem italienischen Polizisten Luca Scata erschossen, nachdem Amri das Feuer auf seinen Kollegen eröffnet haben soll. Amri muss dann wohl vorher ohne Portemonnaie, Ausweis und Handy per Zug von Berlin über Frankreich nach Mailand gereist sein....sehr ungewöhnlich! Trotzdem alles wie gewohnt: Täter tot, Akte zu und alle können nun nach schärferen Antiterrorgesetzen schreien. Ein Sieg für die Terror-Ermittlungsbehörden, welche demnächst sowieso überflüssig werden dürften, da bestimmt ein neues Antiterrorgesetz den Tätern vorschreiben wird am Tatort ihre Ausweise zu hinterlassen - Ganz konform zur bisherigen Regel Nr. 1 in jedem Terrorhandbuch "Vergiss immer Deinen Ausweis am Tatort!"

Na dann beruhigte Weihnachten und prosit Neujahr!

Samstag, 10. Dezember 2016

Zurück aus der Zukunft - Eine Lautsprecher-Entdeckungsreise



Von den späten 1980er Jahren bis in die tief in die 90er habe ich mich, in der guten alten Hifi-Blütezeit, sehr aktiv betätigt. Ich habe Hifi-Anlagen zusammengestellt, Lautsprechersysteme für spezielle Raumbedürfnisse gebaut und vieles andere mehr. Dann wurde es ruhiger in der Szene und Design- sowie Lifestyle-Anlagen à la Bose oder B&O eroberten den Hifi-Sektor. Vom Yuppie bis zum Malocher, jeder wollte nur noch Designer Schnick-Schnack und die hochwertigen  "old school" Produkte wurden fast bedeutungslos - Bis zu ihrer heutigen Auferstehung.

Seit zwei Jahren habe ich jetzt erneut begonnen kontinuierlich meine High-End Anlage wieder aufzubauen. Nun da ich meine (ältere 1500er) T&A R Serie zusammen habe, ging es an die Lautsprecher - da traf es sich besonders gut das ein guter Arbeitskollege nun auch kurz vor der Fertigstellung seiner T&A Traumanlage stand....und ihm ebenfalls die Lautsprecher fehlten. Also begaben wir uns zusammen auf die Suche...

Ich war höllisch gespannt wohin sich die Lautsprechertechnik wohl entwickelt hatte, da ich durch Arbeit, Kinder und Selbstständigkeit einen mindestens 10 jährigen Hifi Schneewittchen-Schlaf hinter mir hatte. Fluxx meine Canton bei Ebay verkauft, ein wenig Rest-Kohle zusammengekratzt und los ging es. Mein Budget von 600 Euronen konnte nur für gute gebrauchte taugen, während mein Kollege sein Limit bei 2000 Euro ansetzte.

Ich wurde seltsamer Weise recht schnell fündig, da mein bester Kumpel seine T&A TB 140 für ein Paar sündhaft teure TCD 315 S auf´s Abstellgleis schob. Das war mein Glücksmoment, denn als ich die TB 140 bei mir testete bin ich fast weggeflogen! Abgrundtiefe Bässe (durch die Transmission Line), eine gute Auflösung, klare Stimmen und feinzeichnende Höhen. Meine Soulmates CD von Mandoki hatte noch nie so gut geklungen und selbst die relativ schwache Tonqualität der Depeche Mode 101 CD machte klanglich einen hörbaren Schritt nach vorn, ebenso wie sämtliche Schätzchen meiner MP 3 und Plattensammlung. Und selbst Kickbässe à la Sonic Empire lieferten die TB 140 dank zusätzlichem Bassreflexsystem staubtrocken. Also schlug ich zu, denn für so ein Minibudget bekomme ich anderswo in keinem Fall auch nur annähernd so gute Lautsprecher. Fazit: Für mich der perfekte Lautsprecher. Da es sich allerdings um eine ältere gebrauchte Box handelt, läuft diese außerhalb der Konkurrenz und wird im weiteren Test nicht bewertet.
                                                         Bilder: T&A TB 140

Aber was war mit meinem Arbeitskollegen? Wir besuchten also einige Highend Studios und hörten uns eine Unzahl von aktuellen Lautsprechern an - Erwähnt wird hier aus Zeitgründen allerdings nur jene kleine Auswahl an Boxen welche auch bewertet wurden, alles andere würde den Rahmen des Artikels sprengen.

