Net News Express

Samstag, 23. Dezember 2017

Die neue "korrekte Menschlichkeit" in der Arbeitswelt - Bericht aus einer "fiktiven" Firma.



Amazon ist was die Arbeitsbedingungen angeht ohne Frage ein fragwürdiger Verein, auch Paketdienste beuten laut neusten Presseberichten ihre Mitarbeiter unter skandalösen Bedingungen aus. Aber bei solchem Arbeitgeberverhalten scheint es sich anscheinend um einen neoliberalen Zeitgeist zu handeln der zunehmend auch in deutschen Traditionsunternehmen fußzufassen scheint. Hier ein Bericht aus einer deutschen mittelständischen Firma mit über 100 Angestellten. Der Name der Firma kann aus arbeitsrechtlichen Bedenken nicht preisgegeben werden, da mich die dort Angestellten "Informanten" baten dies nicht zu tun.  Aus  Furcht vor "Bestrafung" und aus Sorge um ihre Jobs versteht sich.

Ich nenne diese Firma mal "Geisterbahn GmbH & Co KG" weil dort in weiß gekleidete Herren durch die Gänge schreiten und Angst und Schrecken verbreiten. Sie poppen hinter einem so plötzlich und unerwartet auf wie eine Windows Fehlermeldung und wenn der Arbeitnehmer dann nicht glaubhaft schweißgebadet in Arbeit ertrinkt, werden zynische Sprüche vom Stapel gelassen, wie: "Na, schon Pause?"

Die Geisterbahn GmbH hat sich schon lange der Tarifbindung entzogen und gibt neuen Angestellten in der Tat nur das was ihnen zusteht, nämlich ganze 20 Tage Urlaub im Jahr und ziemlich karge Entlohnung....immerhin aber etwas über dem Mindestlohn. Dafür müssen die Arbeitnehmer aber schon bis an ihre Leistungsgrenze gehen - angetrieben von gezielter "Knappheit" der umlaufenden Arbeitsmittel. Ich erkläre hier mal das Prinzip:

Die einzelnen Abteilungen teilen sich zur Herstellung der Produkte bestimmte Arbeitsmittel. In der einen Abteilung werden die unfertigen Produkte in Vorrichtungen gebracht, damit sie in der anderen Abteilung weiterbearbeitet werden können. Ist das geschehen, müssen die Produkte wieder aus ihren Vorrichtungen geholt werden. Die Vorrichtung wird gereinigt und geht wieder zurück zur Bestückung. Obwohl das Produktionsvolumen steigt (und das ist fast nur der Fall) bleibt die Anzahl der Vorrichtungen bis auf Ausnahmen immer gleich. Das heißt im Klartext...alle Arbeitnehmer in dieser Kette müssen immer schneller arbeiten damit die Vorrichtungen auch wieder rechtzeitig in die anderen Abteilungen gelangen, damit diese weiter arbeiten können. Ist ein Bereich mal nicht schnell genug, stehen sofort die Mitarbeiter/innen der anderen Abteilung auf der Matte und drängeln....das führt des öfteren zu Streit zwischen den Abteilungen und zu Konkurrenz um die umlaufenden Arbeitsmittel. Das Hamsterrad dreht sich also immer schneller und die Hamster treiben sich gegenseitig an, ohne das es eines regelnden Eingriffs von oben bedarf. Wenn aber mal eine Maschine defekt ist und die Kette steht, tauchen wie aus dem Nichts die sonst knappen umlaufenden Arbeitsmittel in Massen auf. Das heißt die Arbeit stapelt sich auf und muss aufgrund ihrer Fragilität auf jeden Fall verarbeitet werden, was wiederum zur Folge hat das der arme Mensch dessen Maschine defekt ist alles wieder aufholen muss, da er sonst nicht nur in Arbeit ertrinkt, sondern auch die Produkte bei zu später Verarbeitung beschädigt werden. Diese Beschädigung wird dann dem Arbeitnehmer angelastet! Aus diesem Grund treibt der getriebene Arbeiter den Mechaniker an schneller den Defekt zu beheben....was dieser oft nicht kann.

