Lange habe ich
keinen Sondelartikel mehr verfasst, was nicht zuletzt an den
aktuellen Geschehnissen um meine Gesundheit liegt. Nichtsdestotrotz
ging es auch bei meiner Sondenleidenschaft weiter. Da unser Secon UWM
20 Unterwasserdetektor ja unrühmlich das zeitliche segnete (Artikel dazu hier) schafften wir uns 2 Scuba Unterwasserdetektoren an. Leider
musste auch nach 7 Jahren mein treuer Teknetics Eurotek Pro erkennen
das ewiges Leben nicht möglich ist, auch nicht für Markengeräte.
Der Tecnetiks verlor seine Pinpointing Funktion und wurde
„schwerhörig“, sodass er nicht mehr wie gewohnt, jeden Fund
meldete. So begab es sich, das ich mich ebenfalls nach einer neuen
Landsonde umsehen musste. Da wir erfahren mussten das große
Markennamen auch nicht immer sehr langlebig sind, beschloss ich nun
mal ein „No-Name“ Gerät zu kaufen und landete beim Tianxun
TX850. Kostenpunkt knappe 150 Euro bei Ebay. Die Scuba-Tectoren waren
mit knapp 200 Euro das Stück ebenso ein Schnäppchen. Hier nun eine
kleine Erfahrungs-Zusammenfassung der neuen Geräte.
1.
Scuba Tector
Im Sommer 2019
schafften wir uns also die zwei Scuba Geräte an und flogen mit Ihnen
in die Türkei nach Side. Testareal war diesmal das südliche
Mittelmeer, dieses ist allerdings vom Wellengang nicht mit dem
spiegelglatten Roten Meer (Testareal des Secon UWM 20) zu
vergleichen. Deshalb war die Ausbeute des Scuba-Tector nicht ganz so
opulent wie die seines teureren Vorgängers. Das halten der Position
beim graben erfordert im Mittelmeer größte Anstrengung, deshalb
konnten viele Funde die angezeigt wurden leider nicht von uns
geborgen werden.
Hier der
Strandabschnitt unseres Hotels in Side an dem gesondelt wurde.
Die Mauer im
Hintergrund die den Strand vom Hotel trennt ist eine Befestigungsanlage aus römischer Zeit.
Die
Handhabung beim Scuba-Tector ist beim Einschalten vielleicht etwas
gewöhnungsbedürftig, wenn er aber eingeschaltet und auf stärkster
Stufe ist, verhält er sich ähnlich wie der UWM 20, das heißt
glasklare Anzeige der Funde durch Vibration und sogar durch Licht.
Genau wie der Secon arbeitet der Scuba-Tector mit dem
Puls-Induktionsverfahren,
welches
zwar keine Diskriminierung ermöglicht,
aber den Vorteil beinhaltet den Detektor bei der Suche nicht hin und her schwenken
zu müssen. Die
Fund-Meldungen waren auch zuverlässig und unzweideutig. Dort wo was
angezeigt wurde war auch etwas, aber kaum wollte man das glitzernde
Ding fassen, wirbelte die nächste anrollende Welle den verwirrten
Schatzsucher vom Ort des Geschehens und den Fund gleich mit. Trotz
der Umstände hat es Spaß gemacht, denn die Mühe wurde ja doch noch
mit ein wenig Gold und Silber belohnt – siehe unten.
Hier ein 835er
Silberring, diese Legierung wurde zwischen 1910 und 1940 verwendet.
Der Ring wird aus den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts sein.
Hier ein 4 Gramm
schwerer moderner Goldring in 585 Legierung.
Relativ neuer
Silberschmuck in 925er Legierung. Kette mit Anhänger, Ohrstecker und
Armband-
Zwei
Wehrmuthstropfen gibt es aber vom Scuba-Tector zu berichten. Zum
einen hält der eingebaute Lithium-Polymer-Akku nicht besonders lang
(nämlich nur knappe 2 Stunden) und zum anderen war eine der Sonden
bereits im Urlaub defekt. Aber eines muß man Quest wohl lassen, die
defekte Sonde wurde (obwohl die Diagnose Wasserschaden lautete)
anstandslos ersetzt! Und auch beim kleinen Lithium Akku gibt es
Hoffnung, denn an diesen kommt man (obwohl fest eingebaut) relativ
gut heran und könnte ihn mit geringem Aufwand gegen einen stärkeren
Akku austauschen, etwas technisches Verständnis vorausgesetzt. Das
solide erscheinende Gerät, sollte er denn in Zukunft länger halten,
kann ich durchaus als als gut, aber Verbesserungsfähig bewerten. Der
Scuba-Tector von Quest wurde bei einer Wassertiefe von 0-2Meter
eingesetzt und fand Schmuck bis in etwa 20 cm Tiefe.
2.
Tianxun TX850
Als
Ersatz für meinen Teknetics Eurotek Pro schaffte ich mir 2020 den
Tianxun TX850 an, auch liebevoll „China-Lady“ genannt. Dieses nur
150 Euro teure Gerät soll ein Nachbau des Teknetics G2 sein,
der
immerhin, je
nach Anbieter,
500
Euro + X kostet!!! Und ich kann vorwegnehmen, ja, der TX850 ist sogar
ein sehr guter Nachbau des teuren Markengerätes! Das Gestänge des
G2 mag wohl etwas stabiler sein, aber das Handling erinnerte mich
sofort an meinen alten Eurotek Pro. Voll in Ordnung für das Geld,
alles ganz normal verarbeitet und die Stangen sind ebenso stabil und
rastbar wie zusätzlich noch durch eine Drehverriegelung zu sichern.
Das kam mir alles seltsam vertraut vor! Noch auffälliger waren die
Ortungstöne, eine 100 Prozentige 1:1 Kopie meines alten Eurotek der
auch immerhin 250 Euro kostete! Das Display und die gesamte
Elektronik sind bis auf den Schriftzug haargenau dem G2 nachempfunden
(siehe Fotos).
Sogar das original G2 Logo nach dem Einschalten - unglaublich!
Hier das Original

Die
Tiefenleistung und
Diskriminierung dieses
„Nachbaus“ sind
im Internet auf YouTube bereits des öfteren durch namenhafte
Sondengänger
hoch
gelobt worden, (siehe z.B. hier oder hier) diese
Daten entsprächen
in etwa denen
des G2. Mit diesen Vorschusslorbeeren ging ich also diesen Samstag
2 Stündchen mit Heike ins Gelände. Der erste
Liveeindruck
des TX850 bestätigte die Tests
im Internet. Durch die Doppel D Spule wird trotz
der enormen
Empfindlichkeit und
Tiefenleistung eine
gewisse Laufruhe erreicht,
da
das elektromagnetische Feld des TX850 (DD Spule) im Gegensatz zur konzentrischen Spule
breit bleibt. Bei der konzentrischen Spule ist das sogenannte
Suchfeld also trichterförmig (oben breit und nach unten hin spitz
zulaufend). Dieses
Verhalten ermöglicht zwar eine genauere Ortung von kleinen Objekten,
aber führt in der Praxis zu unruhigerem
Suchverhalten, besonders bei mineralisierten Böden.
Die Selektion oder auch Diskriminierung verschiedener Metalle ist die Stärke der
DD Spulen
- Wenn man damit umgehen kann ist das durchaus ein Gewinn! Unser Weg
führte uns in den Fröndenberger Wald, hier wurde seit langer Zeit
Kohle abgebaut, der Abbau aber 1954 wegen eines Unglückes
eingestellt. Unsere Suche fand nur ein Stück rechts und links des
Weges statt, und doch ließ sich neben Kronkorken und anderem
Metallabfall, sowie
massenweise Drahtzaunüberresten, der
eine oder andere Fund machen welcher auf die Geschichte dieses Ortes
schließen lässt.
Eine zu gewucherte Abraumhalde in der Suchgegend
Hier
zwei breite, schwere
Eisennägel,
wahrscheinlich für die Stützaufbauten der Stollen und als
Schwellennägel für
die Schienen. Würde mal auf 19 Jahrhundert tippen.
Alter Schraubenschlüssel
wahrscheinlich kurz nach Kriegsende verloren worden.
Schweres
Kaliber 50 Projektil (Kupfermantel
mit Bleikern),
allem
Anschein nach US Ursprung von der Firma Browning für BMG 50. Passt
natürlich auch in die Geschichte dieses Ortes, da die
Rohstoffgewinnung immer wieder Ziel kriegerischer Angriffe war.
Aus der Reihe gefallener
Kupferbeschlag (vielleicht von einer Schmuckdose) mit chinesischen
Schriftzeichen. Alter bis jetzt noch nicht ermittelbar.

Die
Pinpointingfunktion war trotz
der DD Spule wirklich
gut, genauso wie die Diskriminierung, welche ich aber nur auf 20
einstellte
(Leitwert)
damit
uns kein Eisenteil entwischt. Denn
wie
bereits gesagt und auch oben zu sehen, handelt es sich bei diesem
Wald um eine alte Kohleabbaustelle, an
der größtenteils Werkzeuge und Bauutensilien der vergangenen
Zechentätigkeit zu erwarten
sind. Alles in allem ein schöner Waldspaziergang
mit dem
entspannend ruhigen
Detektorfeeling
eines „Teknetis G2“,
welcher
(auch
wenn angeblich nur ein Clone) für
diesen Preis ne echte Bombe ist. Meines Erachtens baut Tianxun die
Elektronik für Teknetics (zumindest für den G2) und verkauft das
Ding unter anderem Namen und anderer Bezeichnung, mit einem
verändertem
Gestänge auch
auf
eigene Rechnung. Wenn nicht fresse ich einen Besen, ich hab immerhin
7 Jahre mit einem Teknetics gesondelt und die Ähnlichkeiten sind entlarvend!
Liebe
Grüße
Euer Micha