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Sonntag, 20. August 2017

Ein High-End Lautsprecher Projekt im Stile der "80er Japan-Monitore"!



Endlich ist es soweit und unser zweites neues Lautsprecherprojekt nach Thor (dem 2.1 Outdor-System) nimmt Formen an. Angefangen hatte eigentlich alles mit der Wiederbelebung einer Pioneer M73/C73 Urushi Vor- Endstufenkombination. Nach einer Netzteilrevision der defekten Endstufe, welche auch die Spannungen für die Class A Stufe wieder herstellte, war es um mich und meinen Arbeitskollegen geschehen. Ein wunderschönes Gerät - jetzt voll funktionsbereit! 

Urushis während- und nach der Reparatur


Da mussten doch einfach noch ein paar Retro-Lautsprecher her....Da sich die Suche nach qualitativ hochwertigen Retros aber recht schwierig gestaltete, mussten wir nun selbst Kopf- und Hand anlegen. Richtig gute alte Japan-Monitore sind heute nämlich unbezahlbar, weit jenseits der 2000 Euro Marke das Paar!
Beispiel eines High-End Monitores aus den 80ern: Yamaha NS 2000
Nach dem mein Kollege das Budget welches er auszugeben gedachte (zwischen 1100 und 1400 Euro) festgelegt hatte, konnte ich loslegen. Zuerst ging es um die Auswahl der Chassis, was zugegebener weise nicht ganz einfach war. Mit dem Tieftöner begann ich, denn dieses Chassis bestimmt nämlich in nicht unmaßgeblicher Weise die Abmessungen des Gehäuses, welche in etwa jenen eines typischen Japan Monitores nachempfunden werden sollten! Der Schalldruck der Chassis sollte in etwa 90 dB aufweisen und die Größe der TT etwa 25cm betragen. Nach langem Suchen stieß ich auf einen Preis- Leistungshammer der Marke Alcone, den AC 10 HE. (Preis etwa zwischen 80-140 Euro das Stück) Ein tolles 8 Ohm Chassis mit Alu Membrane und präzisem Frequenzgang sowie richtig Druck.


Alcones nach dem Auspacken mit Datenblatt



Der Mitteltöner ist eigentlich der wichtigste Lautsprecher in einem 3 Weg System, da er den empfindlichsten Teil des menschlichen Hörvermögens abdeckt. Nach alter Tradition sollte es eine typische Monsterkalotte werden, welche ziemlich weit nach "unten" und "oben" reicht. Ich hatte mich eigentlich für eine Visaton DSM 50 FFL (etwa 80 Euro Stück) entschieden, aber mein Kollege wollte lieber keine Metallkalotte, sondern er bevorzugte es etwas sanfter und doch präzise. Irgendetwas aus Gewebe, etwas authentisches und auch monströses...was mich zur Seas 76 MF 304 brachte - der Mutter aller Mitteltonkarlotten. Perfekter Frequenzgang für unser Vorhaben allerdings schon locker 30 Jahre alt. Endlich habe ich diese Chassis nach monatelangem Suchen auf Ebay, in super Erhaltungszustand mit fortlaufender Seriennummer gefunden. 100 Euro das Paar, plus Versand - Heureka!

 Datenblatt Frequenz Seas

Hier die guten alten Seas beim Test

Auch beim Hochtöner wurden keinerlei Kompromisse gemacht! Unsere Wahl fiel auf einen Magnesium- Keramik Hochtöner der Marke ETON vom Typ 26HD1. Brillanteste Höhen und präziseste Auflösung waren gefragt, dazu Fertigung in Deutschland. Die Daten der Kalotte sowie die Testergebnisse sprachen eine eindeutige Sprache...genau wie der Preis von 117 Euro das Stück. Sie war wie geschaffen für uns!