Diese Knappheit setzt sich durch den ganzen Betrieb fort, sodass alle Abteilungen quasi im Akkord arbeiten ohne dafür bezahlt zu werden. Müssen Filter, Säcke o.ä. getauscht, oder Wartungsarbeiten durchgeführt werden, wird nur das am dringendst nötige erledigt. Wartungsprotokolle werden einfach ohne Wartung unterschrieben damit man ja keinen Produktionsstau verursacht. Wenn man beispielsweise Einweg Arbeitsschutzutensilien benötigt, (Brillen Masken, Handschuhe, Gehörschutz o.a.) folgt unweigerlich der Spruch: "Aber denke ja nicht du kriegst jeden Tag was Neues!" Geht ein Hammer kaputt, musst du wochenlang auf einen STIEL warten, den du dann selbst an dem Hammerkopf befestigen darfst - So ein Mitarbeiter. Ein guter neuer 300 Gramm Peddinghaus Hammer kostet bei Ebay ja ca. 10 Euro zuzgl. Versand.....das ist für die "menschlichste" Firma der Welt wohl viel zu viel. Genau so sieht es mit anderen Arbeits- und Verbrauchsmitteln wie z.B. mit Schmiermittel (ob nun flüssig oder in Pulverform) aus, da werden komplizierte Mechaniken mit gebrauchten Ersatzteilen ganz ohne Schmierung repariert und sind deshalb nach ein paar Tagen natürlich wieder defekt - Hauptsache schnell und es darf nichts kosten - erbärmlich!!!! Graphitsprays kosten beim "Ausbeuter" Amazon (immerhin 26-30 Tage Urlaub je nach Tarifgebiet) 6,95 Euro plus Versand - was natürlich wieder zu viel Geld für den menschlichsten Betrieb der Welt ist!

Warum betone ich nun in den vorherigen Sätzen die "Menschlichkeit" dieses Unternehmens so sehr? Ganz einfach. Die Geisterbahn GmbH & Co KG ist nach außen hin ein politisch absolut korrekter Betrieb. Sexuelle Belästigung, Diskriminierung und Rassismus führen seit neustem zur sofortigen Kündigung, obwohl mir ein solches Verhalten von Mitarbeitern der Geisterbahn GmbH noch NIE zu Ohren gekommen ist - und ich höre viel von dort!!! Freundschaftliches gegenseitiges Necken oder das eine oder andere Verhältnis gibt es schon mal, aber das war es dann auch!!! Alles im vollkommen normalen Rahmen. Das einzig bösartige dort ist nach Aussage der Beschäftigten die "Bestrafungspolitik" der Führung und mancher Vorarbeiter. Ist man dort einmal in Ungnade gefallen, sei es durch eine AU zu viel oder durch Musikhören, Handynutzung, ja selbst bei Überforderung - wird man in fremde Abteilungen zu den ätzensten Vorarbeitern (regelrechte Mobbingexperten) geschickt die einen dann so richtig fertig machen (natürlich auf politisch vollkommen einwandfreie Art) das man nach einiger Zeit von selbst kündigt - Auch beliebt sind niedrige und erniedrigende Arbeiten weit unter Qualifikation. Derartige Sanktionen können jeden dort treffen, egal welchem Geschlecht oder welcher Religion man angehört oder welcher Landsmann jemand ist! Das nenne ich mal gerecht!

Das ist also die neue menschliche vorzeige Korrektheit in vielen deutschen Betrieben. Man verfolgt vorgeschoben und vollmundig nicht vorhandene Diskriminierung, beutet aber ÜBERGREIFEND ALLE Mitarbeiter aus. Erschaffe ein nicht vorhandenes Problem und präsentiere eine Scheinlösung. Sowas wird dann unter Beifall von Grünen Politbanausen, Frauen- und Menschenrechtlern sowie Migrantenvereinen in DE begrüßt, Hauptsache politisch korrekt das Ganze! Und manche solcher Firmen werden sogar für ihre "Vorbildfunktion" ausgezeichnet...ich könnte kotzen!

Na ja, Gott sei Dank ist das nicht mein Arbeitgeber...

Der Arbeitgeber meiner Frau hat im übrigen einen Tag vor Fälligkeit das Weihnachtsgeld nicht gezahlt und nun, zwei Tage vor Weihnachten die Insolvenz beantragt um Klagen von Mitarbeitern zuvor zu kommen, welche schon kein Gehalt mehr bekommen haben.

Auch hier bin ich froh nie gearbeitet zu haben.

In der Hoffnung das es bessere und gerechtere Arbeitgeber (Arbeitsbedingungen/Bessere Geschäftsmodelle) gibt...