Erster Kandidat war die Dynaudio Focus 260 für den Angebotspreis von 999 Euro das Stück. Befeuert wurden die schönen Dänen von einer sauteuren Cambridge Audio Combi. Das Ergebnis war allerdings ernüchternd - Kaum Bässe und das bei der traumhaft remasterten Peter Gabriel CD "SO", da fehlte definitiv beim Sledge der Hammer!!! Auflösung, Mitten und Höhen sowie die Verarbeitung der Dänen waren allerdings super. Fazit: Von einer fast einen Meter hohen Standbox haben wir mehr erwartet als nur filigranes - Vor allem bei dem Preis!
Wertung: Platz 5

Hier noch die Daten:

- 2 1/2-Wege-System Standlautsprecher
- Musikleistung 250 Watt
- Frequenzbereich (+/- 3 dB): 32Hz-25kHz
- Empfindlichkeit: 87dB
- Impedanz: 4Ohm
- Gewicht: 19,1 kg
- Abmessungen (B x H x T): 202 x 992 x 294 mm
                                             Bild: Dynaudio Focus 260

Der nächste Hörtest....die Piega Classic 5.0 für 1000 Euro das Stück. Die Piega ist eine schöne 2 1/2 Weg Box mit einem Bändchen Hochton und zwei Tief- Mitteltönern. Ein Hauch von Tiefton durchströmte diesmal beim Spielen der "SO" durch den Hörraum, allerdings fehlte es nun an den Mitten. Mein Arbeitskollege schaute mich irgendwie fragend an und ich wusste genau was er meinte....War das noch die rauchige Stimme von Peter Gabriel?! Eindeutig ein nein!!! Es fehlten definitiv Mitteltonanteile - Wie auch beim späteren spielen von "The very best of Dire Straits" deutlich zu Tage trat. Verarbeitung und Optik waren bei der Schweizerin allerdings sehr gut. Fazit: Auch ein Bändchenhochtöner und eine richtig gute Verarbeitung retten keine schlecht abgestimmte Box. Wertung: Platz 6

Technische Daten:

- 2 1/2-Wege-System Standlautsprecher
- Empfohlene Verstärkerleistung: 20 - 150 Watt
- Empfindlichkeit: 91 db/W/m
- Impedanz: 4 Ohm
- Frequenzgang: 36 Hz - 40 kHz
- 2 x 130 mm MDS
- 1 x AMT-1 Hochtöner
- Anschluss: Bi-Wiring / Multi-Connectors
 - Abmessungen (B x H x T): 180 x 930 x 280
                                                     Bild: Piega Classic 5.0

Eine angenehme Überraschung erlebten wir beim "spasshören" mit einer Klipsch Premiere RP 280F. Hier hatte Sladge den Hammer dabei! Die Amerikanerin ging extrem kräftig zu Werke. Wahnsinnig dynamische Bässe und das diese noch relativ kontrolliert spielten verwunderte uns umso mehr. Auch der Preis von 475 Euro pro Stück ist, trotz der einfachen Verarbeitung, ein richtiger Schnapp! Allerdings sind die etwas vorlauten Höhen (aus dem fetten Hochton Horn) mit der Zeit bestimmt nervig. In diesem Moment allerdings waren die Klipsch eine wohltuende Abwechslung zu den beiden saftlosen Vorgängern. Fazit: Auch wenn die wuchtige Optik und der reichliche Hochtonanteil etwas gewöhnungsbedürftig sind, kann man bestimmt für viel mehr Geld wesentlich schlechtere Boxen kaufen. Tolle Party-Box, aber für uns ein Hauch zu aufdringlich. Platz 4 - Preis/ Leistungs-Tipp - Kaufempfehlung

Daten:

- MDF-Gehäuse mit gebürstetem polymer Furnier
- neue Tractrix® Horn-Technologie (90°x90°)
- Starker, flexibler, abnehmbarer Grill
- Dual Anschluss-Port / bi-wire, bi-amp
- Wirkungsgrad 98 dB
- Power Handling bis 600W (Spitze)
- Gewicht 28 Kg
- Abmessungen (B x H x T): 268 x 1094 x 465
                                               Bild: Klipsch Premiere RP 280F

Ebenfalls positiv hervorzuheben ist ein Lautsprecher der vor allem mir sehr gefallen hat. Die Magnat Quantum 1005 brachte bei Sledgehammer ein ordentliches Bassfundamet in den Hörraum. Und auch die Stimmen von Peter Gabriel und Kate Bush (bei "Don`t give up") waren gänsehautverdächtig. Hier ist Magnat für einen fairen Sonderangebots-Preis von 750 Euro das Stück ein echt ausgewogener und kraftvoller Lautsprecher gelungen. Auch bei der Verarbeitung braucht sich die Deutsche in ihrem fein polierten Hochglanzgewand nicht hinter Dynaudio und Co zu verstecken. Fazit: Ein Geheimtipp wo man ihn eigentlich nicht erwartet - im Mainstream! Tolle und schöne, vollkommen erwachsene Box sowie einer meiner zwei Favoriten im Testmarathon. Wertung: Platz 2 - Persönlicher Liebling und "Geheimtipp"
Daten:


-Prinzip 
2 Wege, Doppelbass, Bassreflex
-Impedanz 
4-8 Ohm
-Bestückung 
2x 170 mm Tief-Mitteltöner, 25 mm Hochtonkalotte
-Belastbarkeit RMS / max. 
200 / 350 Watt
-Abmessungen (BxHxT) 
240 x 1100 x 330 mm