Sichtprüfung der Etons

Kommen wir nun zur Frequenzweiche. Anfänglich wollte ich eine eigene Weiche konstruieren,          dessen Trennfrequenzen optimal zu unseren Chassis passten. Dies hatte ich deshalb vor, weil der         Markt einfach keine passive Weiche mit unseren Trennfrequenzen (800Hz/5000Hz) in entsprechender Qualität anzubieten schien. Nach dem ich die Schaltung der Weiche entworfen hatte (siehe Foto) fiel  mir ein entscheidendes Detail am Frequenzgang unseres Mitteltöners auf.  
Erster Entwicklungsschritt der Weiche - kam allerdings nie zum Bau

Der 76 MF 304 verliert (laut Datenblatt-Spektrum) im leisen Betrieb (2V) ab 3500 Hz enorm an Schalldruck, obwohl die Übertragungsfrequenz laut Hersteller bis 6000 Hz angegeben ist. Eigentlich eine Katastrophe wenn die Planungen fast abgeschlossen sind...aber bei 3500 Hz Trennfrequenz für einen Hochtöner gab der Markt einen richtigen Weichen-Knaller her - zumal unser Hochtöner diese Frequenzen auch locker abdeckte. Die Weiche Monacor DN 200 war die Rettung in der Not! Sowas riesiges, qualitativ hochwertiges war einfach nicht für den Preis um 80 Euro das Stück selbst zu bauen. Stolze 1,372 KILOGRAMM mit voller MKP Bestückung sind einfach ein "Must buy"!!!


Riesige Monacor DN 200 - Zum Vergleich daneben mein Samsung Galaxy S 3
Datenblatt - DN 200

Beim Gehäuse unseres Projektes wird in absehbarer Zeit vollkommen GEKLOTZT! Es handelt sich um ein Gehäuse aus massiver 19mm Eiche, welches von einem professionellen Schreiner nach meinen Vorgaben gefertigt wird. (Preis etwa 600 Euro das Paar) Leider ist der gute Mann momentan in Urlaub, was die Fertigstellung bis in den Herbst verschieben wird. Das Gehäuse wird auch namensgebend für den gesamten Lautsprecher werden....die "Pure Wood MK1"! Abmessungen dieser Monitore entsprechen in etwa  einem guten alten Japan Monitor (610x330x340) und wurden von mir am Computer für die erstandenen Lautsprecher optimiert (50,4 Liter gesamt Volumen wobei 3 Liter wegen der Mitteltongehäuse abgezogen werden müssen). Ein auf 27 cm Länge gebrachtes Bassreflexrohr von Audio System mit 9 cm Durchmesser an der Rückseite rundet dieses Projekt endgültig ab (Kosten etwa 35 Euro das Paar inkl. Modifikation). Die Chassis sind erstanden, die Planungen sind abgeschlossen und das Gehäuse ist bestellt.

Modifizierte (verlängerte) Baxreflxrohre - strömungsoptimiert

Gerechnetes Gehäuse
Simulierter Frequenzgang nahezu am theoretischen Optimal
Planung  des Gehäuses an meinem PC

Sobald die Lautsprecher fertig sind gebe ich einen kleinen Hörbericht dazu ab. Bezahlt wurde für dieses Boxenpaar ein Gesamtmaterialpreis von 1300 Euro, inkl. Terminals, Dämmwolle und Kabel - was angesichts der Qualität dieser Lautsprecher durchaus vertretbar ist! Planungs- und Arbeitsstunden vergessen wir einfach mal....ist ja ein Hobby ;o) In der Theorie jedenfalls müssten uns diese Beiden zutiefst beeindrucken - Mal hören!

Hier nochmal die gesamte Bestückung ohne Gehäuse - TT´s im Karton

Liebe Grüße

Euer Micha

Montag, 17. Juli 2017

Was die G 20 Krawalle mit dem Maidan gemeinsam haben.




Krawallnacht Hamburg....Bildquelle: dpa

Ich befand mich z.Zt.  des Gipfels im Urlaub von wo ich die deutsche Mainshit Berichterstattung über die Ausschreitungen beim G 20 in Hamburg verfolgt habe - und irgendwie kann ich mich bis heute des Eindruckes nicht erwehren, dass hier erneut für andere Interessen eine Sau durch´s Dorf getrieben wird. Ich versuche nun in diesem Artikel meine Gefühle und Gedanken diesbezüglich zu sortieren.