Euch allen gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Euer Micha

Sonntag, 17. Dezember 2017

Hochwertige bezahlbare Audio-Netzteile selbst gebaut - Teil 2



Wie ich bereits in meinem ersten Artikel über Spannungsversorgungen beschrieben habe (siehe hier) verbessern hochwertige Netzteile den Klang von Verstärkerschaltungen nachhaltig. Dabei kann man einiges an Geld sparen, aber Geld in die Hand nehmen muss man trotzdem. Wenn das angeschlossene Gerät, wie im vorherigen Artikel, mehrere hundert Euro kostet macht das ja auch Sinn, aber wie sieht es mit günstigeren Vorverstärkern aus. Lohnt es sich für Phonovorstufen von knapp über hundert Euro die Spannungsversorgung zu verbessern? Die Hersteller finden das auf Grund der zu geringen finanziellen Marge nicht, deshalb werden für günstige Vorstufen auch keine besonderen Netzteile gebaut. Ich finde allerdings schon das man auch bei günstigen Geräten eine Verbesserung durch eine wirtschaftlich modifizierte Stromversorgung erzielen kann, sofern man dabei auf Qualität und Preis achtet! Niemand bezahlt beispielsweise 150 Euro für ein Geräteupgrade wenn das Gerät selbst nur 100 Euro kostet. Man rüstet ja auch nicht den Motor eines Fahrzeugs dermaßen auf das die Motor-Tunigkosten den Neuwagenpreis überschreiten. Also machte ich mich an die Arbeit.

Mein Ziel war es für die Hälfte des Preises der Pro-Ject Phono-Box I (Kostenpunkt PB I = 110,- Euro - also für 55 Euro) eine relativ hochwertige Spannungsversorgung zu bauen. Die Phono-Box I braucht im Gegensatz zur zweiten Version (welche eine Wechselspannung benötigt)  eine einfache Gleichspannung von 18V. Da ich ja bereits Erfahrung in der Teilebeschaffung hatte, legte ich bei Reichelt Elektronik das PROMA EG 2 Gehäuse, Schalter, LED, Sicherungshalter, DC Kabel, NTC´s (für Einschaltstrombegrenzung) usw. schon mal in den Warenkorb. Die Netzteilelektronik und den Trafo fand ich nach längerer Suche auf Ebay, wobei der Netzteilbausatz noch einen Upgradeprozess durchlaufen wird. Der 18 Volt 8VA Trafo von Monacor stammte aus einer Werkstattauflösung und war für 4 Euro zuzgl. 4 Euro Versand ein echtes Schnäppchen. Der Spannungswandler wurde Versandkostenfrei als Bausatz für schlappe 10 Euro geliefert.

Die Qualität der Elektronik war für normale Verhältnisse hoch (rauscharmer regelbarer Stabi LM 317, präzisions Spindeltrimmer sowie großer Kühlkörper usw.) ....besonders wenn man den günstigen Preis bedenkt, allerdings musste noch ein wenig Feinschliff her. Nach dem ich mir die Schaltung genau angesehen hatte, beschloss ich die Gleichrichterdioden (1N4007) gegen ultraschnelle BYV 27-200 zu tauschen, was eine wesentlich schnellere und störungsfreie Gleichrichtung ermöglicht. Der vorgesehene "normale" Elko von etwa 2200 uF wurde von mir gegen ein low ESR Elko von 4500 uF ausgetauscht. Vorteile dieses Elkos sind ein erheblich minimierter Verlustwiderstand und eine Kapazitätsverdoppelung. Eine Verdoppelung der Kapazität hat über den Daumen gesehen eine HALBIERUNG der Brummspannung zur Folge, welche bei solchen Netzteilen systemimmanent ist und so klein wie möglich gehalten werden sollte! Weitere Teilekosten für den Reichelt Warenkorb waren dadurch überschaubare 3 Euro - gesamt nun inkl. Versand 30 Euro. Noch das Typenschild für 4,- inkl. Versand und die Platine, diesmal für 3 Euro bei Ebay geschnappt und schon waren die kompletten Teilebestellungen erledigt.

Nachdem alle Teile angekommen waren musste ich als erstes den Trafo "überkopf" auf der Platine befestigen. Dieses Vorhaben war ohne entsprechende Halterung sehr schwierig, ich entschied mich diesmal für die unzerstörbare 2 Komponenten Kunstharzklebung. Nachdem der Trafo mit der Platine vergossen, die Elektronik "zusammengebraten" und verschraubt war, sah das Ergebnis in dem Proma Gehäuse schon echt gut aus. Siehe Foto oben.

