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Sonntag, 11. März 2012

Fukushima und die Lügen der Atomlobby


Es ist soweit, die Rauchschwaden haben sich verzogen und es war Zeit um die Opfer zu trauern. Nun ist die Katastrophe von Japan zu ihrem Jahrestag wieder in den Köpfen. Und vieles was nicht hätte bekannt werden dürfen, wurde bekannt. Gut so, denn nur so kann man die richtigen Schlüsse ziehen! Hier mal eine Zusammenfassung des Arte Themenabends zur Katastrophe vom 11.03.2011 die im übrigen sehr aufschlussreich ist!

Tokyo, es war der frühe Nachmittag des 11.03.2011 als dort die Erde bebte. Es handelte sich um das viertstärkste je gemessene Erdbeben. Das Beben ereignete sich 130 Km vor der Küste von Sendai und hatte nach offiziellen Angaben eine Stärke von 8,4 auf der Richterskala, in Wirklichkeit hatte es sogar die Stärke 9,0! Keine 40 Minuten später bricht ein 150 Km breiter und 15 Meter hoher Tsunami über mehrere Kilometer tief in das Land ein, über 19.000 Menschen sterben und Hunderttausende verlieren ihr Zuhause.

Um 15:43 bricht, durch die Flutwelle die Stromversorgung der Reaktoren 1-3 des Kernkraftwerkes Fukushima zusammen, nur wenige Minuten später werden auch die Kraftstofftanks der Notstromaggregate aus den Verankerungen gerissen. Sämtliche Wasserkühlungen eines Kernkraftwerkes fallen aus, das Rohrleitungssystem ist gebrochen und Risse befinden sich in den Abklingbecken…ein weltweit einmaliger Vorgang! Doch die Öffentlichkeit ahnt das alles zu diesem Zeitpunkt noch nicht…

Arnold Gundersen ein Atomingenieur des Aufsichtsgremiums des US Kongresses sagt heute dazu: „Block 1 war schon vor dem Eintreffen des Tsunamis ohne Kühlung, nach Eintreffen des Tsunamis waren dann auch die drei anderen Reaktoren CHANCHENLOS!!!“ Am selben Nachmittag behauptete der japanische Premierminister Kan noch, die Lage sei stabil und die Anlagen seien angeblich abgeschaltet worden. Um 19:45 versagt dann die Stromversorgung in Teilen Tokyos und bereits eine ¾ Stunde später wurde der Notstand ausgerufen. Es herrschte auf Grund der Zerstörungen zu dieser Zeit kaum noch Kommunikation zwischen den Einsatzkräften vor Ort und den Hauptquartieren in Tokyo.

Inzwischen sammelt sich immer mehr Wasserstoffgas, welches in einer chemischen Reaktion zwischen verbrennendem Metall und Kühlwasser entsteht, unter den Reaktordächern, welches dann mit Luft ein gefährliches Knallgasgemisch ergibt. Obwohl es den Einsatzkräften gelingt, durch die Schließung eines Ventils weiteren Zustrom von Wasserstoffgasen zu verhindern ist es bereits zu spät, das Gemisch in Reaktor 1 explodiert. Es ist der 12.03.2011…die Zeit 13:36.

Reaktor 1

Reaktor 3

Zwei Tage Später explodiert auch noch Block 3 des AKW Fukushima Dachi und dass auch noch viel heftiger als zuvor in Block eins geschehen. In beiden Blöcken hat die Kernschmelze zu diesem Zeitpunkt bereits eingesetzt und ist weit fortgeschritten. Die Regierung gibt indes nur noch die Informationen des Betreiberkonzerns Tepco weiter, dieser gibt zwar eine Wasserstoffexplosion in Block 3 zu, sagt aber, das laut deren Parametern die Reaktoren sicher seien. Regierungssprecher Yukio Edano faselt diese Fehlinformation der Reaktorsicherheit unreflektiert weiter und behauptet die angebliche Wasserstoffexplosion von Reaktor 3 wäre so „harmlos“ wie die in Reaktor 1. Das stimmt definitiv nicht wie das Wissenschaftsmagazin Nature und internationale Experten berichten. Bei dieser Explosion wurde Plutonium über rund 40 Kilometer verteilt, was den Schluss nahelegt das es sich bei der Explosion in Block 3 um eine Art „schmutzige Nuklearexplosion“ und nicht um eine reine Wasserstoffexplosion gehandelt hat! Eine Regierungskommission kam wegen der Teilchenmengen und der Entfernungen in denen sie gefunden wurden zum gleichen Schluss.