Nehmen wir zunächst einmal die Grenzkontrollen welche vor dem Gipfel  stattfanden. Das während dieser Kontrollen über 670 Straftäter festgenommen und deren Haftbefehle vollstreckt werden konnten ist ein großer Erfolg für die Polizei - Gut gemacht! Zu erwähnen sei diesbezüglich noch, das fast keine, der in diesem Zuge verhafteten Personen, linksradikale Straftaten begangen hatte oder vor hatte ähnliches zu unternehmen.... es handelte sich lediglich um schwere "Alltagskriminelle".  Aber anstatt darüber zu diskutieren ob wir als Konsequenz daraus ständige Grenzkontrollen zur Verbrechensbekämpfung  einführen sollten, wird wieder einmal die falsche Diskussion geführt. Jetzt fängt man tatsächlich an über europaweite Dateien für "Linksradikale" zu diskutieren, und das obwohl bei besagten wochenlangen  Grenzkontrollen kaum Linke Straftäter gefasst wurden. Was sagt uns das? Genau! Trotz unserer linksaffinen Kanzlerin geht darum die Linke Szene und alles was mit Demonstrationen zu tun hat (sei es nun links oder rechts) in den Köpfen der Wähler zu kriminalisieren. Die Konsequenzen daraus sind Einschränkung der Meinungsfreiheit und der Versammlungsfreiheit mit gleichzeitiger Steigerung von Kontrollbefugnissen der Behörden.

Traditionell tun sich Politiker und Aktivisten jeder Richtung schwer damit ihren harten Kern zu heftig zu kritisieren, da es sich hierbei oft um Teile der Basis handelt, welche einen hohen Einfluss in der jeweiligen Szene besitzen. Dieses Verhalten finden wir auch oft bei Fußballvereinen und deren "Ultra-Fanblöcken". Die durch die Polizei  versuchte Trennung des Schwarzen Blockes  vom Rest  der "Welcome to Hell" Demo in Hamburg und die entsprechende Verurteilung durch die Initiatoren bieten hier ein gutes Beispiel. Die linken Organisatoren stellten sich also zuerst "schützend" vor ihre "Ultras", weil sie sich das geschehene nicht wirklich erklären konnten und Angst vor eben genannter Basis hatten. Was uns zur wirklichen Zusammensetzung der Demonstranten  und der Randalierer von Hamburg bringt....

Die Mischung macht die Explosion. Linke Randalierer allein wären meiner Meinung nach nicht so massiv eskaliert. Nach dem ich mir die Bilder in den Nachrichten mehrfach angeschaut habe, (Dumm-Kommentare muß man dabei einfach ausblenden) musste ich feststellen, das es hier mehrere Gruppen gab, welche sich gegenseitig hochschaukelten. Und auch die Wahl des Gipfelortes war hochexplosiv...."Weltregierungstreffen" direkt an der Schanze  - Genauso gut könnte man in der Arena auf Schalke eine Betriebsfeier des BVB abhalten....keine gute Idee!!!

Zum einen gab es den Großteil der Demonstranten...: Bunt, punkig, feiernd, argumentativ - friedlich halt. Teile dieser Klientel wurden mit Sicherheit durch Wechselwirkungen mit dem harten Polizeieinsatz auch aggressiv.

Dann der radikalere Teil...: Vermummt, harte Parolen brüllend und zw. Gegenstände werfend z.B.  Flaschen usw. sowie Feuerwerk abfeuernd, bei Gelegenheit plündernd.

Nun zum "Schwarzen Block": Großteilig gut organisiert und strategisch vorgehend, Hinterhalte stellend und Munitionslager aufbauend. (Steine, Zwillen, Molotow -Cocktails usw.) Harter Kern der Radikalen. Bewusst eskalationsfördernd mit V-Leuten der Dienste gespickt.