Jetzt noch ein wenig verdrahten, abgleichen, bohren und feilen und fertig war ein sehr gutes Netzteil für den Phonovorverstärker Pro-Ject Phono-Box I. (Fotos oben) Der Gesamtpreis der Teile war 55 Euro!!! Das Preisziel für die Hälfte des Systemgesamtpreises eine anständige Spannungsversorgung zu kreieren habe ich diesmal nur sehr knapp mit einer Punktlandung bei 55 Euro erreicht. Dennoch ist ein stabiles, hochwertiges, schönes und vor allem ein wirtschaftliches attraktives Audio-Netzteil bei der Sache herausgekommen. Dieses Netzteil verhilft der Phono-Box zu mehr Dynamik und besserer Auflösung, bei reduzierter sowie nicht wahrnehmbarer Brummspannung. Dieses Netzteil kann überdies für fast alle günstigen Phonovorstufen mit normaler positiver Betriebsspannung zwischen 9 und 19 Volt abgeglichen werden.

Technische Daten:

Gesamt Siebung: 4500 uF
Spannung regelbar: 0-19V
Strom: max. 1,5A - 500 mA mit Monacor Trafo
Stabilität: ca. 0,4% / A
Noise: ca. 0,005 % / V



Viel Spass beim Nachbau und
liebe Grüße sowie ein besinnliches Weihnachtsfest.

Euer Micha
 
Praxistest:

Das Netzteil wurde an der Phono-Box I meines Schwagers angeschlossen. Die Wirkung war eine bessere Auflösung in Höhen sowie Mitten und das Bassfundament schaltete einen Gang zu. Mein Schwager bezeichnete den Klang im Vergleich zum Standard-Netzteil als "spektakulär".  Zuerst hatten wir die beiden Geräte (Phono-Box und PSU) aus optischem Grunde übereinander gestellt - sieht nämlich wirklich toll aus, bei ähnlichem Design und exakt der gleichen Breite, aber davon rate ich ab.

Als wir nämlich etwas lauter hörten und die Nadel eine Leerrille der Platte "Brothers in Arms" durchglitt, vernahm ich ein leichtes Brummen. Da ich mir nicht vorstellen konnte das ein so wertiges Netzteil auch nur leise brummt, habe ich die Phono-Box neben die PSU gestellt....und siehe da, das Brummen war weg! Dieses Verhalten war im übrigen immer wieder reproduzierbar.

Aus Gründen der leichteren Verkabelung des Trafos mit dem Netzschalter usw. , habe ich den Trafo "überkopf" (also Anschlüsse nach oben) im Frontbereich positioniert. Diese Positionierung hat zur Folge das im vorderen Bereich der PSU eine leichte Streuung des Trafos nach oben stattfindet, der Vorteil ist, das sich die Gleichrichtung, Siebung  und Stabilisierung im hinteren Bereich, außerhalb des Trafo-Streufeldes befindet. Zusätzlich hat die saubere DC Versorgungsspannung dadurch extrem kurze Wege zum Phono-Pre. Nebeneinander sehen die beiden Geräte aber auch nicht schlecht aus und es brummt NICHTS!

Dieses Mini-Manko hätte durch die Verwendung eines Talema Ringkerntrafos und den Einbau einer Kaltgerätebuchse samt Schutzleiter am Gehäuse vermieden werden können. Allerdings hätte dieses Mehrkosten sowie einen erhöhten Arbeitsaufwand verursacht und klanglich keinerlei Vorteile gebracht. Da es mein Ziel war ein, im Verhältnis zur Phono-Box, wirtschaftlich attraktives Netzteil zu bauen, habe ich auf diese "Luxusaustattung" verzichtet. Wem aber der Stachel des Perfektionismus dabei im Fleische steckt, der möge dieses Upgrade gerne durchführen, ist nämlich nicht verkehrt, auch unter VDE Gesichtspunkten ;o)

Mehrkosten Upgrade insgesamt: ca. 20 Euro
Einbau Kaltgerätebuchse, zeitlicher Mehraufwand: etwa 1,5 Stunden.

Nichtsdestotrotz ist ein audiophiles Gerät für den kleinen Geldbeutel entstanden und darum ging es mir!

