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Sonntag, 26. Januar 2020

Der neuste Iran-Konflikt – Eine Analyse!


Ich habe mich lange in Geduld geübt um zu sehen wie sich der aktuelle Konflikt zwischen den USA und Iran entwickelt.Hier geht es nämlich nicht um die schnellste Schlagzeile, sondern um das Lesen zwischen den Zeilen und das Beobachten der Akteure und ihrer Taten. Sowas kostet Zeit! Also nahm ich sie mir, mit einem (wenigstens für mich) überraschenden Ergebnis. Fassen wir erst einmal die Geschehnisse zusammen:

Eine US Drohne tötete am Morgen des 3. Januar einen der mächtigsten Männer im Iran, Oberbefehlshaber Qasem Soleimani. Soleimani war General der Quds-Brigaden welche als Bezwinger des IS im Irak gilt, aus diesem Grunde war Soleimani im Irak und im Iran hoch angesehen und fast schon ein Volksheld. Mit Soleimani starben auch viele irakische Offiziere, denn der Quds General war in einem offiziellen diplomatischen Empfangs-Konvoi des Irak unterwegs. Laut Protokoll ging es um ein Treffen mit dem irakischen Premierminister Adil Abd al-Mahdi, welchen Soleimani am selben Tag um 8:30 Uhr treffen sollte. Trump hatte also wider sämtlichen Völkerrechts einen Mord auf einen Diplomaten in offizieller Mission befohlen. Die Ausrede Trumps, Soleimani plane Terrorakte gegen US Einrichtungen, brach nach der Bekanntgabe der irakischen Regierung in sich zusammen. Selbst dem Pentagon waren keinerlei Terrorabsichten Soleimanis bekannt. Das irakische Parlament beschloss aus besagtem Grunde unter anderem den kompletten Abzug der befreundeten US Truppen aus dem Irak. Die Reaktion des Iran auf den Mord an Soleimani fiel erzürnt fiel aus. Der Iran feuerte als Vergeltungsaktion mehrere Raketen auf US-Basen im Irak ab. Die Bilanz waren zerstörte Hubschrauber und Gebäude sowie 34 verletzte Soldaten. Die Effizienz der iranischen Raketenangriffe war für die meisten westlichen Sicherheitsexperten ernüchternd, zumal keine einzige Rakete von der US Hightech Abwehr abgefangen werden konnte. Dennoch (oder gerade deswegen) spielte die US Armee den Erfolg der iranischen Angriffe herunter. Erst jetzt wird der eigentliche Umfang der Zerstörungen an den US Basen bekannt. Trotz dieser „Klatsche“ (siehe unten) kam es zu keiner Vergeltungsaktion der Amerikaner…

Nur ein paar Tage später am Mittwoch den 8. Januar um 6:44 Uhr ist eine Boeing 737 der ukrainischen Luftfahrtgesellschaft "Ukraine International" kurz nach dem Start vom Flughafen Teheran abgestürzt. Alle 176 Fluggäste (übrigens sehr viele Iraner) und die Besatzung finden den Tod. Sofort gab es Äußerungen von US amerikanischer Seite über einen versehentlichen Abschuss der Maschine durch den Iran. Der Iran allerdings verwehrte sich zuerst heftig gegen diese Anschuldigungen. Der Chef der iranischen Zivilluftfahrt Ali Abedzadeh wies die Vorwürfe um einen Abschuss als nicht logisch haltbar zurück:

Wir können sagen, dass das Flugzeug, in Anbetracht der Art des Absturzes und der Bemühungen des Piloten, es zum Imam Khomeini Flughafen zurückzubringen, nicht in der Luft explodiert ist. Die Behauptung, dass es von Raketen getroffen wurde, ist also völlig ausgeschlossen"

Auch die ukrainische Seite teilte noch am Freitag die Sicht Teherans:

Ein Triebwerk geriet in Brand und das könnte die Absturzursache sein, wir haben aktuell keine Anzeichen für einen Terrorakt“


Am Samstag Morgen gab der Iran dann plötzlich zu die Zivilmaschine abgeschossen zu haben. Eine 180 Grad Wende welche Teheran gar nicht nötig hätte. Der iranische Geheimdienst hätte auch einfach eine Fährte zum Terrorismus legen können und behaupten IS Kämpfer hätten mit tragbaren Raketensystemen die Maschine abgeschossen. Beweise diesbezüglich hätte man einfach gepflanzt. Der Flugschreiber erkennt auch nicht welche Rakete eingeschlagen ist und von wem sie abgefeuert wurde! Für ein Regime wie den Iran wäre es ein Kinderspiel die Ermittlungen in diese Richtung zu manipulieren! Aber stattdessen gab es ein komplettes Schuldgeständnis, überschwängliche Entschuldigungen, Entschädigungszahlungen usw. - das ist irgendwie merkwürdig. Ist die Führung des Iran über Nacht plötzlich zu heiligen Hütern der Wahrheit mutiert – glaube ich kaum! Es muss was hinter den Kulissen passiert sein! Aber was?

Die Erklärungen der Raketen Streitkräfte unter Amirali Hajizadeh sind auch wenig glaubhaft und wirken halbherzig. Angeblich soll die Besatzung der Tor Luftverteidigungseinheit welche die ukrainische 737 abschoss diese mit einer US Cruise Missile verwechselt haben. Wie soll ein US Marsch-Flugkörper fast 1000 km unbemerkt durch den iranischen Luftraum fliegen, sich auf die Größe eines Verkehrsflugzeuges aufblasen und dessen Kurs nach fliegen….? Nur so könnte eine Verwechselung überhaupt möglich sein. Vollkommener Bullshit! Außerdem flog die 737 nach dem Start beleuchtet wie ein Christbaum mit allen Positionsleuchten, zusätzlich wies der Transponder der Maschine diese als Zivilmaschine mit voller Kennung aus. Das soll ein Profi nicht bemerkt haben zumal das Tor System über eine erprobte Flugobjekterkennung verfügt?! Lächerlich! Warum sollte ein Waffenoffizier der in der Startrichtung eines internationalen Flughafens positioniert ist auf eine angemeldete und auf Kurs fliegende Zivilmaschine feuern, selbst wenn seine Systeme gestört wären? Da sagt einem der gesunde Menschenverstand doch bereits zu 99,999 Prozent eine anfliegende Passagiermaschine voraus! Die Bilder unten bestätigen den korrekten Kurs und die korrekte Flughöhe der Maschine. Und sollte nun jemand mit den angeblichen Aufnahmen des Abschusses herumwedeln, dem rate ich bei dem Video auf das Datum rechts oben in der Ecke zu achten, welches keinesfalls das Abschussdatum zeigt – weder nach gregorianischem- noch nach persischem Kalender!
Bildquelle: Alles Schall und Rauch

Der Schlüssel zu den Ereignissen liegt meines erachtens nach in der Personalie Amirali Hajizadeh, seines Zeichens General der Raketenstreitkräfte des Iran innerhalb der Revolutionsgarden, sowie beim Debakel des US Multi-Milliarden-Konzerns Boeing. Wir halten fest das Boeings 737 Flugzeuge Fehlkonstruktionen sind, welche lediglich mit elektronischen Hilfen überhaupt fliegen können, vor allem die 737-800 und ihre Nachfolgerin 737 MAX sind extrem mit Fehlern behaftet und unter Piloten wegen ihrer Unsicherheit verhasst. Die 737 MAX ist deswegen momentan mit einem weltweiten Startverbot belegt welches Boeing jeden Monat Milliardenverluste beschert. Eine weitere 737 Katastrophe welche auf ein Defekt basieren würde, würde Boeing das Genick brechen. Vor allem beim Verkaufsschlager 737-800 hätte ein weiteres Grounding Boeing den Rest verpasst!