Schwarzer Block....Bildquelle: Spiegel

Dann der ausländische Teil: Meist jugendliche Südländer-Typen:  Spuckend, gestikulierend, Pflaster-Steine werfend, plündernd, sinnlos  zerstörend, provokativ (hatte optisch irgendwie was von Intifada).
Komische Linke in Hamburg...Bildquelle: Die Zeit

Und last but not least Agent-Provokateure: Einzelne professionelle Auto Anzünder und  Anheizer, welche von strategischen und symbolträchtigen Gebäuden (z.B. Rote Flora) Molotow -Cocktails warfen, oder durch spektakulärere Einzelaktionen harte Polizeireaktionen herausforderten.

Hier der Screenshot eines Twittervideos...Zivilbeamter unter den Randalieren zieht Waffe (Kreis)

Je härter die armen Jungs in den Polizeiuniformen dann vorgingen, um sich oftmals wirklich selbst zu schützen, desto mehr entstand auf der gesamten "autonomen" Seite ein "Wir gegen die" Mechanismus, angeheizt durch einige unverbesserliche und professionelle die mit Bürgerkriegsbandagen die Sicherheitskräfte angingen. Vollkommen frustriert prügelten einzelne Beamte dann noch auf Journalisten und unbeteiligte ein, was die Situation nicht grade entschärfte! Das Ganze eskalierte derart, das schon schwerbewaffnete Spezialeinheiten des SEK und des Bundesgrenzschutzes auflaufen mussten, weil die Polizeiführer um das Leben ihrer Beamten fürchteten. So zumindest die Argumentation der Polizeiführung für stundenlange Untätigkeit der Polizisten bei den Plünderungen. Ich denke die normalen Polizisten sollten in diesen Momenten einfach keine Festnamen tätigen...warum auch immer?!

Spezialkräfte in Hamburg....Bildquelle: Focus

Diese ganzen Zustände in Hamburg erinnerten mich fatal an die Maidan-Proteste in der Ukraine, nur quasi in der light Version - also ohne gefallene Schüsse und Putsch aber mit dem Kontrollverlust der Staatsmacht! Dazu ein kleiner Rückblick....

Damals in der Ukraine wurden friedliche Protestcamps von rechten Randalieren infiltriert. Durchgezogen über die Zeit mit nachgewiesener finanzieller Unterstützung des Westens. Agent-Provokateure  schossen dann später auf Polizisten und Demonstranten gleichermaßen und lösten so den Maidan-Putsch der gesamten Rechten sowie der Opposition in der Ukraine aus....auch hier waren die neuen Machthaber anschließend nicht in der Lage sich von ihren "Ultras" zu distanzieren  -  was zu einer Neonazi  Beteiligung in der darauf folgenden Putsch-Regierung führte. Dies war dann die eigentliche Ursache für die Abspaltung der russisch geprägten Ostukraine (durch Kampf) und der Krim (durch Volksabstimmung)! Niemand in beiden Regionen wollte sich von Leuten regieren lassen die Geburtstage von Hitler,  Himmler und Goebbels feiern!!!

Maidan-Nächte...Bildquelle: Bild

Europa berichtete in dieser Krise nur über die Opposition und nicht über die Nazis unter ihnen. Man glorifizierte die mit scharfer Munition rumballernden rechten Swoboda Horden, welche auch Beamte in ihren Gebäuden verbrannten und Menschen auf offener Straße erschossen, als Freiheitskämpfer und friedliche Demonstranten. Über die dortige Polizei  ( in ihrer Eigenschaft als Verteidiger des Rechtsstaates auftretend) wurde von der westlichen Presse NUR als Schergen der sicherlich korrupten Regierung berichtet.

Man vergleiche die Bilder von Hamburg mit denen von den Maidan Krawallen...hier gibt es auffallende Ähnlichkeiten, nur die Berichterstattung ist vollkommen umgedreht. Bei uns sind diesmal die "friedlichen Demonstranten und Freiheitskämpfer" die Bösen, während es damals auf dem Maidan die sich zur Wehr setzende Polizei war....merkt Ihr was?!