Montag, 11. Dezember 2017

Hochwertige bezahlbare Audio-Netzteile selbst gebaut - Teil 1


Da unser High- End Lautsprecher-Projekt (siehe hier) momentan wegen familiärer Umstände unseres Holzfachmannes auf Eis liegt, habe ich mich zwischenzeitlich mit einer anderen technischen Sache befasst. NETZTEILE!

Die Qualität eines Verstärkers oder Vorverstärkers steht und fällt mit der Qualität seines Netzteiles, da das verstärkte Signal letzten Endes zu 100 Prozent aus der bereitgestellten Betriebsspannung besteht. Ein ausreichend starkes Netzteil zur Verfügung zu stellen ist meistens nicht das Problem, sondern ein impulsfestes, rausch- und brummarmes, sowie schnelles Netzgerät (PSU) zu bekommen. Eine gleichgerichtete und gesiebte Spannung ist nämlich IMMER von einer kleinen Brummspannung überlagert. Ziel muss es sein diese Brummspannung durch ein besonders stabiles und gut eingestelltes Netzteil zu minimieren. Überdimensionierte Trafos, schnelle Gleichrichter und Kondensatoren mit großen Kapazitäten, sowie rauscharme Stabilisatoren stellen dann eine impulsfeste Leistungsreserve zur Verfügung und verhelfen dem Verstärker zu ungeahnten Fähigkeiten - Er klingt einfach viel besser!

Die meisten Hersteller, beispielsweise von Phonovorverstärkern, legen Standardnetzteile zu ihren Geräten. Mit solchen Netzteilen funktionieren die Geräte bisweilen sehr zufriedenstellend. Um aber das volle Potenzial eines Phonovorverstärkers abzurufen bieten die Produzenten sündhaft teure Upgrade Netzteile an. Bei günstigeren Phonovorstufen werden gar überhaupt keine Netzteilupgrades angeboten, was sehr schade ist, da auch hier eine Klangverbesserung durch ein Netzteilupgrade zu erzielen wäre. Dieses Manko wollte ich so nicht hinnehmen.

Also begann ich für meine "Lehmann Black Cube"  Phonovorstufe eine Spitzen PSU zu bauen.
Der Lehmann inkl. Standard PSU kostet in etwa 450 Euro. Die Erweiterung, das sogenannte PWX Netzteil, kostet ca. 330 Euro. Mein Ziel war eine Halbierung des Netzteil-Preises durch Selbstbau - bei gleicher Qualität versteht sich. Also begann meine Suche im Netz...

Wie Immer enttäuschte mich das Internet nicht und ich landete auf einer vorzüglichen Seite namens "Thel Audio World". Hier werden in Modulbauweise hochwertigste Netzteile, Spannungswandler, Netzfilter, Trafos, Vorstufen und vieles mehr angeboten. Mit sehr viel Liebe zum Detail und Know-how wird dem Besucher alles erklärt was er über Audioelektronik wissen sollte....allerdings, ein bisschen technischen Sachverstand sollte man schon mitbringen.

Ich entschied mich für den Thel Spannungsregler SPR 3 HQ für 72 Euro zzgl. 8 Euro Versand.
Gewissermaßen ein Netzteil ohne Trafo mit einer Monster Elektronik:

Gesamt-Kapazität Siebung: 17600 uF
Symmetrischer Aufbau :  von +-1 Volt bis max. +- 30Volt
Strom: max. 3 Ampere  / 1,6 A mit Hahn Trafo
Stabilität: 0,3%/A +20mV/A
Noise: 0,003%/V

Als Trafo wählte ich wegen der Abmessungen und der "überkopf" Einbaufähigkeit ein Hahn Flachtransformator mit 2x15V bei 2x800mA = 24 VA. Dieser Transformator kostete bei Ebay 10,50 Euro + 4,50 Versand.


Hier mal beides auf Platine

...und beim verkabeln
....beim Abgleich
Erster Test
Mit dem Gehäuse wurde ich bei Reichelt fündig und nicht nur das. Das PROMA EG 2 Alugehäuse ist nicht nur günstig und wunderschön, sondern auch gut zu bearbeiten. Das Gehäuse sowie einige Kleinteile, (230V LED, Schalter, Kabeldurchführungen und Sicherungshalter, NTC sowie eine 4 Pol XLR Buchse usw.) kostete mich bei Reichelt Inkl. Versand 34 Euro. Kurz noch für 2 Euro eine unverkupferte Lochraster-Platine (160x100 mm) bei Ebay geschossen und als Sahnehaube ein schönes Typenschild dort bestellt (4 Euro) sowie ein paar Stunden Arbeit und....voila da war es dann!