Also nehmen wir mal folgendes Szenario an. Die Boeing mit der Flugnummer PS752 der Ukraine gerät auf Grund eines technischen Fehlers direkt nach dem Start in Not, das rechte Triebwerk fällt aus. Teile des sich zerlegenden Triebwerkes beschädigen die Hydraulik weshalb es die Piloten nicht mehr schaffen das wegbrechen des Flugzeuges nach rechts zu korrigieren. Die 737 bricht also in geringer Höhe nach rechts weg und lässt sich wegen weiterer Defekte nicht mehr abfangen. Die Piloten versuchen alles die Maschine zu retten und setzen ihre Priorität auf die Rettung der Maschine, weshalb noch kein Notruf erfolgte. Vergeblich, in der dünnen Luft von Teheran (1200 m über NN) erzeugt nur ein Triebwerk zu wenig Schub um die vollbeladene und betankte sowie beschädigte 737 in den Steigflug zu zwingen. Die Maschine stürzt ab! Trump erfährt einige Details zum Absturz, z.B. es könnte ein Defekt gewesen sein, (siehe oben) daraufhin geht ihm seine gefährdete Wiederwahl durch den Kopf, sollte Boeing pleite gehen. In seinem Aktionismus posaunt er hinaus der Iran hätte die Boeing abgeschossen, versehentlich natürlich! Nur warum sollte er das Wort „versehentlich“ überhaupt einfügen, wo er den Iran doch so hasst? Er hätte doch behaupten können die Dämonen aus Teheran hätten die Maschine bewusst und blutrünstig mit Schaum vor dem Mund abgeschossen? Das Wort „Versehen“ war eine Tür zu Verhandlungen welche Trump indirekt angeboten hat. Vielleicht wusste er etwas über die Situation im Iran? Was uns nun zum Iran bringt!

Im Iran stehen sich erzkonservative und gemäßigte Kräfte gegenüber. Der Chef der Raketenstreitkräfte Amirali Hajizadeh hatte einen wesentlich stärkeren Vergeltungsschlag wegen Soleimanis Tötung vor. Er meinte öffentlich im TV:

Der erste Schlag sei nur ein Auftakt einer langen Reihe von Schlägen um die US Streitmacht im nahen und mittleren Osten erheblich zu beschädigen“

Wir haben Raketen-Kapazitäten um 4000-5000 US Amerikanische Soldaten in mehreren Angriffs Phasen zu töten“

Es geht aber nicht darum, Soldaten zu töten. Vielmehr soll Washingtons militärische Schlagkraft zerstört werden“, sagte er im staatlichen Fernsehen.

Amirali Hajizadeh ist ein Hardliner dessen Rache Absichten den Iran mit Sicherheit in einen hammerharten Schlagabtausch mit den USA gebracht hätten. Das konnte weder der Iran noch die US Regierung unter Trump (er will schließlich wieder gewählt werden) wollen. Auf Deals mit den USA wird sich Teheran auch nicht einlassen, weil diese von den USA sowieso nicht eingehalten werden, aber ich vermute etwas anderes. Trump war sich anscheinend bewusst das sich der gemäßigte Staatschef Hassan Rohani im Tauziehen mit den Fundamentalisten befindet und hat sowas ähnliches wie ein „Wink mit dem Zaunpfahl“ vom Stapel gelassen, in der Hoffnung das Rohani ihn versteht. Deshalb hat Rohani auch am Samstag selbst die Initiative ergriffen und seinen General zum Sündenbock gestempelt, da Hajizadeh als Raketen General auch für einen fiktiven Abschuss einer Verkehrsmaschine der Verantwortliche wäre. So hat Trump kein weiteres Problem mehr mit Boeing und Rohani hat seinen ärgsten Kriegstreiber aus dem Machtgefüge gedrängt. Wenn Trump dann noch versichert hat die militärischen Feindseligkeiten gegen den Iran nicht weiter zu verfolgen entstünde eine Win-Win Situation.

Als Hajizadeh dann am Samstag die Verantwortung für den „Abschuss“ übernahm sagte er, er hätte sich "gewünscht, dass er sterben möge", nachdem er über die Angelegenheit informiert worden war. Na klar, er hatte auch seinen Machtkampf verloren und wurde als Sündenbock zum Geständnis gezwungen. Da weiss der Mann halt was ihn erwartet! Alles nur eine Theorie auf Grund der Ereignisse und aufgrund des Verhaltens der Akteure...aber ich finde eine sehr plausible!


Liebe Grüße

Euer Micha

Quellen:

Sonntag, 16. Juni 2019

Angriff auf Tanker im Golf von Oman - Dummbeweise überzeugen nicht!

In der Straße von Hormus, oder genauer gesagt im angrenzenden Golf von Oman, sind laut einhelligen Presseberichten zwei Tanker internationaler Reedereien angegriffen worden.
Natürlich wurde für diese Attacke reflexartig der Iran von den USA sowie von Großbritannien verantwortlich gemacht. Obwohl die USA tendenziell eher keine Militärvideos preisgeben lag bereits kurz nach den Vorfällen der „Videobeweis“ der US Streitkräfte vor und genau diese machten mich skeptisch.

Aber kommen wir zuerst mal zum Motiv…..der Iran hat einfach keines! In der letzten Zeit zogen die US-Streitkräfte massiv Truppen und Schiffe in der Region zusammen und jede Provokation würde den Iran ins Steinzeitalter zurück befördern. Die USA unter Trump warten nämlich schon länger darauf den Iran zu überfallen. Bis heute allerdings konnte Trump seine Verbündeten nicht davon überzeugen den Iran einhellig (wegen des Atomkonflikts) zu verurteilen, da der Iran sich fast vorbildlich an die Auflagen des internationalen Atomabkommens gehalten hat. Das Motiv der USA läge also darin, durch derartige angebliche iranische Angriffe auf internationale Tanker, ein Handlungsbedarf vorzutäuschen um so die Verbündeten in Kriegsstimmung zu bringen. Die USA hätten also im Gegensatz zum Iran ein starkes Motiv!

Schauen wir uns trotzdem die Argumentation der US-Boys an. Der Iran hätte angeblich Haftmienen an die Tanker gepappt um zu zeigen das er es kann, soll aber angeblich die nicht zur Explosion gebrachten Haftmienen wieder zur eigenen Entlastung entfernt haben. Diese Argumentation widerspricht zu erst mal sich selbst, deshalb hier kein weiterer Kommentar von mir.