 - Wirkungsgrad 92 dB
 - Gewicht 35 Kg
                                                      Bild: Magnat Quantum 1005

Mein Arbeitskollege testete unter anderen Schallwandlern noch die Dali Opticon 6, welche zuerst detailreich und klar (für ihn sogar etwas zu klar) aufspielten, allerdings bei ihm Zuhause an seiner T&A Kette durchfielen. Nach einem Blick auf das Datenblatt war klar warum....die untere Grenzfrequenz war mit 49 Hz nicht in der Lage ausreichend Tiefbass zu erzeugen. Vor allem bei Synti Bässen wie von Jarre und Vangelis echt störend. Trotzdem ist die Opticon 6 bei richtiger Musikwahl eine ziemlich gute Box für ca. 850 Euronen das Stück. Platz 3 - Feingeist
                                                                 Bild:  Dali Opticon 6

Bevor wir nun zum absoluten Spitzenreiter kommen.....ein kurzes Zwischen-Fazit. Es waren im Hörtest überproportional viele Lautsprecher ziemlich "dünn" und detailverliebt unterwegs...auf Dauer einfach zu nervig. Die Richtung der aktuellen Dynaudio, Elac, Kef, B&W, Canton, Sonus Faber uva. Produktionsreihen konnten unsere Herzen einfach nicht erwärmen - Diagnose: "Kein Arsch in der Hose" so scheint eben die Tendenz neuerer Lautsprecher im Preissegment bis 2000 Euro zu sein....mit einer ECHTEN Ausnahmeerscheinung allerdings!

So kommen wir nun zur vollkommen begründeten Kaufentscheidung meines Arbeitskollegen....:

Im Hörraum wurde eine relativ normale Atoll Kette (Vollverstärker + CD zusammen  ca. 2500 Euro) installiert. Rechts und links standen Lautsprecher die dem ersten Eindruck nach aus den guten alten Achtzigern stammen könnten. Einen Meter hoch, in Holzfarben in einer klassischen 3 Wege Anordnung. Bestückung: Ein 20 cm Tieftöner, ein 13 cm Mitteltöner und eine Gewebe Hochtonkarlotte. Unten herum schloss ein normales Bassreflexrohr die Retrooptik ab. Aber was dann kam war die perfekte Symbiose aus Retro Kraftprotz und filigranem Neuzeit-Stil - Gewissermaßen ein Sound zurück aus der Zukunft. Blitzsaubere Höhen, klare und detailreiche Mitten (und das auch noch unaufdringlich) sowie fundamentaler Bass genau da wo er angebracht war. So stellt sich ein Kind aus den 80ern die Weiterentwicklung von Lautsprechern bis heute vor. Diese Box vereint das beste von früher bis heute, eine Box die vor Musikalität nur so strotzt ohne zu nerven. Es machte einfach nur Spaß dieser "Männerbox" aus Estland zuzuhören - der Audes Maestro 146 für einen Preis von 2000 - 2400 Euro das Paar (ergo 1000 bis 1200 pro Stück)! Fazit und Wertung: Wirklicher Geheimtipp und Testsieger, bei (für die heutige Zeit) gewöhnungsbedürftiger Optik aber toller Verarbeitung. Platz 1 - Testsieger - Klare Kaufempfehlung!


Impedanz
4 Ω

Nennbelastbarkeit
130 W

Musikbelastbarkeit
200 W

Frequenzbereich (±3 dB)
39 - 20000 Hz

Übergangsfrequenz
250/4000 Hz

Wirkungsgrad (2,83 V/1 m)
91 dB


Lautsprecher:

8" cone Tieftöner

5¼" cone Mitteltöner

1" soft dome Hochtöner

Abmessungen ca. (mm)
1000 H x 248 B x 295 T

Base ca. (mm)
310 B x 330 T

Gewicht
20 kg



                  Bild: Audes Maestro 146


Vor Weihnachten also mal etwas anderes. Ein weiteres Hobby von mir, welches dem einen oder anderen bei der Auswahl von Lautsprechern behilflich sein könnte.

Meinen speziellen Dank an folgende Studios, denen wir mit unserem Ansinnen ziemlich auf den Sack gefallen sind *grins*.....:HIFI Schluderbacher in Willich, RAE Akustik GmbH Dortmund und Auditorium in Hamm. Auch danke an meinen Arbeitskollegen, ohne den ich sicherlich nicht so in diese Sache eingestiegen wäre. Herzlichen Dank auch an meinen Hifi-Verrückten Nachbarn, der meine Musik-Exzesse ebenso locker hinnimmt wie ich Seine! Ganz besonders danke ich meinem besten Freund dem ich (nach und nach) einige Sahnegerätchen abkaufen konnte!!!!




Liebe Grüße

Euer Micha