Bildquelle: Bild

Ob nun links, liberal, Mitte oder rechts, die Mechanismen für entstehende Krawalle sind überall die selben, es braucht halt nur die "richtige" Mischung und ein paar Drahtzieher die verstehen wie man diese entzündet. Danach muß die Deutungshoheit der Medien sichergestellt werden. (klare schwarz weiß Malerei und Schuldzuweisung mit anschließender Präsentation von Scheinlösungen) Hauptsache "der Mob" ist Schuld letzenendes egal ob rechts oder links gerichtet. So wurde meiner Meinung nach auch in Hamburg vorgegangen. Es waren bestimmt nicht nur Linke aus ganz Europa (was die Grenzkontrollen eindrucksvoll belegt haben) sondern eine mehr oder weniger bunte Mischung von allem, welche gezielt entzündet wurde, evtl. als Übungs-Szenario für einen kommenden Bürgerkrieg.

Als  angenehmen Nebeneffekt kann man (wie immer bei False Flag Operationen) den Linken, anderen kritischen Geistern und der Kommunalpolitik die Alleinschuld in die Schuhe schieben. Der Polizeistaat kann weiter ausgebaut und von den miserablen Gipfelergebnissen abgelenkt werden. Über die Stärkung der Sicherheitsbehörden kann dann genauso  fabuliert werden wie über BW-Einsätze im Inland, um dem Bürger so Stärke vorzugaukeln. Gefickt eingeschädelt, denn ist ja bald Bundestagswahl!

Schönen Tag noch...

Euer Micha

Samstag, 3. Juni 2017

Ein Outdoor-Lautsprecher Projekt für den kleinen Geldbeutel



Da die Welt wieder einmal kopfsteht und sich die Ereignisse überschlagen, gehe ich ein wenig in mich um den Kopf frei zu kriegen. Raus aus dem Wettbewerb um die schnellste Schlagzeile, hin zu zwei Eigenentwicklungen - Lautsprecherprojekte welche mir schon länger im Kopf herum schwirrten. Das erste Projekt ist was für den kleineren Geldbeutel und von praktischer Natur - gerade jetzt zur Grillzeit. Das zweite Projekt ist schon sehr gehoben und befindet sich in der Hifi Spitzenklasse, dieses soll in meinem nächsten Artikel beleuchtet werden. Nun zum ersten Projekt welches bereits vollendet ist und sich bestens bewährt hat....

Projekt 1:  Das passive Outdoor 2.1 System "Thor"

Es ist wie es ist, die Sonne scheint und man verbringt viel Zeit im Garten, dabei wird man meist von einem schräbbeligem Radiosound genervt. So macht das Musikhören einfach keinen Spaß. Miniboxen und Kompaktanlagen können nur ein Notbehelf sein, und Lust darauf ständig seine Boxentürme in den Garten zu hieven hat auch niemand. Also was ist zu tun? PA Boxen in der Größe eines Kleinwagens treten allenfalls nur zu Feten auf den Plan. Wenn solche Monster danach nicht zeitnah abgeräumt werden gibt es mit Sicherheit Partnerinnen die dann zu Monstern mutieren. Aus diesem Grunde habe ich mir Gedanken gemacht und ein relativ preiswertes, wetterfestes sowie kompaktes passiv 2.1 System entworfen, von dessen Klang ich vollkommen überzeugt wurde....

Der Subwoofer

Da das Gehäuse wetterfest sein sollte war natürlich Kunststoff das Material der Wahl, allerdings ist sowas meist astronomisch teuer, aber es gibt ja das Internet. Alles begann also mit sechs Hart-PVC Platten, welche ich bei der Firma Onlineplast für 80 Euro im Netz erstand. Die Materialstärke von 12 mm war ein Kompromiss zwischen Stabilität und Preis, wobei sich diese Stärke später als vollkommen ausreichend erweisen sollte. Fünf der sechs Platten wurden mit "Tangit" PVC-Kleber verklebt, den Boden habe ich aus Servicegründen später allerdings mit Edelstahlschrauben und Dichtmasse verschlossen. So entstand ein geschlossenes Gehäuse-Volumen von etwa 25 Liter. Ich entschied mich nicht nur aus platzgründen für ein geschlossenes System, sondern auch weil ich keinerlei Bedürfnis verspürte mehrbeinigen Untermietern eine neue Heimat zu verschaffen ;o)

Nach dem alle Löcher gesägt waren, ich alles geschmirgelt, grundiert und gelackt hatte, sah das ganze schon recht stabil und nett aus. Als Subwoofer Treiber kam der Doppelschwingspulen-Tieftöner Sinus Live B25D für knappe 50 Euro zum Einsatz. Das Herz des Ganzen ist die Intertechnik Weiche Sub 100 für etwa 32 Euro, welche genau wie der Tieftöner auf 4 Ohm ausgelegt ist. Beide Komponenten sind zwar nicht highendig, boten aber eine anständige Qualität zu einen erträglichen Preis. Der Subwoofer wurde nun durch die Weiche bei 90 Hz (mit 12dB) getrennt. Die Verkabelung des Subwoofers erfolgte mit 1,5 qmm Oelbach Kabel und das Terminal kam genau wie die Weiche und das Dämmmaterial aus dem Hause Intertechnik. Als Finish rundete ein Lautsprecher Gitter von Emphaser für knapp 20 Euro die Subeinheit ab. Gesamtkosten der Subwoofereinheit (mit Schrauben, Kleber Farbe, Kunststoffprimer, Kleinmaterial, Dämmstoff, Dichtmasse und Terminal) 210 Euro.


Die Satelliten

Bei den Satelliten hatte ich auf ein Fertigprodukt der Marke McGee gesetzt - die MC PA 50 - dabei handelt es sich um Outdoorlautsprecher aus Fernost, welche zum damaligen Zeitpunkt knapp 50 Euro kosteten. (heute mittlerweile über 60) Deshalb würde ich aktuell eher auf die "JBL Control one" setzen welche mittlerweile auch für unter 100 Euro verschärbelt wird. Praktisch bei der McGee ist die Verschraubung mit normalen Kreuzschlitzschrauben, welche hinter dem Gitter sitzen. Das Metallgitter entfernt man einfach indem man eine Nadel durch ein Gitterloch steckt und das Gitter mit sanftem Nachdruck entfernt.
 McGee MCPA 50 ohne Gitter


 Minikondensator als Weiche

 Upgrade: 12dB Weiche, Trennfrequenz 3000 Hz, 8 Ohm

Das Innenleben ist wie das Hartkunststoffgehäuse ganz OK, allerdings fallen die dünnen Kabel und der mickrige Kondensator auf welcher als Weiche fungieren soll. (siehe Bilder oben) Die Hochtonkarlotte und der straffe Tiefmitteltöner machen einen, sagen wir mal, soliden Eindruck - Also etwas mit dem man arbeiten kann. Auch das Anschlussterminal mit Schraubklemmen ist durchaus brauchbar. Der Kondensator und die Minikabel wurden flux entfernt und durch eine 12 dB Weiche mit einer Trennfrequenz von 3000 Hz ersetzt. Kostenpunkt bei E-Bay knappe 24 Euro inkl. Versand (das Paar). Das vorher angesprochene Oelbach-Kabel sichert nun die Konnektivität zwischen den Komponennten. Auch hier kommt Dämmwolle der Firma Intertechnik zum Einsatz...Komplettpreis der Satlautsprecher mit Upgrade-Kleinscheiß sind etwa 80 Euro.

Die Abstimmung

Die McGee sind 8 Ohm Lautsprecher, also tendenziell etwas zurückhaltender als der leistungshungrige 4 Ohm Subwoofer, was mir sehr entgegen kam.  Da das menschliche Gehör tiefe Töne etwas vernachlässigt sowie mittlere Töne sehr bevorzugt und es im Freien keine vernünftige Raumakustik gibt, ist diese leichte "Fehlanpassung" zu Gunsten des Tieftöners von mir gewünscht. Der erste Indoor-Test war allerdings durchwachsen. Obwohl der Tiefton echt gut war (straff, detailliert und wenn es darauf ankam auch gewaltig) waren Mittel- und Hochton immer noch viel zu präsent. Das ganze erinnerte an den "Taunussound" der Firma Canton. 

 Erster Test indoor an High End Anlage T+A R 1500er Serie

Die Auflösung war für ein derartiges System allerdings recht gut - und ich bin verwöhnt. Gegen den heftigen Mittel-Hochton hatte ich aber noch ein Ass im Ärmel. Da die Sub 100 Weiche hochwertige Keramikwiderstände zur Schalldruckabsenkung der Satelliten besitzt, habe ich damit die Satlautsprecher um etwa 3 dB abgesenkt und siehe da....Heureka!!! Das System machte nun richtig Spaß. Damit konnte es nach draußen gehen!

Zweiter Test nach Abstimmung an JVC AX 662 outdoor....WOW!!!


Fazit, Installation + Steuerung

Nach der Außeninstallation und Aufhängung der Satlautsprecher fiel die unglaubliche Ortbarkeit und das solide Bassfundament direkt ins Ohr. Effektsounds von Kraftwerk wurden genau so ordentlich wiedergegeben wie heftige E-Gitarren Riffs von AC/DC und vom Bass will ich erst garnicht anfangen. Stundenlanges fettes Musikhören im Garten war nun möglich und das ohne zu nerven. Klanglich spielt dieses 2.1 System einige hochpreisige Lautsprecher die ich kenne an die Wand und das für unter 300 Euro. Ein paar Sturzregen sowie Hitze über 30 Grad hat es klaglos überstanden, somit scheint es auch praxistauglich zu sein. Fazit....echt was für den Garten, ich freue mich jedes mal beim Outdoor-Musikhören knubbelig ;o)

Fertige Verkabelung: 1,5 qmm Kupfer Flachkabel in Kabelkanal

Das Sahnehäubchen....PC und MP 3 Wiedergabe sowie Lautstärke lassen sich über W-LAN mit dem Programm Teamviewer steuern, welches ich auf meinem Tablet und dem PC installiert habe. (was übrigens ein Tipp meines Sohnes war) Das Ergebnis ist eine echt fast schon dekadent coole Musiksteuerung für lau!!!! Angeschlossen ist dieses Außensystem an meinen Arbeitszimmer-Verstärker JVC AX 662, welcher wiederum von meinem PC, über eine externe Soundkarte von Tascam mit Musik beschickt wird. Ich kann nur jedem Musik- und Gartenfreud so etwas empfehlen. Die Belastbarkeit dürfte etwa bei 2x70 Watt Sinus und 2x120 Watt Musik liegen, was für diesen Zweck vollkommen ausreichen dürfte. Der DC Widerstand des Systems liegt bei etwa 4 Ohm, was einer Imedanz (frequenzabhängiger Widerstand) von 6 Ohm entsprechen dürfte, der angeschlossene Verstärker sollte also nicht nur ein 8 Ohm Verstärker sein. Auf der sicheren Seite seid Ihr wenn Euer Verstärker 4 Ohm stabil ist.

Viel Spass beim Nachbau....und frohe Pfingsten!

Liebe Grüße

Euer Micha

Kleiner Nachtrag: 

Das System wurde für unsere speziellen Bedürfnisse Vorort ausgelegt, das heißt es steht schon etwas geschützt unter einer Terrassenüberdachung. Der Subwoofer allerdings ist schon klatschnass geworden, da Windböen waagerechten Regen produziert haben - Was aber weder für das Gehäuse, noch für den lackierten Treiber ein Problem war. Wenn ein Nachbau oder ähnliches völlig ungeschützt aufgestellt wird, empfehle ich zwei Dinge. Entweder besorgt Ihr Euch Schutzhüllen welche abends über die Systeme gezogen werden können (im Prinzip reicht eine große Tüte) oder Ihr verbaut im Subwoofer ein Polypropylen Chassis und achtet auch beim Sat-Kauf auf Kunststoff Membrane. Solche Lautsprecher sind allerdings etwas schwieriger zu finden und auch ein wenig teurer.