Das Ergebnis war verblüffend! Alle meine Platten hatten plötzlich mehr Räumlichkeit und Durchhörbarkeit. Instrumente schienen aus dem Nichts zu kommen, so dass man sich beim Einsatz des Schlagzeuges fast schon erschrecken konnte, so ansatzlos knallt es rein. Alles ist souveräner, fester und unangestrengter - Also ein Dynamikanstieg im besten Sinne! In der Summe habe ich 135 Euro für dieses Netzteil bezahlt. Im Vergleich dazu der PWX Upgrade Preis des Herstellers 330 Euro....Das Ziel war die Hälfte dieses Hersteller-Preises...ich würde also sagen: Mission accomplished!!! Da das Ergebnis so geil ausgefallen ist habe ich auch noch mein Drehernetzteil ersetzt! Der Arme vegetierte mit einen vollkommen unterdimensionierten und unstabilisierten 40mA
Billig-Steckernetzteil vor sich hin. Upgrade Kostenpunkt auf 600mA (voll stabilisiert und gesiebt - 2200uF) knapp unter 50 Euro!

Ersatz für Thorens Plattenspieler Netzteil


So...hier nun beide bei der Arbeit :o)
Für Kleinere Phonoamps (z.B. Projekt Phonobox I+II u.a.) werden leider wie schon erwähnt keine größeren Netzteile angeboten. Wahrscheinlich ist sowas für eine Firma bei einem Artikelpreis um die 100 Euro nicht wirtschaftlich. Aber im Selbstbau funktioniert das 100 Prozentig....wie ich im nächsten Technikartikel zeigen werde.

Liebe Grüße

Euer Micha

Sonntag, 10. Dezember 2017

Der Untergang der ARA San Juan - eine Spurensuche



Noch unbeschädigte San Juan - Bildquelle Wikipedia


Nachdem die Jamaika-Konstellation in DE durch Anflüge von Lindner-Rückgrat gescheitert war und die SPD erneut den Merkel Steigbügelhalter macht, konnte ich über deutsche Politik nur noch Fremdscham empfinden - so richtete sich meine Aufmerksamkeit nun auf Geschehnisse im Ausland. Eine Sache stach mir dabei besonders ins Auge, nämlich die Entwicklungen im Unglücksfall des argentinischen U-Bootes ARA San Juan. Hier nun eine Spurensuche...

Die ARA San Juan (Kennung S 42) ist ein argentinisches U-Boot der TR 1700 Klasse, welches von den Thyssen Nordseewerken in Emden gebaut wurde. Das U-Boot wurde 1983 vom Stapel gelassen und ist eines von zwei aktiven U-Booten dieses Typs in der argentinischen Marine. Der Bau von vier weiteren U-Booten dieses Typs wurde in Argentinien unter Lizenz geplant und sogar begonnen, allerdings wurde keines der Boote bis heute komplett fertiggestellt. Die San Juan wurde angeblich 2014 in einer argentinischen Werft komplett restauriert, wobei auch die Batterien erneuert worden seien.

Die untergegangene S 42 war im November angeblich unterwegs auf einer Routinefahrt in den Küstengewässern Patagoniens, um nach offiziellen Verlautbarungen, Einsätze gegen illegale Fischer zu tätigen. Ich halte ein solches Szenario für etwas unwahrscheinlich....hat für mich was von "mit Kanonen auf Spatzen schießen" - aber später dazu mehr.
Jedenfalls meldete die 44 Köpfige Besatzung am 15. November um 7:30 Uhr, etwa 240 Seemeilen vor der Küste, einen Brand in der Stromversorgung des Bootes. Hier der übermittelte Funkspruch:

„Der Meerwassereintritt über das Lüftungssystem in den Batterietank Nr. 3 verursachte einen Kurzschluss und Schwelbrand - Die Bugbatterien sind jetzt außer Betrieb, wir navigieren nun mit den Heckbatterien weiter"

Das Boot schien also unter Kontrolle und erhielt von der Marineleitung den Befehl in Richtung "Mar del Plata" weiter zu fahren, wo sich die Heimatbasis befindet. Keinerlei Rettungs- oder Bergungsmaßnamen wurden eingeleitet, was zusätzlich ein Hinweis für die Funktionsfähigkeit des Bootes hätte sein können. Als das Boot sich aber nicht wie vorgeschrieben 48 Stunden später, also am 17. November meldete, wurde es als vermisst gemeldet und eine großangelegte Suchaktion begann, an der viele Nationen inkl. USA und GB teilnahmen. Am  25. November beteiligte sich auch Russland mit dem Aufklärungsschiff Jantar und dem Tauchboot Pantera plus an der Suchaktion.