Fukushima-Dachi Luftaufnahme

Während man trotz umfangreicher Probleme in Reaktor 2 diesen mehr und mehr stabilisiert, ereignet sich am 15 März in Block 4 eine weitere Explosion. Block 4 war zwar abgeschaltet, aber dort lagern (im Abklingbecken) Unmengen von Brennstäben und der komplette Reaktorinhalt des abgeschalteten Reaktors 4, alles außerhalb einer schützenden, inneren Reaktorhülle und ganz ohne Schutzbehälter. Genau in dieses Abklingbecken wurde dann später aus der Luft und aus Feuerwehrwagen verzweifelt versucht Wasser einzubringen. Es galt über 200 Tonnen aktives Nuklearmaterial zu kühlen!!! Hätten diese Massen Nuklearbrennstoff angefangen unkontrolliert abzubrennen, hätte das den schnellen Strahlentod für rund 200.000 Japanern bedeutet, so Gunersen. Das NRC (US-Nuklearbehörde) rechnet mit dem Schlimmsten und rät US Staatsbürgern in Japan sich mehr als 100 Km vom Reaktor zu entfernen. Gunersen meint sogar: „Japan hätte auseinanderbrechen können, wenn es bei diesen MOX-Brennstabmengen zu einem unkontrollierten Abbrand im Abklingbecken gekommen wäre!“

Emmerich Seidelberger, Reaktoringenieur meinte dazu: „Es war ein Verzweiflungsakt. Meerwasser wurde nur verwendet weil nichts anderes mehr ging. Es waren keine Süßwasserressourcen mehr da. Meerwasser verkrustet die Pumpen, aber das war egal, Priorität hatte die Kühlung des Abklingbeckens.“ Die Alternative wäre die von Gunersen beschriebene Monsterkatastrophe gewesen, welche Japan wahrscheinlich derart zerstört hätte, das diese Wunden niemals hätten verheilen können. Tepco wollte aber auf gar keinen Fall dieses Szenario zugeben, weil sonst weltweit sämtliche Experten die Möglichkeit dieser Art Katastrophe gesehen hätten und das wäre das Ende der weltweiten Atomnutzung gewesen. Als eine Nebenwirkung der ständigen Kühlung, durch von außen zugeführtes Wasser, trat eine ständig steigende Menge abfließendes radioaktives Wasser auf, welches ungehindert in den Boden und den Ozean floss. Die Schätzungen über die Mengen an radioaktiven Partikeln im Wasser haben sich inzwischen verdreifacht. Auch die Entfernungen in denen sehr hohe Werte gemessen wurden, legen eine viel höhere Verseuchung nahe als letzte Schätzungen besagen.

Um Klarheit zu erlangen bleibt einem oft nichts anderes übrig, als auf Informationen von unabhängigen Wissenschaftlern zurück zu greifen.

Wolfgang Kromp vom Institut für Sicherheit und Risikowissenschaften in Wien meint : „Es ist ein Kardinalsfehler gewesen in Japan überhaupt AKW´s zu bauen. Es ist in einem derartig erdbebengefährdeten Land nicht möglich sichere Kraftwerke zu bauen.“ Dasselbe gilt meiner Meinung nach erst Recht für US-Atomkraftwerke im Bereich der San-Andreas-Verwerfung in Kalifornien! Christopfer Busby, Strahlenchemiker an dem „Unabhängigen Europäischen Komitee für Strahlenriesiken“ hat sich Autofilter aus Japan schicken lassen. Anhand dieser Filter, die aus Autos stammen welche alle weiter als 200km von Fukushima entfernt waren, will er die wahren Ansammlungen von radioaktiven Partikeln in der Luft nachweisen. Die Anzahl von strahlenden Partikeln die Menschen dort durch ihre Atmung inhalieren können ist hoch. Cäsium 134 und 137 wurde in besorgniserregenden Mengen in den Autofiltern gefunden. Die Konzentrationen entsprechen dem 300 bis 1000 fachen, der zu den Hochzeiten der Atombombentests, in den 60er Jahren gemessenen Strahlungswerten.


Journalist Suzuki

Bei der Verschleierung der wirklichen Verseuchung arbeiten die Atomindustrie und ihre gekaufte Presse übrigens Hand in Hand. General Electric, Areva, Tepco und Westinhouse haben gewaltigen Druck auf den US-Kongress und auf die US-Medien ausgeübt…..sie sollten das Desaster herunterzuspielen. Und tatsächlich, die US Medien hielten sich spürbar zurück, es gab kein Vergleich zur diesbezüglichen Berichterstattung in Europa. In Japan und den USA wurden Journalisten welche kritische Fragen stellten sogar gefeuert. Techniker welche vor dem Vorfall auf Störfälle und Schlampereien hingewiesen haben wurden ebenfalls entlassen. Momentan arbeiten Leiharbeiter, welche von Sub- und Sub-Subunternehmen beschäftigt werden in den Kraftwerken, um so etwas wie einen Anschein von korrekten Aufbau und Sicherungsarbeiten zu erwecken. In Wirklichkeit wird diese „Armee“ der „Leiharbeiter des Todes“ (wie sie genannt werden), von der japanischen Mafia kontrolliert. Die Arbeiter können nur 4 Stunden am Tag in den Reaktoren Arbeiten. Die Strahlendosis welche sie dabei abbekommen ist immens. Vor dem Unfall galten Arbeiter als extrem kontaminiert, die bei einer Kontrolle ca. 180 Messimpulse ausstrahlten. Sie wurden sofort vom Gelände gebracht und isoliert behandelt. Heute werden nach Feierabend, Arbeiter mit über 4000 Messimpulsen einfach nach Hause gelassen, wo sie ohne ihre Behandlung ihre Familien verstrahlen könnten. Für viele sind halt 100,- € jetzt wichtiger als Krebs in zehn Jahren! Das alles hat Herr Susuki, ein investigativer Journalist, der sich als Arbeiter in Fukushima hat einstellen lassen, mit versteckten Kameras und in Gesprächsprotokollen dokumentiert!

Egal was Tepco, andere Atomkonzerne und die japanische Regierung auch sagen, Experten reden von über 1.000.000 zusätzlichen Krebserkrankungen in Japan durch den Fukushima Gau, in den nächsten zehn Jahren. Der Norden Japans ist verloren und die Partikel durch diese Katastrophe werden noch in 250.000 Jahren auf der ganzen Welt messbar sein! Dafür, das man uns zu Beginn der Kernenergieerzeugung erklärt hat, das mit sowas wie einem Supergau nur einmal in tausenden von Jahren zu rechnen sei, hatten wir für meinen Geschmack schon verdammt viele! Mittlerweile gehen führende Institute davon aus, dass sich ein Supergau ca. alle 10 bis 20 Jahre ereignet. Na denn Prost Mahlzeit!

Hier mal die gesamte Arte-Doku welche auch die Quelle des Berichts darstellt:


Liebe Grüße

Euer Micha

Freitag, 8. April 2011

Neuer Livestream aus Japan!


Hier ein kleiner neuer Service für Euch, da NHK bei UStream und anderen Quellen offline gegangen ist, habe ich mal eine etwas alternativere Quelle gewählt.
Diese Nachrichten hier sind von Privatpersonen aus Japan...auch mal ganz interessant. Zusätzlich gibt es unten einen Strahlungsmonitor aus Tokio.

Yokosonews - ungefilterte Eindrücke aus Japan


In Krisensituationen an verlässliche Nachrichten zu kommen ist bekanntlich nicht ganz einfach. Die aktuelle Verwirrung um eine Kernschmelze im Atomkraftwerk Fukushima in Japan zeigt dieses wieder einmal. Staatliche Stellen wollen nichts sagen, traditionelle Medien erhalten nur schwer Zugang zur betroffenen Region. Social-Media-Dienste dagegen liefern ungefilterte Informationen, die aber nicht auf ihre Richtigkeit geprüft werden können (können offizielle Angaben übrigens auch nicht). Der japanische Journalist Katz Ueno kommentiert nur in Englisch, er nutzt diese Rohinfos und versucht die Informationen einzuordnen sowie die daraus gewonnenen Erkenntnisse via Livestream in die Welt zu senden. (siehe unten)


Live TV : Ustream

Live Strahlungsmonitor aus der Nähe von Tokio:
Zum besseren Verständnis eine kleine Stahlungsinfo. Werte von 0,1 bis 0,3 Mikrosievert die Stunde sind durchaus vertretbar, erst ab 10 Mikrosievert/h wird´s gefährlich. Jetzt leider ein neuer Monitor mit kurzer Werbung *würg*, der Alte ist mal wieder offline gegangen.
Free TV Show from Ustream

Stay tuned und

Liebe Grüße

Euer Micha

Quelle: Netzwelt

Samstag, 12. März 2011

Livestream aus Japan (in englisch) Update

Hallo Leute,

aus aktuellem Anlass habe ich ein Livestream des japanischen Senders NHK eingebaut. Da sich die Ereignisse in Japan nach dem schweren Erdbeben, dem anschließenden Tsunami und dem Atomdesaster des AKW´s Fukushima 1 überschlagen, bleibt man am besten aus dem Land des Sonnenaufgangs direkt auf dem laufenden.
Der Sender ist meistens in englischer Sprache. Zum Starten des Live TV´s auf den Playpfeil oder die beiden Pfeile links unten klicken. Unter dem Video mache ich für Euch einen kleinen kommentarlosen Ticker, den ich nach meinen Möglichkeiten aktualisiere. Stay tuned....euer Micha!

NHK live:

Live Broadcasting by Ustream

In Japan hat es unglaubliche Verwüstungen gegeben und aus Japans Regierung hört man Stimmen die von nicht einmal 1000 Toten sprechen. So ein Quatsch!!! Nach dem Erdbeben und dem Tsunami in Japan werden nach einem Medienbericht allein in einer Hafenstadt im Nordosten Japans noch 10.000 Menschen vermisst. Wie der öffentlich-rechtliche Sender NHK am Samstag berichtete, handelt es sich um den Ort Minamisanriku in der nordöstlichen Präfektur Miyagi. Laut der Nachrichtenagentur Kyodo würde damit mehr als die Hälfte der Gesamtbevölkerung von 17.000 Menschen in der Stadt vermisst. Die unten abgebildeten Satellitenbilder verdeutlichen das ganze Orte von der Landkarte verschwunden sind.

Auch in Reaktor Fukushima 2 + 3 soll die Kühlung jetzt ausgefallen sein und auch hier droht über kurz oder lang die Kernschmelze. Update 17.11 Uhr: Die japanische Nachrichtenagentur Kyodo meldet, dass in einem dritten Atomkraftwerk, also nicht nur in Fukushima das Kühlsystem ausgefallen ist. Betroffen sei die Atomanlage Tokai, die an der Ostküste südlich von Fukushima liegt. Update 18:30: Nach dem schweren Erdbeben in Japan ist ein Vulkan im Süden des Landes wieder aktiv. Der 1421 Meter hohe Shinmoedake stoße Gestein, Asche und Gas aus, meldet der japanische Wetterdienst. Zuvor war der Vulkan seit 52 Jahren inaktiv, mehrere Wochen vor dem Erdbeben allerdings begann eine leichte aktivität und nun ist er ausgebrochen. Der Shinmoedake liegt auf der Insel Kyushu rund 1500 Kilometer vom Epizentrum des Erdbebens entfernt.

22.47 Uhr: Havarie Atomkraftwerk Nummer drei ist Onagawa, für dass jetzt auch der nukleare Notfall ausgerufen worden ist. Angeblich wäre keine Radioaktivität ausgetreten. Die in der Gegend gemessene erhöhte Radioaktivität könnte laut japanischer Behörden vom havarierten Atomkraftwerk Fukushima stammen. Update 1.26 Uhr: In Japan wird die Versorgungssituation in einigen Regionen immer ernster: Zettel mit der Aufschrift „ausverkauft“ hängen an vielen Tankstellen in der Präfektur Ibaraki, die südlich von Fukushima und der Erdbebenregion liegt. An den wenigen noch offenen Tankstellen bilden sich lange Schlangen. 2.11 Uhr: Ein Nachbeben der Stärke 6,2 erschüttert die japanische Hauptstadt Tokio. Das berichtet der Sender NHK. Über Schäden in Tokio und bei den schon angeschlagenen Atomkraftwerken in Fukushima, Tokai und Onagawa ist zunächst nichts bekannt. 3.43 Uhr: Im Reaktorblock drei des Atomkraftwerks Fukushima-Daiichi hat es erneut eine Wasserstoffexplosion gegeben. Das bestätigen Vertreter der japanischen Atomenergiebehörde. Auf dem unten liegenden Foto erkennt man ganz klar das Stahlgerippe von Reaktor 3, ganz links sieht man den bereits seit Samstag zerstörten 1 Reaktorblock. (Gelber Pfeil)

Update 6.41 Uhr: In Tokio geht die Angst um Versorgungsengpässe um. Besorgte Bürger stürmen die Supermärkte und kaufen viele Läden leer. Eine ältere Frau sagt dem Fernsehsender NHK, sie kaufe alle Lebensmittel, die sie finden könne. Auch Trinkwasser und Batterien, da später Stromausfälle erwartet werden. Vor den Eingängen der Geschäfte bilden sich lange Schlangen. „Der Laden ist so voll, das ist schon gefährlich,“ sagt der Leiter einer Supermarktfiliale im Zentrum von Tokio. „Ich muss jetzt den Zugang beschränken.“
Update 11.42: Medien berichteten von einer möglichen Wolke aus radioaktiver Strahlung, die der in östliche Richtung wehende Wind hinaus auf den Pazifik trage. Dort brach der amerikanische Flugzeugträger USS Ronald Reagan seinen Hilfseinsatz ab, wie Kyodo meldete. Die «New York Times» nannte die Gefahr durch eine Strahlenwolke als Grund und berief sich auf US-Regierungskreise. Mehrere Crewmitglieder hätten binnen einer Stunde eine Monatsdosis Strahlung abbekommen. 15.03.11 - 4.25: Ein in der Nacht ausgebrochenes Feuer in Reaktor 4, konnte nur unter hohem Einsatz von US Kräften und japanischem Militär gelöscht werden. Durch eine erneute Explosion in Reaktor 2 und das Feuer in Reaktor 4 wurden wahrscheinlich die Druckbehälter beschädigt. Selbst die Regierung Japans spricht jetzt von einem Strahlenleck und hoher Gesundheitsgefährdung im 30 Kilometer Umkreis. 15.03.11 - 5.10: 2,6 Millionen Japaner sind bis jetzt ohne Strom und 1,4 Millionen sind ohne Wasser. Die japanische Börse rast im zweistelligen Bereich in die Tiefe, laut den Börsennachrichten wurden Börsenwerte von über 200 Milliarden Dollar vernichtet.
Update 15.03.11 - 6.30: Der Wind dreht sich in Richtung Süden und trägt damit Radioaktivität in den Grossraum Tokio, in dem ca. 35 Millionen Menschen leben. Die Werte waren bereits heute Morgen in Tokio leicht erhöht. Update 15.03.11 - 7.30: Bis heute sind ca. 600.000 Japaner durch das Erdbeben sowie durch den Tsunami obdachlos geworden und haben Angehörige, Freunde und Ihr ganzes "Hab und Gut" verloren. Zudem wurden um die betroffenen Kernkraftwerke bis jetzt über 200.000 Menschen evakuiert und eine Flugverbotszone darüber eingerichtet.
Ein Bild der Zerstörungswucht
Schienen wurden wie Blumendraht verdreht.

Update 15.00:Inzwischen 700 Milliarden Dollar Börsewert in Tokio weg - In Fukushima herrscht Alarmstufe 6. Nur Tschernobyl hatte 7. Die Märkte reagierten sofort, die japanischen Topkonzerne verloren jetzt insgesamt 700 Milliarden Dollar Börsewert. Auch die Märkte in Europa geben nach.
16.03.11 Update 3.16 Uhr: Im Atomkraftwerk Fukushima 1 sind offensichtlich gleich wieder einmal zwei Reaktoren in Brand geraten. Die Nachrichtenagentur Kyodo meldet unter Berufung auf den Betreiber Tepco, dass auch vom Reaktor 3 Rauch aufsteige. Dessen Brennelemente enthalten auch das hochgiftige Plutonium. Zuvor war bereits im benachbarten Reaktor 4 ein Feuer ausgebrochen. Die japanische Regierung erwägt nach Angaben eines Sprechers nicht, die Evakuierungszone rund um das AKW Fukushima I zu vergrößern 3.29 Uhr: Die radioaktive Strahlung am Atomkraftwerk Fukushima hat neue Rekordmarken erreicht. Es sei der Wert von 1000 Millisievert/Std. (1 Sievert) gemessen worden, berichtete Regierungssprecher Yukio Edano. Bei weiteren Messungen lag der Wert zwischen 600/Std. und 800/Std. Millisievert. 1000 Millisievert sind in Deutschland das Tausendfache dessen, was ein Mensch über ein ganzes Jahr hinweg an zusätzlicher Strahlung aufnehmen darf. 16.03.11 - 5.21 Uhr: Japans Regierung erklärt sich bereit, die Reisreserven des Landes anzubrechen und wo nötig zu verteilen, meldet die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf das Landwirtschaftsministerium. Die japanische Regierung hat ebenso dem Einsatz von Reservisten im Kriesengebiet zugestimmt, unterdessen ereignet sich in Tokio erneut ein Erdbeben. 6.24 Uhr: Der AKW-Betreiber Tepco versucht nach Angaben der japanischen Atombehörde, eine Straße zum Reaktor 4 zu bauen, damit Feuerwehrfahrzeuge den Meiler erreichen können.Die Arbeiter im Atomkraftwerk Fukushima 1 können zurück auf das Gelände. Die Evakuierungsanordnung sei wieder aufgehoben worden, berichtet NHK. Zuvor mussten die Arbeiter das Katastrophen-Kraftwerk für kurze Zeit verlassen, nachdem dort zwei weitere Brände ausgebrochen waren und die Strahlung extrem angestiegen war. 16.03.11 Update 7.00: Nach dem 9,0 starken Erdbeben in Japan steigt die offizielle Opferzahl auf 5000 Tote, die Regierung räumt aber ein das die Opferzahl auf mindestens 10.000 ansteigt. Zehntausende Menschen werden nach wie vor vermisst: Im Ort Otsuchi in der Präfektur Iwate im Nordosten der Hauptinseln Honshu gilt dies für 12.000 des 15.000 Einwohner Ortes. Auch in der Präfektur Miyagi sind mehr als 10.000 Menschen vermisst. Das katastrophale Erdbeben in Japan hat Wissenschaftlern zufolge auch den Lauf der Welt verändert. Das Beben habe die Achse der Erdrotation um rund zehn Zentimeter verschoben, berichtet italienische Institut für Geophysik und Vulkanologie.
Zudem sei die japanische Hauptinsel um 2,4 Meter verrückt worden, sagte Kenneth Hudnut von der US-Geologiebehörde USGS dem Fernsehsender CNN.

Update 17.03.11:0:47 Uhr: Die Firma Tepco sagt, sie konzentriere derzeit ihre Anstrengungen auf die Reparatur von Hochspannungsleitungen, um die Anlage wieder mit Strom zu versorgen. „Wenn diese Instandsetzung beendet ist, werden wir in der Lage sein, elektronische Pumpen zu aktivieren und Wasser in die Reaktoren und in die Abklingbecken für gebrauchte Brennstäbe zu leiten“, sagt Tepco-Sprecher Naohiro Omura. Zwischenzeitlich versuchen Wasserwefer der Polizei und Chinook CH-47 Hubschrauber gleich zwei Reaktoren mit Wasser zu kühlen. 17.03.11 Update 2.20 Uhr: Die Lage in den Flüchtlingslagern im Nordosten Japans wird bei winterlichen Temperaturen immer angespannter. In einer Grundschule in der Stadt Sendai haben die dort untergebrachten Menschen am Donnerstag im Morgengrauen mit Holzscheiten Feuer unter Fässern entfacht, um heißes Wasser zuzubereiten. Die Fensterscheiben sind im Inneren des Gebäudes vereist. Die Menschen versuchen sich mit Decken warm zu halten. Offenbar gehen Gas- und Benzinvorräte zur Neige. Und es hat geschneit. 18.03.11 - 6.51 Uhr - IAEA-Chef fordert mehr Informationen
Yukiya Amano, der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, fordert den japanischen Ministerpräsidenten Naoto Kan auf, mehr Informationen über die Situation in den Reaktoren des AKW Fukushima bereitzustellen. Amano wird das schwer beschädigte AKW Fukushima nicht besichtigen. Wahrscheinlich aus Vorsicht. Der Generalsekretär des Amtes mit Sitz in Wien war am Donnerstag nach Japan geflogen, um sich selbst ein Bild von der Katastrophe zu machen. 8.31 Uhr - Stromverbindung am Samstag?Am Samstag soll die Stromverbindung zu den Reaktoren 1 und 2 wieder hergestellt werden, hofft AKW-Betreiber Tepco. Ein Stromverteiler für Block 1 sei bereits installiert worden. Außerdem soll der Kühlversuch mit Wasserwerfern laut Regierungssprecher Yukio Edano auch auf Block 1 ausgedehnt werden. Kleiner Kommentar vom Micha: "Nun ja, bleibt zu hoffen das die Rohrmatrix des Reaktors soweit intakt ist das die Pumpen, sofern sie dann wieder laufen, Wasser in den Kern bekommen!" 18.03.11 - 8.53 Uhr: Beton-Mantel für AKW Fukushima? AKW-Betreiber Tepco schließt eine Ummantelung von Fukushima I mit einer Schicht aus Sand und Beton wie in Tschernobyl nicht aus. "Es ist nicht unmöglich, die Reaktoren mit Beton zu überziehen", teilte das Unternehmen mit. Vielleicht sei es die einzige Möglichkeit, eine katastrophale Ausbreitung von Strahlung zu verhindern, sagten japanische Ingenieure. Zunächst solle aber weiter versucht werden, den Reaktor abzukühlen. Update 10:00: Nach unbestätigten Berichten des Senders NTV wurde die Störfallklassifizierung des Reaktorvorfalls von Fukushima, der bereits auf Stufe 6 steht (Tschernobyl hatte 7) auf eine noch nicht bekannte Stufe heraufgesetzt. Den "freiwilligen" 50 letzten Technikern im AKW soll das Durchhalten im verstrahlten Kraftwerksbereich von der Regierung befohlen worden sein...immerhin fast 140 Feuerwehrleute kommen Ihnen jetzt zur Hilfe.
Bilder sagen mehr als 1000 Worte: Ein Mann kniet vor den Trümmern seines Lebens!
Update 20.03.11 - 06.20 Uhr:
Die offiziellen Opferzahlen nach der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe in Japan steigen weiter und liegen inzwischen bei mehr als 20.000. Die Polizeiführung teilte am Sonntag nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Kyodo mit, dass mindestens 8133 Menschen in den Tod gerissen wurden. 12 272 gelten offiziell als vermisst. Die Katastrophe vom 11. März ist damit das größte Unglück in der Geschichte Japans seit dem Zweiten Weltkrieg.

06.42 Uhr: Nach Angaben der japanischen Wetterbehörde dürfte Tokio am Sonntag weiterhin von der aus dem Atomkraftwerk Fukushima austretenden Radioaktivität weitgehend verschont bleiben. Für die Region um den Reaktor sagte sie gleichzeitig Nieselregen voraus.

Update 20.03.11 -08.43 Uhr: Die japanische Regierung spricht von Fortschritten im Kampf gegen einen Super-GAU am Reaktor 3 des Atomkraftwerkes Fukushima. Entscheidungen über mögliche Einschränkungen beim Verkauf und dem Verzehr von Farmprodukten will die Regierung nach eigenen Angaben spätestens am Montag treffen.

09.53 Uhr:
Die japanische Nachrichtenagentur Kyodo meldet gerade, dass der Reaktor 2 des Atomkraftwerkes Fukushima wieder am Stromnetz angeschlossen ist. Der Betreiber Tepco bemühe sich zudem darum, die Funktion des Kontrollraums, der Beleuchtung sowie der Kühlung im Reaktor 1 wiederherzustellen, der über ein Stromkabel an Reaktor 2 angeschlossen ist.

09.44 Uhr: Auch das sind Geschichten, die diese Katastrophe schreibt: Die japanischen Rettungskräfte haben am Sonntag im Tsunamigebiet eine 80-jährige Frau und einen 16 Jahre alten Jungen aus Trümmern gerettet. Wie der Fernsehsender NHK berichtete, wirkten die beiden geschwächt, hätten jedoch auf Rufe der Polizei reagiert. Die beiden wurden in Ishinomaki, in der mit am schwersten betroffenen Provinz Miyagi gefunden und ins Krankenhaus gebracht.

So....werde mich nun bei dieser leichten Entspannung in Japan etwas genauer im nordafrikanisch- arabischen Raum und in China umsehen.
Unglaublich was das japanische Volk jetzt zu erleiden hat! Diskussionen über das "Wenn und Aber" bleiben mir im Moment im Hals stecken wenn ich dieses Leid sehen muss. Diese Diskussionen müssen zwar früher oder später geführt werden, aber erst einmal ist Mitgefühl und Hilfe den Opfern gegenüber angebracht!

Stay tuned

Euer Micha

P.S.:Japan mag ein "reiches" Land sein, aber die Jungs haben durch die Finanzoligarchie mehr Schulden am Arsch als sonst wer in Europa! Die einfachen Menschen können dafür eh nichts, deshalb habe ich mich grad einer kleinen Spendenaktion angeschlossen. Mit wenigen Mausklicks könnt Ihr 2,-€ direkt an das Rote Kreuz spenden. Die Firma Groupon legt für jeden 2,-€ Spender nochmal das gleiche oben drauf: Groupon Spendenaktion für Japan

Quellen:
Welt - Vukanausbruch in Japan
Stern - Über 10.000 vermisste in einer Stadt!
Welt online - Katastrophen - Ticker
Tagesschau - Zehntausende vermisst
Spiegel - Erdachse ist verrutscht