Aber ich möchte mir mal die wirklichen Marine Fähigkeiten des Iran ansehen und mit dem Beweisvideo vergleichen. Der Iran verfügt zwar nur über eine verhältnismäßig kleine Marine, welche aber durchaus zu mehr in der Lage ist, als auf dem Video gezeigt wird. Zum Beispiel verfügt dessen Marine über eine Flotte von diesel-elektrischen U-Booten 
(Fateh-Klasse und Kilo-Klasse) welche in der Lage wären mit Torpedos unterschiedlicher Sprengkraft einen lahmen Tanker ohne große Mühe zu versenken oder zu beschädigen. Auch mini U-Boote (Ghadir-Klasse) könnten unbemerkt unterhalb der Wasserlinie Sprengladungen anbringen. Korvetten, Zerstörer oder Schnellbote könnten einfach Seeminen platzieren oder Lenkwaffen auf die Tanker feuern. Stattdessen soll ein Boot das nach Küstenwache, Rettungs- oder Privatboot aussieht mit vielen Personen an Bord (welche auch noch Schwimmwesten tragen) das iranische Militär sein welches gerade Blindgänger von einem Tanker entfernt? Lachhaft! (seht selbst)

Angebliches Minenboot mit "Spezialkräften"
Punkt 1: Überwasser kann mich jeder Hampel sehen und große Schäden kann ich oberhalb der Wasserlinie sowieso nicht anrichten. Wenn ich also wirklich ein Schiff schädigen will und die Fähigkeiten eines Nationalstaates besitze, mache ich das unter Wasser! Jetzt könnte man sagen der Iran wollte keine Ölpest vor der eigenen Haustür….stimmt! Aber wenn ich mir ein Tanker so ansehe (siehe Bilder unten) kann ich diesen mit einem U-Boot und kleineren Torpedos durchaus bewegungsunfähig schießen ohne das ich eine Ölpest auslöse. Ein Hecktreffer würde beispielsweise die Ruderanlage und/oder den Maschinenraum zerstören ohne das die Öltanks in Mitleidenschaft gezogen würden. Dazu ist der Iran durchaus in der Lage und das wäre dann auch eine Demonstration der militärischen Fähigkeiten. Aber mit einem Boot welches nach optischen Gesichtspunkten auch in Privatbesitz sein könnte, fahrlässig (mit vielen Personen in der Nähe) an nicht detonierten Bomben herumzuschrauben, das sähe eher nach panischen Dilettanten aus! Meiner Meinung nach könnte das Video ein Rettungsboot der Küstenwache sein, welches Matrosen von Bord des Tankers rettet.(siehe oben) Es sind nämlich über 40 Seeleute vom Iran gerettet worden, sogar Feuerlöschboote des Iran waren Vorort.
Hier iranisches Löschschiff bei der Arbeit.
Aufbau von Tankern. (Bilder oben) Hinten befinden sich nur der Maschinenraum und die Steuerung, sowie die Brücke - KEINE TANKS! Wenn ich Iraner wäre und wollte Tanker beschädigen ohne meiner Heimat eine Ölpest zu bescheren, würde ich dort angreifen und nicht Mitschiffs! (Bilder unten) Na ja, vielleicht waren es aber auch keine Iraner...

Punkt 2: Der Angriff auf die Tanker erfolgte rechtsseitig. Da die Tanker in Richtung Asien unterwegs waren, liegt der Iran aber links von den Tankern aus gesehen, auf der rechten Seite der Tanker liegt Oman. Nach Aussagen der Matrosen auf der „Kokuka Courageous“ flog ein raketenähnliches Objekt auf die dem Oman zugewandte Seite des Tankers zu. Yutaka Katada, Präsident der in Tokyo ansässigen Reederei Kokuka Sangyo als Eigentümer, bestätigte diese Aussagen. Dieser Umstand würde eigentlich auf die USA zeigen, weil diese im Oman Militärbasen betreiben. Käme der Beschuss vom Iran wären die Tanker linksseitig beschädigt und nicht auf der rechten Seite! Außerdem irritiert mich die schlechte Qualität der „Beweisvideos“. Irgendwie kann ich nicht nachvollziehen wie die Amis im 21 Jahrhundert (der Ultra-HD Ära) mit ihrem multimilliarden Budget solch grottenschlechte verpixelte Digitalaufnahmen abliefern. So etwas dient meiner Meinung nach nicht zur Aufklärung, sondern zur Verschleierung der wirklichen Vorgänge auf dem Video.

Alles in allem wäre ich den vorgelegten US „Beweisen“ gegenüber als Verbündeter sehr skeptisch. Nicht nur weil die Beweise eigentlich keine sind oder weil sie die USA mehr belasten als den Iran, sondern weil die USA ständig solche „Beweise“ vorlegen und nachher stellt sich dann wie beim Irak heraus das alles gelogen war! Wer Kriege auf solche Weise begründet ist der wahre Feind der Menschen, das sollten gerade wir deutschen gelernt haben!

Beste Grüße

Euer Micha

Samstag, 5. Juli 2014

Teuflischer Plan oder Demenz - US-Politik im mittleren und nahen Osten



Fotoquelle: Bayrischer Rundfunk



So langsam müssten sich weltweit Regierungen und Parlamente fragen ob sie die USA noch ernst nehmen sollen. Denn die Liste des Versagens der US-Administratoren ist lang, zu lang um sich mit allen organisierten Staatsstreichen, Fehleinschätzungen, Unterstützungen oder Bekämpfungen in einem Artikel auseinanderzusetzen. Aus diesem Grunde beschränke ich mich mal auf einen Schnelldurchlauf der jüngeren US Außenpolitik im Iran, Irak, Libyen und Syrien sowie mit deren Auswirkungen auf die aktuellen Geschehnisse. Damit wir nicht vergessen wie die heutige ISIS-Krise in Syrien und dem Irak entstanden ist.

Der Putsch im Iran

Mit der CIA Operation Ajax wurde im August 1953 die demokratisch gewählte Regierung um Präsident Mossadegh unter Mithilfe der Schah-Anhänger und des Militärs gestürzt, somit wurde der Schah an die Macht gebracht. Später dann folgte 1979 der Sturz dieser westlichen Wunschvorstellung durch die islamische Revolution und ein islamischer-Gottesstaat unter Ayatollah Chomeini entstand.

Der erste Golfkrieg (Irak - Iran)

Nicht zuletzt wegen der starken Sprüche der Mullahs im Iran sahen Sowjets und Amerikaner der Ausbreitung einer "Gottesstaatlichkeit" mit Sorge entgegen. Und so wurde der Anführer der Bath-Partei und spätere irakische Präsident Saddam Hussein systematisch von allen Ländern der westlichen- wie östlichen Hemisphäre gegen den Iran hochgerüstet. Wegen Streitigkeiten am Schatt al-Arab marschierte dann (ermutigt und bewaffnet durch Ost und West) die irakische Armee am 22. September 1980 um 14.00 Uhr in den Iran ein. Der wirkliche Grund der USA bestand allerdings im Sturz des Ayatollah-Staates Iran um an dessen Ölvorräte zu gelangen. Aber auch Saddam-Hussein hatte seine Ölfelder bereits seit 1972 verstaatlicht - was uns noch zu einer besonderen Erkenntnis führen wird.  

Was folgte war ein 8 jähriger Krieg in dessen Verlauf beide Nationen bis auf´s letzte ausbluteten. Der Irak unter Saddam war am Ende und durch das Scheitern des Feldzuges im Iran blieben die erhofften Gewinne (die den Irak wieder stabilisieren sollten) aus.

1. US-Irakkrieg

1990 - zwei  Jahre nach dem Waffenstillstand zwischen Irak und Iran protestierte Saddam dann bei seinen US-Partnern gegen ein Vorgehen von Kuwait. Kuwait bohrte nämlich widerrechtlich mit Richtbohrungen Irakische Ölfelder an, doch die Amerikaner zuckten nur mit den Schultern,  dieses interpretierte Saddam fälschlicherweise als eine Neutralität der USA und griff Kuwait an, weil er das Öl des Iraks dringend zum Wideraufbau des eigenen Landes benötigte. Die Amerikaner hatten Saddam Hussein allerdings fallen lassen und sich bereits hinter Kuwait gestellt. Was folgen sollte ist hinlänglich bekannt - der erste US-Irakkrieg. Der zweite und endgültige Niederschlag des Iraks folgte dann Jahre später (nach den 9/11 Anschlägen) im zweiten US-Irakkrieg durch vorgeschobene Horror-Storys von Massenvernichtungswaffen und angeblichen Al-Kaida Verbindungen - Diese US-Kriegsgründe sind mittlerweile übereinstimmend weltweit der Lüge überführt. Nach der Übernahme des Irak war übrigens plötzlich die Verstaatlichung der Ölquellen vom Tisch...sowas aber auch.

Zwischenfazit

Zusammenfassend kann man also davon ausgehen...: Es sollte nicht nur der Iran zerstört werden um an dessen Öl zu gelangen, sondern auch der einstige Partner Irak - in dem sich Iran und Irak zermürbten um sich gegenseitig zu schwächen - Aus Sicht der USA nur ein halber Erfolg - hat sich der Iran doch leider nicht unterwerfen lassen. Dieser Umstand erklärt auch die noch heute andauernden Sanktionen und Provokationen der USA gegen den Iran, welcher die "Frechheit" besitzt noch immer nicht vor den USA und der westlichen Welt auf die Knie gefallen zu sein. Der einzige Grund dafür das der Iran sich bis heute behaupten konnte ist, das er keine Partnerschaft mit dem Westen eingegangen ist - so konnte er auch nicht verraten werden.

Der Afghanistan Krieg (1979 - 1989)

Fast parallel zum ersten Golfkrieg (Irak-Iran Krieg) intervenierten die UDSSR 1979 militärisch in den Bürgerkrieg von Afghanistan, zwischen der Regierung der kommunistischen Volkspartei und den Gotteskriegern der Mujaheddin, in dessen Verlauf die USA die sogenannten Freiheitskämpfer der Mujaheddin unterstützte. Die USA errichteten überall Ausbildungscamps für die Mujaheddin und versorgten Diese mit Waffen und Material. Im Ausland warb die CIA islamische Kämpfer für diesen "heiligen" Krieg an und wurde somit Begründer der Al-Kaida. Auch Osama Bin Laden wurde auf diese Art für den Krieg gegen die Russen von den USA ausgebildet. Nach zehn Jahren asymmetrischen Krieges verließen die Russen geschlagen Afghanistan. Doch eine hoch motivierte, zum Teil religiös verblendete und gut ausgebildete Terror-Armee blieb zurück...ohne Arbeit!

11. September 2001

Am 11. September 2001 sollen nach internationalen Presseberichten islamistische Al Kaida Kämpfer unter Führung von Osama Bin Laden einen Großangriff auf die USA durchgeführt haben. Angeblich sollen 4 Passagierflugzeuge gekapert worden sein. Zwei Maschinen rammten das World Trade Center, eines traf das Pentagon und ein anderes soll bei Shanksville nach angeblichem Kampf mit den Passagieren abgestürzt sein. Die ganze Luftabwehr der Supermacht USA war unfähig, abwesend und fehlgeleitet - angeblich durch eine Verkettung unglücklicher Umstände. An diesem Tag an dem tausende Menschen ihr Leben ließen, veränderte sich die Welt. Demokratien mutierten zu Überwachungsstaaten und die US Kriegsmaschinerie überfiel mit ihren Verbündeten Afghanistan und den Irak, angeblich auf der Suche nach Osama Bin Laden. Die ehemaligen afghanischen Freiheitskämpfer (nun an der afghanischen Regierung) wurden zu den feindlichen Taliban und zu Terroristen. Abschließend wurde Saddam im Irak ebenfalls der Rest verabreicht.

Libyenkrieg

Zeitsprung in das Jahr 2011. Mittlerweile ist Al-Kaida zum Feind der zivilisierten Welt geworden, der man schwere Anschläge und hauptsächlich die weltverändernden 9/11 Anschläge zugeschrieben hat - was übrigens nicht meine Meinung ist. (siehe hier)
Zu dieser Zeit wird gerade eine neue Sau durchs Dorf getrieben - der ehemalige Führer Libyens Gaddafi wird als Feind des Westens und der Menschenrechte gebrandmarkt. Was für ihn zuerst Sanktionen und später west-finanzierten Guerillakrieg und offene Luftschläge zur Folge hatte. Wie zuvor Saddam Hussein verliert auch Gaddafi den Krieg und anschließend sein Leben. Genau wie im Irak bleibt ein ruiniertes Land, eine zerstörte Infrastruktur und eine untaugliche Regierung zurück. Es verbreitet sich Chaos! Oft hatte Gaddafi von Al-Kaida Kämpfern gesprochen welche sein Land terrorisieren, aber sein Klagen darüber blieb ungehört. Jetzt wissen wir das ein maßgeblicher Teil der "Rebellen" in Libyen vom Westen gesponserte Al Kaida Kämpfer waren. Auch hier verblieb nach Gaddafis Sturz eine Terrorarmee ohne Arbeit...

Syrienkrieg

Ebenso wie in Libyen wurde gegen Ende des Jahres 2011 in Syrien aus Protesten urplötzlich ein gut organisierter und bewaffneter Guerillakrieg gegen die Regierung. Auch hier wurden die Terrorgruppen nachweislich vom Westen (GB/USA) und von arabischen Geldgebern (Saudi Arabien/Katar) finanziert. Brandneue Toyota Pickups und moderne Waffen tauchten bei den "Rebellen" in großer Zahl urplötzlich wie aus dem Nichts auf. Ein militärisch straff organisiertes Vorgehen, gepaart mit exzellenter asymmetrischer Kriegsführung und der Verbreitung von Angst und Schrecken ließen auf eine entsprechende Ausbildung schließen - was sich auch später durch die Enttarnung der Al-Kaida Terrorausbildungslager in den Nachbarländern Syriens und insbesondere in der Türkei bestätigte. Da waren Sie wieder "unsere Al Kaida Kämpfer" die Multieinsatz-Schlägertruppe der Nato und der Ölscheichs. Überall einsetzbar, entweder in aktiven Kampfeinsätzen oder als Angstmacher zum Supporten eines Überwachungsstaates - wie praktisch!!! Und dass wo Al Kaida doch das WTC eingeäschert haben soll.

Syriens Präsident Assad wäre wahrscheinlich auch den Weg eines Saddam oder eines Gaddafi gegangen - es gab aber einen entscheidenden Unterschied. Bei Saddam und Gaddafi hat Russland stillgehalten, aber als klar wurde das es sich um eine Masche des Westens handelte unliebsame Machthaber zu entfernen, hat Putin Damaskus eben nicht fallen lassen!
So wird Assad wenigstens nicht militärisch vom Westen angegriffen und kann sich voll auf die Bekämpfung dieser Al Kaida "Schattenarmee" aus Söldnern in seinem Land konzentrieren, was die "Rebellen" jetzt ins Nachbarland Irak treibt und aktuell in diesem Sommer für ISIS Schlagzeilen sorgt.

ISIS Krise im Irak - Fazit

ISIS (Islamischer Staat im Irak und in Syrien - vormals ISIL = Islamischer Staat im Irak und der Levante) nennt sich also jetzt der von der CIA gezüchtete und aufgebaute Al-Kaida Golem. Ein zusammengewürfelter Haufen aller Al Kaida Terrorarmeen und sunnitischen Resten der alten irakischen Armee, der sogar den Größenwahn besitzt den Kalifat-Staat auszurufen. Mit dieser theatralischen Ausrufung zum ersten Tag des Ramadan 2014 setzte sich der bisherige ISIS Anführer Abu Bakr al-Baghdadi auf den Stuhl eines Kalifen und fordert somit als "einer des Stammes von Mohammed" die bedingungslose treue aller Muslime - ISIS heißt ab da IS (Islamischer Staat mit Anspruch auf "einziger")! Wie weit das in der islamischen Welt Gehör findet kann ich noch nicht sagen, aber die ungeheure Tatsache das Dieses das Ergebnis jahrzehntelanger US-Amerikanischer Politik des mittleren- und nahen Ostens sein soll, muss die Frage aufwerfen ob das alles in der Absicht der USA gelegen hat (wenn ja, dann wären Diese teuflisch genial) oder aber dass die US-Politik diesbezüglich vollkommen grenzdebil ist. In beiden Fällen ist umgehend die Überprüfung sämtlicher zusammenarbeiten mit den USA zu überprüfen und gegebenenfalls aufzukündigen! Vergesst nicht selber zu denken. Ihr müsst nur vergleichen was Euch im Abstand von Jahren als die jeweilige Wahrheit verkauft worden ist und wird - und Ihr werdet sehen das Sie alle Lügen. Dafür benötigt man aber ein Gedächtnis welches anscheinend bei den meisten Menschen in unserer Zeit verlorengegangen ist.

Liebe Grüße

Euer Micha

Sonntag, 12. August 2012

Erdbeben im Iran und keiner berichtet über den Testreaktor?



                                          Fotoquelle: dpa

Gestern bebte um 16.53 Uhr (Ortszeit), mit einer Stärke von 6,4, nordöstlich der Millionenstadt Tabriz (Täbris) im Iran die Erde. Keine 11 Minuten später erfolgten, ein fast gleichstarkes Beben mit einer Stärke von 6,3 auf der Richterskala, sowie etliche Nachbeben. Das Epizentrum des ersten Bebens lag ca. 500 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Teheran in der Provinz Ost-Aserbaidschan. Das Epizentrum des zweiten Bebens lag lediglich 48 Kilometer nordöstlich von Tabriz. Beide Beben ereigneten sich in einer Tiefe von etwa 10 Kilometern.

Unter den 1,5 Millionen Einwohnern von Tabriz brach Panik aus. Zahlreiche Menschen verließen aus Angst ihre Häuser, hieß es aus offiziellen Kreisen. Die Einwohner der Metropole kamen im Gegensatz zu den umliegenden Dörfern mit Sachschäden davon. Im Umland des Bebens sind hingegen fast 60 Dörfer dem Erdboden gleich gemacht worden, dort werden stündlich die Zahlen der Toten und Verwundeten nach oben korrigiert.

Bis jetzt hat sich die Zahl der Todesopfer  auf mindestens 250 erhöht, bei den Verletzten schwanken die Angaben zwischen 1800 und 2000. 16.000 Menschen sind zur Zeit geflohen und befinden sich größtenteils in Notunterkünften, sagte der stellvertretende Innenminister Hassan Kaddami heute Morgen laut der iranischen Nachrichtenagentur Fars.
Der Iran ist zwar Erdbebengebiet trotzdem fällt mir auf, das die Presseberichte mit keinem Wort den Forschungsreaktor von Tabriz erwähnten. Auch nach 3 Stunden intensiver Internet-Recherche war ich heute Morgen nicht in der Lage Informationen über den Tabriz-Reaktor zu erlangen.  Laut Wikipedia existiert in der Nähe von Tabriz nämlich ein Forschungsreaktor des iranischen Atomprogramms, wobei ich ebenfalls nichts über dessen Größe oder dessen Bedeutung  in Erfahrung bringen konnte.
Oben könnt ihr eine Wikipedia Grafik sehen auf der der Testreakor "Täbris" (links oben) verzeichnet ist. Ich will hier keinerlei Theorien über eventuelle Motive eines "Waffeneinsatzes" suchen,  aber ich würde schon gern über einen solch gravierenden Umstand (Reaktor im Erdbebengebiet) informiert sein, wenn ich als Bundesbürger Nachrichten schaue und Gebühren zahle!  Wenn Ihr über Infos diesbezüglich verfügt, würde ich mich freuen, wenn Ihr mich daran teilhaben lassen könntet. Bin nämlich neugierig...mein Mitgefühl und Interesse gilt aber in diesen Stunden erstmal den Opfern!

Liebe Grüße 

Euer Micha

Kleines Update in Sachen Testreaktor:   Der Reaktor soll nach Angaben  eines Lesers ein Schwerwasser-Forschungsreaktor sein, welcher für die Entwicklung von Argon-Ionenlasern, sowie speziellen Keramikteilen für Temperatursensoren und Geigerzählern benutzt wird. Auch werden dort Hochspannungsschalter entwickelt sowie Forschung an hochreinem Graphit betrieben. Der Forschungsreaktor liegt etwa 20 km südlich von Tabriz und damit ca. 70 km südlwestlich des Epizentrums. Über eventuelle Beschädigungen des Reaktors wurde bis jetzt nicht berichtet. Die Stadt der die Forschungsanlage zugeordnet ist heißt übrigens Bonab, deshalb habe ich die Infos dazu nicht selbst sofort gefunden.

Danke für die Info!


Quellen:

Wickipedia - Irans Atomprogramm
Spiegel - Erdbeben im Iran
Der Standard - Erdbeben im Iran

Samstag, 14. April 2012

Gedanken zum Grass-Gedicht



Ich hätte mich an unserem Urlaubs-Frühstückstisch beinahe an meinem Kaffee verschluckt, als ich aus dem Radio vernahm, das der Nobelpreisträger Günter Grass ein Gedicht geschrieben hätte, in dem er Israel kritisierte. Da ich zu dieser Zeit leider kein Internet hatte, konnte ich mich nur aus den herkömmlichen Massenmedien informieren, welche wie immer sehr einseitig berichteten. Nicht unerwartet, schossen dann sogleich die Berufsempörten des Mainstreams wie Pilze aus dem Boden. Vom „hochethischen“ Herrn Friedmann bis zum „Berufszerpflücker“ Ranicki meinte jeder seinen Senf abgeben zu müssen. Von Dumm über abscheulich bis zum Antisemiten- und Nazivorwürf war alles dabei. Auch mein „besonderer Freund“ Henryk M. Broder, von einigen auch Dirty Hendryk genannt, geizte mal wieder nicht mit verbalen Entgleisungen, auf die ich hier lieber nicht eingehen möchte. (Das liegt nämlich unter meinem Niveau)

Es waren also die üblichen Verdächtigen, welche Günter Grass unter Beschuss nahmen. Natürlich wurde auch nicht versäumt auf die „Nazivergangenheit“ des Herrn Grass hinzuweisen. Nun wenn man sich 1944 als pubertierender siebzehnjähriger freiwillig zur U-Bootmarine meldet um aus dem Einflussbereich seiner Eltern zu entfliehen, dann kann man wohl kaum von einer besonderen NS Vergangenheit sprechen. Auch dann nicht wenn man dort abgelehnt und gegen seinen Willen einfach als Ladeschütze in ein SS-Flaggregiment gesteckt wurde. Grass war weder in der Partei noch hat er selber auch nur einen einzigen Schuss abgefeuert. Und wer das Lebenswerk von Günter Grass kennt für den sind Nazivorfürfe sowieso einfach nur lächerlich!!! Außerdem musste niemand die Vergangenheit von Herrn Grass ausgraben, das hat er bereits 2006 selbst getan, zu so einem Coming out sind die meisten Menschen sowieso nicht im Stande.

Es war mal wieder das alte Spiel, jemanden der unbequeme Wahrheiten aussprach, nicht auf Grundlage der geschriebenen Fakten zu kritisieren, sondern einfach nur persönlich anzugreifen und zu verleumden. Auf den unbestrittenen Wahrheitsgehalt seines Schriftwerkes ist natürlich keiner eingegangen.
Weil so viel Unfug im Fernsehen über dieses „Gedicht“ gesagt wurde, könnt Ihr es hier im Original lesen und Euch selbst ein Bild machen ob Herr Grass hier abscheuliche Hetze zu Papier gebracht hat:

„Warum schweige ich, verschweige zu lange,
was offensichtlich ist und in Planspielen
geübt wurde, an deren Ende als Überlebende
wir allenfalls Fußnoten sind.

Es ist das behauptete Recht auf den Erstschlag,
der das von einem Maulhelden unterjochte
und zum organisierten Jubel gelenkte
iranische Volk auslöschen könnte,
weil in dessen Machtbereich der Bau
einer Atombombe vermutet wird.

Doch warum untersage ich mir,
jenes andere Land beim Namen zu nennen,
in dem seit Jahren - wenn auch geheimgehalten -
ein wachsend nukleares Potential verfügbar
aber außer Kontrolle, weil keiner Prüfung
zugänglich ist?

Das allgemeine Verschweigen dieses Tatbestandes,
dem sich mein Schweigen untergeordnet hat,
empfinde ich als belastende Lüge
und Zwang, der Strafe in Aussicht stellt,
sobald er mißachtet wird;
das Verdikt "Antisemitismus" ist geläufig.

Jetzt aber, weil aus meinem Land,
das von ureigenen Verbrechen,
die ohne Vergleich sind,
Mal um Mal eingeholt und zur Rede gestellt wird,
wiederum und rein geschäftsmäßig, wenn auch
mit flinker Lippe als Wiedergutmachung deklariert,
ein weiteres U-Boot nach Israel
geliefert werden soll, dessen Spezialität
darin besteht, allesvernichtende Sprengköpfe
dorthin lenken zu können, wo die Existenz
einer einzigen Atombombe unbewiesen ist,
doch als Befürchtung von Beweiskraft sein will,
sage ich, was gesagt werden muß.

Warum aber schwieg ich bislang?
Weil ich meinte, meine Herkunft,
die von nie zu tilgendem Makel behaftet ist,
verbiete, diese Tatsache als ausgesprochene Wahrheit
dem Land Israel, dem ich verbunden bin
und bleiben will, zuzumuten.

Warum sage ich jetzt erst,
gealtert und mit letzter Tinte:
Die Atommacht Israel gefährdet
den ohnehin brüchigen Weltfrieden?
Weil gesagt werden muß,
was schon morgen zu spät sein könnte;
auch weil wir - als Deutsche belastet genug -
Zulieferer eines Verbrechens werden könnten,
das voraussehbar ist, weshalb unsere Mitschuld
durch keine der üblichen Ausreden
zu tilgen wäre.

Und zugegeben: ich schweige nicht mehr,
weil ich der Heuchelei des Westens
überdrüssig bin; zudem ist zu hoffen,
es mögen sich viele vom Schweigen befreien,
den Verursacher der erkennbaren Gefahr
zum Verzicht auf Gewalt auffordern und
gleichfalls darauf bestehen,
daß eine unbehinderte und permanente Kontrolle
des israelischen atomaren Potentials
und der iranischen Atomanlagen
durch eine internationale Instanz
von den Regierungen beider Länder zugelassen wird.

Nur so ist allen, den Israelis und Palästinensern,
mehr noch, allen Menschen, die in dieser
vom Wahn okkupierten Region
dicht bei dicht verfeindet leben
und letztlich auch uns zu helfen.“


Also, für mich sieht das so aus, als mache sich hier ein 84 jähriger Luft bevor er es nicht mehr kann. Im Alter haben viele große Menschen ihre Sünden gebeichtet, keiner möchte irgendwann schuldbeladen vor seinen Schöpfer treten….ich übrigens auch nicht! Hier deshalb mal ein weiteres prominentes Beichten-Beispiel.

Woodrow Wilson, jener Präsident der USA, der den Federal Reserve Act einst unterzeichnete, sagte nach seiner Amtszeit:

„Ich bin ein zutiefst unglücklicher Mann. Ich habe unwissentlich mein Land ruiniert. Eine große industrielle Nation wird nun von ihrem Kreditwesen kontrolliert. Daher ist das Wachstum unserer Nation und alle unsere Tätigkeiten in den Händen einiger weniger. Wir sind eine der am schlechtesten regierten, meistkontrollierten und beherrschten Regierungen der zivilisierten Welt. Nicht länger die Regierung einer freien Meinung, nicht länger eine Regierung der Überzeugung oder der Mehrheitsentscheide, sondern eine Regierung der Ansichten und Nötigung einer kleinen Gruppe herrschender Männer.“

Gewundert hat mich allerdings, das Herr Grass sein „Gedicht“, als auch seine spätere Stellungnahme dazu, in der Süddeutschen Zeitung und in anderen „systemnahen“ Zeitungen veröffentlichen konnte. Normalerweise wird so etwas vorher vom Chefredakteur ausgebremst. Entweder ist doch noch nicht jeder Funke des anständigen Journalismus erloschen, oder einige Leute sehen ein bestimmtes Potential in diesem Gedicht von Grass. Ich möchte nicht ausschließen, dass jenes Gedicht jetzt zur Durchsetzung bestimmter Interessen benutzt wird. Die heftigen und absolut lächerlichen Reaktionen Israels auf das Grass-Gedicht (Einreiseverbot, unerwünschte Person usw.) haben mich nämlich auf diese Idee gebracht. Es ist durchaus möglich, dass das Atomwaffenpotential Israels sowie das anderer Staaten unter die Kontrolle der Internationalen Atomenergie-Agentur gestellt werden sollen und dazu hat die israelische Führung natürlich keine Lust. Was wäre wohl besser geeignet so etwas zu beginnen, als eine, durch einen Nobelpreisträger angestoßene öffentliche Diskussion zu diesem Thema? Das Günter Grass sein Gedicht nur deshalb geschrieben hat, bezweifle ich allerdings, nicht aber das es vielleicht dazu instrumentalisiert werden könnte.

Nachdenkliche Grüße

Euer Micha

Quellen:

Süddeutsche Zeitung - Was gesagt werden muss
Wikipedia - Günter Grass

Sonntag, 18. Dezember 2011

Iran vs. USA oder David gegen Goliath


Da die meisten Menschen bei einem Konflikt normalerweise Sympathien für den schwächeren der Kontrahenten hegen, wundert mich doch öffentliche Reaktion auf dass was in der Welt so geschieht. Nehmen wir mal die arabische Welt, jeder der dort die Schnauze voll hat und Steine wirft, wird von den Medien unterstützt und als sofort Freiheitskämpfer gefeiert. Verständlich...? OK...mal ja, mal nein, aber manchmal für Normalos schon nachvollziehbar. Demonstrierende Griechen hingegen, welche zu unserem Glaubens- und Kulturkreis gehören und auf jeden Fall zurecht erbost sind, werden von den gleichen Zeitungen als faule Schnorrer verrissen. Gerecht? Wohl kaum!

Auch beim Konflikt Iran vs. USA geht es kaum gerechter zu. Mal abgesehen davon, das die USA in der Vergangenheit jedes mal demokratische Entwicklungen im Iran zerstört hat um Diktatoren dort zu installieren. Beispiel gefällig...kommt sofort! "Operation Ajax":



"Als Schah Reza Pahlevi am 22. August 1953 nach wenigen Tagen Exil aus dem Irak nach Teheran zurückkehrte, hatte er allen Grund, dem amerikanischen Agenten Kermit Roosevelt mehr zu danken als den Iranern. Bei dem CIA-Mann waren in den Wirren der zurückliegenden acht Tage alle Fäden zusammengelaufen. Er war es gewesen, der den Sturz des demokratisch gewählten iranischen Premierministers Mohammed Mossadegh koordiniert, General Fazlollah Zahedi an die politische Spitze gebracht und den Schah zum starken Mann im Land erhoben hatte.Die „Operation Ajax“ war der erste CIA-Coup dieser Art in der Geschichte. Durch den Austausch politischer Führungsfiguren sollte das Ende einer über zwei Jahre währenden Krise herbeigeführt werden, die sich im Dreieck Teheran – London – Washington um das iranische Öl entsponnen hatte. Die größte Furcht der Amerikaner war hierbei, dass durch diese Krise der Kommunismus im Nahen Osten Fuß fassen könnte."

Quelle: Zeit online

Seit ihrem Bestehen hat sich die islamische Republik Iran gegen die USA und den Westen wehren müssen, geheimdienstliche Intrigen welche früher in der jungen und naiven iranischen Demokratie gut funktionierten, (siehe oben) scheitern heute an der fundamentalistischen Grundeinstellung des Iran. Auch wenn ich diese extrem islamische Einstellung des Iran nicht unbedingt gutheiße, so haben sich die Iraner doch dafür entschieden und ich respektiere das. Und das sollten andere Länder auch! Unter dem "Schutz" dieser religiösen Regierungsform ist es dem Iran immerhin gelungen jedwede destruktive Einmischung in seine Souveränität zu verhindern. Es scheitern nunmehr seit Jahrzehnten sämtliche Einmischungs- und Putschversuche des Westens daran. Weder mit Kriegen (Stellvertreterkrieg Saddam Husseins gegen den Iran) und Geheimdienstoperationen noch mit Anschlägen, Hetz- Propaganda, Sanktionen oder Cyberattacken ist es bis heute gelungen dies zu ändern! Auch ist es den Iranern gelungen im Schatten der Weltgemeinschaft eine beachtliche Wirtschaft, samt der dazugehörigen technologischen und militärischen Fähigkeiten zu erlangen. Dazu gehört auch die Nutzung der Atomkraft, mit dem die Führung des Iran versucht den Lebensstandart von immerhin knapp 75 Millionen Iranern zu verbessern, diese wird leider auch, wie Ihr wisst als Aufhänger für die neusten Angriffe auf den Iran benutzt.

Westliche Nationen versuchen seit Jahren mit Sanktionen den Iran auszuhungern, Explosionen erschüttern Militärbasen und Infrastruktur, Spione (von denen übrigens jetzt wieder einer erwischt worden ist) infiltrieren das ganze Land, Atomkraftwerke und Industrieanlagen werden sabotiert (Bericht hier), Drohnen und Satelliten überfliegen das Land welche überall spionieren und töten. Doch unterkriegen lässt sich der Iran nicht, erst neulich ist den Iranern ein riesen Coup geglückt:


Originalfoto RQ-170

"Als vor einigen Tagen Meldungen auftauchten, dass eine spionierende US-Drohne abgeschossen wurde, erschien dies durchaus denkbar. Plötzlich zeigte das iranische Fernsehen die besagte Drohne völlig unbeschädigt. Es wurde behauptet, sie sei auf elektronischem Wege „abgefangen“ worden. Für kurze Zeit tauchten Zweifel auf. Doch dann forderte Präsident Obama die Drohne offiziell zurück, was einer Bestätigung gleichkommt. Ein iranischer Spezialist für elektronische Kriegsführung verriet, wie das amerikanische Spionageinstrument tatsächlich in iranische Hände fiel. Er vertraute seine Erkenntnisse einer, seit 1908 existierenden, US-Zeitschrift mit Namen Christian Science Monitor an. Auf diesen Angaben basierend, veröffentlichte auch die israelische Tageszeitung Haaretz detaillierte Angaben. Sobald der Funkverkehr zwischen einer Drohne und der Leitstelle unterbrochen ist, schaltet diese auf „Autopilot“. Dieser ist wiederum programmiert, das Flugobjekt zur Basis zurück zu bringen. Die Orientierung erfolgt mittels GPS. Und genau hier liegt die Schwachstelle. Den Angaben des iranischen Ingenieurs zufolge, war es im gegebenen Fall möglich, die Drohne vom Typ RQ-170 mittels manipulierter GPS Daten an jeden beliebigen Ort für die selbständig durchgeführte Landung zu dirigieren."

Quelle: The intelligence


Uran-Anreicherungsanlage in Natans in Iran (Archivbild)

Auch wenn kaum einer darüber Berichtet, der Iran ist immer noch ein souveräner Staat, in dessen Luftraum kein anderer was zu suchen hat! Also war das eine korrekte Aktion, sofern die Aussagen der Iraner zur Flugroute der Drohne stimmen. Die US-Drohne soll einem Zeitungsbericht zufolge zur Ortung iranischer Atomanlagen gedient haben. Es handele sich um eine der geheimsten Missionen der USA mit dem Ziel, Informationen über Iran zu sammeln, berichtete immerhin die New York Times unter Berufung auf mit der Mission vertraute ausländische Beamte und US-Experten. Alles in allem eine echt coole Nummer des Iran, der Hightech-Nation USA eine ihrer modernsten Drohnen zu entführen. Für die Amerikaner allerdings stellt der Verlust der Drohne ein riesen Problem dar. Vollgestopft mit modernster Überwachungs- und Stealthtechnologie ist die RQ-170 Sentinel eine Top-aktuelle Spionagedrohne, welche tiefe Einblicke in die US Drohnen-Technologie gibt, diese Technik teilt die USA noch nicht einmal mit ihren Verbündeten. Auch die weltweit führende Avionik-Technologie des Flugkörpers dürfte nicht nur die Iraner, sondern auch Chinesen und Russen interessieren. Vorerst aber will der Iran die US-Drohne für sich behalten um die Technologien zu kopieren und serienmäßig herzustellen.

„Wir stehen kurz davor, die Codes zu entschlüsseln“, sagte Parwis Soruri, Chef des parlamentarischen Unterausschusses für nationale Sicherheit, laut dem iranischen Staatsfernsehen am Montag. Soruri ging davon aus, dass der Iran durch die Entschlüsselung der Codes wertvolle Informationen über US-Spionagetechniken erhalten werde."

Es bleibt abzuwarten ob die iranischen Ingenieure wirklich fit genug sind die Sentinel nachzubauen oder sie sogar zu verbessern. Ein Problem dürften auch die Sanktionen darstellen, durch die der Iran keine Rohstoffe für den eventuellen Bau einer solchen Drohne erhält. Fakt ist jedoch der Prestigeverlust der USA, eine solche Hightec-Drohne an einen Staat zu verlieren, der in ihren Augen unterentwickelt ist. Diese Aktion offenbart allerdings auch die technischen Fähigkeiten der iranischen Luftabwehr, welche anscheinend nicht zu unterschätzen sind.

Alles in allem überkommt mich ein wenig Schadenfreude bei diesem Kampf "David gegen Goliath", in dem "David" einen kleinen Achtungserfolg gegen "Goliath" erzielen konnte. Meiner Meinung nach sollten wir den Iran in Frieden lassen, trotz seiner großen Klappe er hat noch niemals eine Nation angegriffen und wenn man ihm mit guten Absichten gegenüber treten würde, würde der Iran auch mit dem Westen klarkommen. Indizien dafür gibt es genug, man denke nur daran das der Iran, im Gegensatz zu Israel, Kontrollen seines Atomprogramms zulässt und dem Atomwaffensperrvertrag zugestimmt hat. Auch die Öllieferungen des Irans an Griechenland, welches vom Westen diesbezüglich hängen gelassen wurde, sprechen für sich. (Bericht hier) Leben und leben lassen ist die Devise!!!

Liebe Grüße

Euer Micha

Quellen:

Zeit online - So kriegen wir den Irren weg!

The Intelligence - Iran verrät Abfangtechnik
Frankfurter Allgemeine - Iran will Drohne Kopieren
Die Zeit - US Mission Atomspionage

Dienstag, 8. November 2011

Die letzte Schlacht (Teil 3) - Das millitärische Spiel mit dem Feuer.


Was soll ich sagen? Die Welt spielt wieder verrückt! Noch vor kurzem wurde behauptet der Iran wäre in Mordpläne an dem saudischen US Botschafter verwickelt. Iranische Verschwörer heuern angeblich einen mexikanischen Drogendealer an, welcher auch noch als V-Mann für US Dienste arbeitet, um den saudischen Botschafter in einem Washingtoner Restaurant umzubringen - und mit ihm mehr als hundert unbeteiligte Amerikaner. So lautet der Anschlagsplan, der in der Anklageschrift der US-Staatsanwaltschaft steht. Mit den schweren Vorwürfen steuern die angespannten Beziehungen der USA und Saudi-Arabiens zu Iran auf eine weitere Eskalation zu. Die Saudis haben den Köder geschluckt, während die US Regierung zurück rudert und den Plan als zu weit hergeholt ansieht. Derweil berichtet auch die Washington Post von Zweifeln der Ermittler an den abenteuerlichen Attentatsplänen: Die Pläne erschienen so dilettantisch, dass die Beamten skeptisch waren, ob tatsächlich die iranische Führung darin involviert sei. Man sei eine andre Aktionsqualität von iranischen Diensten gewohnt, meint Kenneth Katzman, Iran-Experte im Kongress. Weiter führte er aus: "Es kann dazu einen gewissen Kontakt mit der Quds gegeben haben, aber die Idee eines gezielten, voll durchdachten Plans, genehmigt von hohen Stellen der iranischen Führung, strapaziert die Gutgläubigkeit sehr." Die Anschlagsplaner waren meiner Meinung nach die neokonservativen „Falken“ der USA und einige sehr konservativ-religiöse Kreise im Iran, welche versucht haben die Stimmung zwischen beiden Ländern aufzuheizen. Die Durchführung war in keinster Weise professionell und musste daher scheitern, also selbst für die USA konnte dieser fingierte Attentatsversuch nicht als schlüssiger Kriegsgrund gegen den Iran herhalten.

Kaum aber hatte der Attentatsvorwurf ausgedient, wurde auch schon wieder die Atomkarte des Iran ausgespielt. Nun sei der Iran tatsächlich aktiv beim Bau einer Atombombe. Der Iran besitzt allerdings lediglich ein einziges funktionsfähiges Atomkraftwerk, (ein zweites befindet sich im Bau) nämlich das Kraftwerk Buschehr. Das Kraftwerk wurde bereits in den 1970er Jahren geplant und sollte von der Kraftwerk Union, einem Joint-Venture-Unternehmen, an dem die Siemens AG und AEG-Telefunken beteiligt waren, errichtet werden. Der Bau begann am 1. Mai 1975, wobei ursprünglich Druckwasserreaktoren vorgesehen waren, wie sie im Kernkraftwerk Biblis verwendet werden. Die Fertigstellung war für 1982 geplant, wobei der Bau der Reaktorkerne in die Zuständigkeit der Fried. Krupp AG fallen sollte. Die Gesamtkosten des Baus wurden auf vier bis sechs Milliarden US-Dollar veranschlagt. Aufgrund von internationalen Sanktionen bezüglich der islamischen Revolution am 11. Februar 1979 und den daraus entstandenen Zahlungsrückständen des Iran, zogen sich die deutschen Konzerne aus dem Atomprogramm des Iran zurück und die Iraner waren ab 1995 gezwungen mit russischer Technologie die Anlage bis 2010 zu vollenden. Es handelt sich beim AKW Buschehr also um eine zivile Atomanlage. Und deshalb wird so ein Wirbel um das (ach so umfangreiche) Atomprogramm des Iran gemacht??? Außerdem ist der Iran nur in der Lage mit seinen paar Anreicherungsanlagen das Uran auf 20 Prozent anzureichern und dass reicht noch lange nicht zur Waffenfähigkeit. Um das Uran aber Waffenfähig zu machen, bräuchte der Iran mindestens eine 80-90 prozentige Anreicherung und dazu hunderte, wenn nicht sogar tausende von Gaszentrifugen, die er mit Sicherheit vor den nächsten zehn Jahren nicht haben wird!

Versteht mich nicht falsch, ich will die Republik Iran mit Ihren ganzen Schwächen nicht verteidigen, aber hier soll ein Popanz aufgebaut werden, ein Krisenherd und ein weiterer indirekter Schritt gegen Russland und China, also ein weiteres Benzinfass, in welches nach Belieben ein Streichholz geworfen werden kann, wenn es dienlich ist! Und um sich zu schützen brüllt der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad auch noch in die Welt hinaus, das der Iran nun ein Atomstaat sei. Seiner Logik nach hofft er damit (Abschreckungsstrategie) einem Angriff der USA oder Israels zu entgehen, diese aber wissen genau, das der Iran lange noch nicht so weit ist eine Atombombe zu bauen. Mit seinen rhetorischen Muskelspielchen liefert Ahmadinedschad den USA und Israel genau den Vorwand, den sie so dringend brauchen um ein weiteres Land zu überfallen. Angefangen mit den Vorbereitungen haben die US-Boys ja jedenfalls schon länger, indem sie bereits Unmengen von Blu-Bombs und Bombern auf der Insel Diego Garcia im indischen Ozean geschafft haben, genau außerhalb der Reichweite iranischer Waffensysteme und nah genug das die USA von dort aus effektiv und schlagkräftig den Iran bombadieren könnte. Ich berichtete bereits hier.

Das Problem dabei ist nicht nur das der Iran militärisch besonders stark ist, sondern auch das er eine Menge verbündete hat. Syrien ist da nicht der einzige Kandidat, Russland warnt zum Beispiel vor unabsehbaren Konsequenzen für die USA und Israel bei einem Angriff auf den Iran. Auch China und Nordkorea werden nicht tatenlos zusehen, wenn der Iran angegriffen werden sollte, da sie Ihre eigenen Interessen hierbei sehr stark erschüttert sehen. Alles in allem ist das ein brandgefährliches Szenario in dem Kriegsbefürworter/treiber wie Benjamin Netanjahu schnell die Säbel wieder einpacken sollten, denn bei einem solchen Angriff geht der „Spieleinsatz“ um einiges höher, als um ein Paar abgeschossene Flugzeuge, hier steht nämlich der Weltfrieden auf dem Spiel!!! Da der Iran nicht in der Lage sein dürfte die USA, selbst bei einem Angriff auf sich, ernsthaft zu gefährden, bildet sich Washington wahrscheinlich sogar ein, einen solchen Krieg gewinnen zu können, ohne dabei die Rechnung mit den Partnern und den Interessen anderer Großmächte zu machen, die hinter dem Iran stehen. Denn eines dürfte klar sein, Russland und China haben lange still gehalten im Weltmachtpoker und der Iran ist die "Rote Linie" die Washington und Tel Aviv nicht überschreiten sollten! Alles in Allem verdichten sich meiner bescheidenen Meinung nach die Zeichen um uns herum, welche das Endspiel um die finanzielle-, politische-, millitärische- und wirtschaftliche Macht einläuten. Und auch wenn ich Euch noch nicht sagen kann wann die nächste Stufe dieser „Rakete“ gezündet wird, so weiß ich doch, dass das nächste Fragment auf dem Weg zum Chaos echt heftig werden wird, wenn wir die Wahnsinnigen nicht endlich stoppen!

Liebe Grüße

Euer Micha

Quellen:

Wikipedia - Atomkraftwerke Iran
AT News - Plant Israel einen Angriff auf den Iran?
Süddeutsche Zeitung - Angebliches Mordkomplott des Iran