Jetzt folgte der Harken an der Geschichte...US Horchposten hatten etwa zwei Stunden nach dem (oben beschriebenen) Funkkontakt mit der S 42 eine Explosion auf der Route der San Juan registriert, welche die argentinische Marine nicht bemerkt haben will. Ansonsten hätte die Suchaktion noch am selben Tag begonnen werden müssen, also am 15. November und nicht wie geschehen am 18. November. All das wurde erst am 23. November von der argentinischen Marine bestätigt!

Außerdem gab es weitere Merkwürdigkeiten. Noch am 18. November gab es Versuche  von einer angeblich unbekannten Quelle einige Militärbasen über ein Sattelefon zu erreichen. Die versuchte Kontaktaufnahme zog sich über mehrere Stunden hin und deutete auf den Notruf eines U-Bootes hin. Der Netzbetreiber Iridium bestätigte allerdings in Zusammenarbeit mit dem argentinischen Verteidigungsministerium, das die Anrufe nicht von dem Gerät auf der San Juan gestammt hätten. Am 30. November 2017 beendete die argentinische Marine offiziell die Suche nach Überlebenden und erklärte die Besatzung der San Juan für tot.

Zur Zeit konzentrieren sich die Ermittlungen auf besagten Batteriebrand auf der S 42. Im Zentrum
der Ermittlungen stehen angeblich zwei deutsche Firmen welche die Batterien geliefert haben sollen. Eine hatte nur den Deal vermittelt, die Andere jedoch die Batterien geliefert. Bei der Batteriefirma handelt es sich um Hawker/Ernersys welches allerdings ein US Unternehmen ist und die U-Boot Batterien in DE auf dem ehemaligen Gelände der Firma Varta in Hagen fertigt. Hawker/Ernersys ist eigentlich bekannt dafür ziemlich gute Bleiakkus zu bauen, allerdings ist der US Hersteller in der Vergangenheit öfters mit dem Gesetz in Konflikt geraten. So musste die deutsche Tochterfirma in Hagen kürzlich 23 Millionen Euro Strafe wegen illegaler Preisabsprachen zahlen. Trotz aller Undurchsichtigkeiten im Firmenverbund Hawker/Enersys sehe ich den Schwerpunkt des S 42 Unglückes ganz wo anders - und jetzt wird es spannend!

Die TR 1700 U-Boot Reihe ist so flexibel ausgelegt, das die Boote für mehrere Arten von Anwendungen und Antrieben hergerichtet werden können - INKL. DEN EINBAU VON KERNREKTOREN! Im Jahre 2011 verfügte Präsidentin Kirchner die Fertigstellung der im Bau befindlichen anderen TR 1700 U-Boote - zwei davon mit Nukleartechnologie. Ausgewählt hierfür wurden die "Santa Fe" und die "Santiagio del Estero". Die San Juan sollte zwischenzeitlich einen ersten argentinischen Minireaktor testen, dessen weiterentwickelte Nachfolger indes sollten dann in die Boote "Santa Fe" und "Santiagio del Estero" eingebaut werden. Vergessen wir jetzt mal nicht das die San Juan 2014 "Generalüberholt" wurde, erschwerend kommt hinzu das keine Protokolle dieser Überholung vorliegen. Das hat das argentinische Parlament ja auch bemängelt und ist deswegen auf die falsche Fährte von Enersys gekommen. Habt Ihr da in DE geschlampt? Lautet der Vorwurf in der Presse. Na, merkt Ihr was?

Ich überlasse es nun jedem selbst aus diesen Fakten seine Schlüsse zu ziehen, aber wegen Fremdfischei war S 42 sicherlich nicht unterwegs, zumal die San Juan mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Top Secret Projekt beherbergte. Das die argentinische Marine hier verschleiert, die US Boys das auffliegen lassen und die Russen nur Tage später Vorort sind, das sind dann wohl ein paar Zufälle zu viel für den gesunden Menschenverstand!

Liebe Grüße

Euer Micha


Quellen: