Samstag, 2. November 2024

Optisches Tuning einer Hifi-Anlage

Retro Hifi ist wieder auf dem Vormarsch, aber Verstärker mit wunderschönen VU Metern kosten richtiges Geld und bei aktuellen Geräten von Yamaha oder Vincent sind diese analogen Pegelanzeigen eher semi-hübsch. Selbst alte, aber ziemlich geile Endstufen, wie die Onkyo M-5570, erzielen mittlerweile astronomische Preise - es sind also eher schlechte Zeiten für Zappelzeigerfreunde. 

Die beste Frau von allen hatte sich unter anderem auch leid gesehen an unserem Hifi Rack und somit musste ich sowieso tätig werden, zumal auch die geplanten Abmessungen meines VU Meters die Aufnahmemöglichkeiten unseres alten Hifi-Gestelles gesprengt hätten, und so ging ich ans Werk. Zuerst habe ich mir einige fertig VUs bei Ali Express angeschaut, aber irgendwie hat mich das überhaupt nicht beeindruckt, besonders die Gehäuse waren nicht wirklich schön. Allerdings bin ich dort bei den Drehspulenmessinstrumenten fündig geworden, wirklich geile Anzeigen, die den alten Denon und Dual Displays nachempfunden waren. Riesen groß und wirklich hübsch! Die Beleuchtung dieser Ali Displays ist aber ziemlich dunkel...dieses Problem löste ich dann später - hier erstmal die nackten Anzeigen. Kostenpunkt der 2 Instrumente plus Treiber-Platine war 40 Euro:

 


Kurze Zeit später hat mich ein Gehäuse bei Ebay vollkommen geflasht, okay 109 Euro sind kein Pappenstiel, aber 5 mm dickes, edel gebürstetes schwazes Aluminium von Doug-Audio...das hat mich schon abgeholt! Die Verarbeitung war top, das Gehäuse wog allein 4,7 Kg. Alles schön und gut aber in 5 mm dickes Alu müssen diese Riesen-Displays von 13,7 cm x 9,5 cm auch erstmal eingepasst werden. Und hier kam Markus ins Spiel, unsere Zerspanungsfachkraft. Ich bin auf der Arbeit gut vernetzt, was nicht zuletzt daran liegt, das hier die produktiven Teile der Belegschaft (im Gegensatz zur Führung) wie Pech und Schwefel zusammen halten. Die Löcher für Anschlüsse und Einschalter hab ich noch selbst hinbekommen, die Displayöffnungen hingegen lagen allein in Markus Händen...was dieser auch großartig hinbekommen hat! Danke nochmals dafür! Siehe Bilder unten:

 



Weiterhin brauchte ich noch ein 12 V Netzteil für die Betriebsspannung, welches ich auch bei Ali Express für schmale 8 Euro bekam. Ich wollte halt mal, allein aus Kostengründen, ein Schaltnetzteil ausprobieren welches ich durch einen original Siemens Netzfilter (von Ebay) etwas "entstreut" habe. Das Ergebnis sind schnurglatte 12V bei 1,6 A Leistung (ergo 20W) kein sirren oder piepen war  später zu vernehmen, ich war also sehr positiv überrascht von einem Netzteil welches, zusammen mit Netzfilter nur mit 16 Euro zu Buche schlug. Jetzt galt es noch das "Problem des Signals" welches ich abzunehmen gedachte zu lösen. Da meine Frau immer wieder bemängelt "ich sollte weniger Einzelgeräte im Umfeld meiner Anlage haben" integrierte ich meinen Selbstbau-Übertrager (600:2400) in das neue VU Meter, welches dann damit auch zu einem kleinen Zusatz-Vorverstärker wurde. Somit war klar, dass das neue Anzeigeinstrument das Ausgangssignal meines T+A Vorverstärkers durchschleifen würde. So weit so gut, allerdings ist die Anzeigemöglichkeit dann nicht fest, sondern vom VV Signal und dessen Lautstärke abhängig -  Je lauter das Signal desto mehr Ausschlag also. Aber ich denke damit kann ich leben...wäre ja auch bei nem CV 1462 von Dual so ;o) 




An diesem Bild oben sieht man übrigens den Unterschied: Rechts Originalbeleuchtung - links Sebson

Jetzt noch flux alles zusammengebaut und verdrahtet (Netzschalter und Cinchbuchsen von Ali und Ebay zusammen 15 Euronen) sowie die Cinchleitungen von Dynavox (10,89 bei Ebay). Dazu noch selbstklebende Platinenhalter und Blankoplatinen für 5 Euro bei Ebay und fertig wäre eigentlich ein schönes Retro VU Meter...wenn da nicht die beschissene Beleuchtung der Anzeigen wäre! 

Ich hatte ja "Gott sei Dank" zwischenzeitlich ein sehr schönes Hifi-Möbelstück von "Schroers und Schroers" (Deltastatic Neupreis 1699,- Euro) für günstige 300,- aus Oberhausen abgeholt (Ebay). Dieses Prunkstück verfügt in der Regel über eine optionale Beleuchtung welche 299,- extra Euro kostet, dieser Beleuchtungspreis ist allerdings vollkommen inakzeptabel, deshalb bezog ich von Amazon ein Zweierpack Lichtclips (4 Clips eine VPE) der Firma Sebson für zusammen etwa 40 Euro. (Darin enthalten waren auch Netzteile und Fußschalter.) Da ich genau zwei dieser 12V Lichtclips nach dem Aufbau des Racks übrig hatte, klebte ich diese mit Heißkleber hinter die VU Displays...und das Ergebnis war schlicht atemberaubend....ich war zurück in den 80ern!!!! Im Anschluß seht ihr die Fotos und Videos vom Rack und vom VU Meter...ich finde das ist echt gelungen. Entgültiger Kostenpunkt für das Retro-Anzeigeintrument waren 190 Euro (ohne Übertrager, LED Clips und Typenschild). Inklusive LED Clips 4 Stück 20 Euro wären es 210,- Euro...aber die Sebson Beleuchtung ist definitiv diesen Mehrpreis Wert!!! 

Der Übertrager ist natürlich nicht für jedermann nötig, wer aber möchte kann mittlerweile ein gutes Fertiggerät bei Ali für 45 Euro bekommen. Diese Übertrager vergrößern die Lautstärke und die Dynamik der angeschlossenen Tonquelle. Die Treiber Elektronik für die analogen Pegelmeter ist im übrigen umschaltbar (High Level - Lautsprecheranschluss oder Low Level Cinch Signal) ergo für eventuelle Umplanungen flexibel zu verwenden! Wenn Ihr interesse habt schreibt mir einfach und ich sende Euch die Links zu den Teilen.


                                  Altes Originalbild



                             Neues Mäntelchen ;o)



                                 Hier mal im dunklen


                         Hier mal im dunkeln bei der Arbeit


                    Und schlußendlich der letzte Schliff ;o)

Beste Grüße 


Euer 


Micha



Samstag, 11. Mai 2024

Wunder der Natur - Polarlichter - Update

Aus aktuellem Anlass schreibe ich heute über Polarlichter. Zum einen, da ein guter Arbeitskollege, ja ich möcht ihn schon Freund nennen, mich bat ihm als fotografischer Berater zur Seite zur stehen. Besagter Kollege reiste nämlich nach Nord-Norwegen und wollte dort Polarlichter fotografieren. Zum anderen traf  heute Nacht (vom 10.05 - 11.05.24) ein Sonnensturm der Kategorie 4 die Erde, sodass auch in Deutschland Polarlichter zu sehen waren. Ich war leider an diesem Tag arbeiten, einkaufen und später unser Schlafzimmer renovieren, deshalb fiel ich um 21.00 Uhr wie ein Toter ins Bett und bekam nichts von diesem Spektakel mit. Trotzdem, oder gerade deshalb, juckte es mich heute in den Fingern.

Was sind überhaupt Polarlichter? Wissenschaftlich werden sie auch als "Aurora borialis" bezeichnet. Die Sonne sendet mit ihrer Aktivität permanent einen Teilchenstrom aus, den so genannten Sonnenwind. Dieser Sonnenwind kann sich durch starke Eruptionen zu einem Sonnensturm auswachsen. Trifft so ein Teilchensturm auf die Erde, sind Polarlichter sogar in unseren Breiten sichtbar. Normalerweise aber, treten solche Lichterscheinungen nur in etwa 3 bis 6 Breitengrade umfassenden Bändern in der Nähe der Erdmagnetpole auf.  Ja, auch auf der Südhabkugel. Die hochenergetischen Sonnenwind-Teilchen treffen also auf unser Erdmagnetfeld, dadurch werden Stickstoff- und Sauerstoffatome der Hochatmosphäre zum Leuchten angeregt. Das wunderschöne Formspiel ergibt sich somit durch das Plasma des Sonnenwindes, dieses wird durch das Erdmagnetfeld im Bogen um die Erde gelenkt, die elektrisch geladenen Teilchen richten sich am Magnetfeld aus und drücken es aufgrund ihrer Ladung zusammen - wenn man so will ein Ringen zwischen Sonnenwind und Erdmagnetfeld. Das Farbspiel für sich genommen wird vorwiegend dem Leuchten der Sauerstoffatome zugeschrieben. Rote, meist statische, Nordlichter entstehen bei einem niedrigeren Luftdruck/Sauerstoffanteil in etwa 250 km Höhe, die quirligen meist helleren grünen Nordlichter befinden sich in etwa 120 km Höhe, wo die Atmosphäre noch etwas dichter ist. Der seltener leuchtende Stickstoff emittiert blaues Licht, die Übergänge zwischen den Farbspektren erscheinen fließend.

Nun zurück zu meinem reisenden Kollegen. Er und einige Freunde reisten vor kurzem nach Norwegen in die Region um Alta und gleich in der ersten Nacht fand ein spektakuläres Polarlichterfestival am Himmel statt. Er benutzte eine Canon EOS 450D mit einem 35er Weitwinkel, die Belichtungszeit betrug zwischen 5 und 10 Sekunden. Ausgelöst hat er mit einem Fernauslöser und die Canon stand auf einem Stativ von HAMA.

Blende voll auf, an den Sternen scharf gestellt und los ging es! Jetzt will ich Euch auch nicht länger auf die Folter spannen....Hier nun das Ergebnis:

 







Wie bereits gesagt, auch hierzulande gab es heute Nacht Polarlichter. Diese Zwei (s.u.) wurden aufgenommen in Iserlohn (Sauerland) und Fröndenberg/Ruhr. Ein Arbeitskollege meiner Frau und unsere Tochter fotografierten die Lichter aus dem Fenster zufällig mit ihren Handys. Wäre es in Deutschland etwas dunkler und wäre hier eine Spiegelreflexkamera im Einsatz gewesen, hätte man fast so gute Bilder machen können wie oben, trotzdem kann man hier die typischen Farben der Aurora borialis (vorwiegend Rot und Grün) gut erkennen.

 

                                       

    
                    

Im  Altertum wurden die leuchtenden Erscheinungen am Nachthimmel oft als Zeichen der Götter interpretiert. Erstmals dokumentiert und festgehalten auf einer babylonischen Keilschrift, dort wurde von rotem Leuchten am Nachthimmel berichtet, das umgerechnet auf unseren Kalendar präzise auf die Nacht vom 12. auf den 13. März 567 v. Chr. datiert ist. Etwa 1000 Jahre später gab es natürlich auch Berichte der Wickinger, allerdings ohne präzise Datierung. Die Wickinger sahen darin das Nachglühen einer großen Schlacht und das hinabsteigen der Walküren, welche die Krieger nach Walhalla brachten. Wissenschaftlich wurde erst abschließend durch Anders Jonas Ångström 1874 der Zusammenhang zwischen Erdmagnetfeld und Nordlichtern erkannt, zudem auch das es sich bei Polarlichtern um "selbstleuchtende" Gase handelt. Zusammenfassend bleibt einfach zu erwähnen, das es sich bei Nordlichtern um eine der schönsten Wunder der Natur handelt, welche sogar auf anderen Planeten um deren Magnetpole zu beobachten ist. Sowas sollte man gesehen haben!!!

 

Ehrfürchtige Grüße

 

Euer Micha

Quellen: 

Wikipedia

Private Fotos von Bekannten deren Genehmigung zur Veröffentlichung zuvor eingeholt wurde.

Danke an Eike, Annique und Jens für die Fotos! 

P.S.: Die unteren zwei Bilder, stammen von Bekannten aus Waltrop,  sie zeigen ein mir unbekanntes Phänomen! Wer könnte eine Idee haben um was es sich handelt?



Ich habe eine Theorie zu dieser Erscheinung. Da sie nur auf der Digitalkamera sichtbar war, könnte es sich um eine Plasmabildung ähnlich der Hessdalen-Lichter aus Norwegen handeln, allerdings im IR oder UV Bereich. Waltrop liegt im Ruhrgebiet und das dort Unmerngen an Kohle im Boden liegen dürfte kein Geheimnis sein, sollte noch eventuell irgendwo dort beispw. ein Zink vorkommen sein haben wir fast alle Zutaten einer geologischen Batterie, welche die Energie für eine Gasionisierung hätte. Auch eine Art Kugelblitz (ein Sprite) wäre möglich. Das ist allerdings noch alles Grenzwissenschaft, genau wie bei den Hessdalen-Lichtern. Hier der Artikel, der meine erste Vermutung bestätigt und diese genauer erklärt. Tolles Phänomen erwischt Markus - Danke!!!
 

Samstag, 30. März 2024

In eigener Sache



Bildquelle: Eigene Fotos aus Boltenhagen und ein Sonnenaufgang in Fröndenberg.

Ich genieße zur Zeit lieber die Wunder der Natur...diesbezüglich, könnte noch der eine oder andere positive Artikel kommen. Aber von den ganzen verrückten da draußen...No way!


Die Welt da draußen scheint mehr und mehr verrückt zu spielen und mir drängt sich immer weiter ein Gedanke auf. Was wenn die "Messe" schon gelesen ist? Ich meine, das sich die Protagonisten in diesem scheinbar wirren Spiel im Grunde schon einig sind wohin es gehen soll, sie aber nur noch um Höhe ihres Einflusses am neuen Tisch streiten. 

Jeder kann jeden aus dem Spiel nehmen, sei es thermonuklear, mit Krieg oder wirtschaftlich. Die Chinesen wären in der Lage die USA binnen ein paar Wochen pleite gehen zu lassen wenn sie alle ihre US Staatsanleihen und Dollarreserven auf den Markt werfen würden, sie tun es aber nicht. 

Russland könnte den gesamten Westen mit atomaren Hyperschall Raketen auslöschen, eine Abwehrmöglichkeit gibt es technologisch bis heute nicht, nur den atomaren Gegenschlag. Trotzdem tut Russland nichts dergleichen. Der Westen könnte vom Baltikum und der Ukraine aus mit hochmodernen Stelth-Bombern und lasergesteuerten atomar bestückten Marschflugkörpern, Moskau innerhalb von 1 Stunde dem Erdboden gleich machen. Bevor im Kremel jemand Gegenmaßnahmen einleiten kann, wäre alles vorbei. Allerdings käme auch hier die Antwort der dezentral aufgebauten strategischen Atomstreitkräfte Russlands...

Auch wird nirgends ein US Flugzeugträger versenkt, obwohl diese oft provozierend vor den Küsten Russlands und Chinas auftauchen. Diese Carrier sind mittlerweile Opfer geworden, die jede halbwegs technologisch fitte Nation mit nem Knopfdruck versenken könnte. Es wird nichts dergleichen getan, es wird immer nur mit den Säbeln gerasselt.

Es ist für mich wie auf den Schlachtfeldern vergangener Tage. Die Heerführer stehen in der Mitte des Schlachtfeldes, während ihre Armeen sich gegenseitig anschreien und auf ihre Schilde schlagen. Werden die Heerführer in der Mitte sich einig, über was auch immer, wird nicht gekämpft und alle gehen nach Hause, wird man sich nicht einig, beginnt das Schlachten. Genau das scheint im Moment in der Welt zu passieren. Sie sind sich einig! Nur die unauffällige Umsetzung steht noch im Raum, in der Zwischenzeit holt sich jeder (mehr oder weniger gewalttätig) was er kann, im Idealfall ohne einen Atomkrieg auszulösen.

Da meine Augenleiden schlimmer werden und sich einige andere gesundheitliche Einschränkungen dazu gesellt haben, fällt mir die Recherche vor dem Rechner immer schwerer, deshalb werde ich vorerst meine  Artikel zum Geschehen in der Welt einstellen. Ich sehe auch keinen Sinn mehr darin Nebenkriegsschauplätze zu kommentieren, da es für mich immer mehr ersichtlich wird, das unsere Regierungen freiwillig Kompetenzen und Handlungsspielräume an übergeordnete Strukturen abgeben, sofern diese Freiräume denn jemals wirklich vorhandenen waren. Es raubt mir einfach Lebenszeit und Lebensfreude über immer neue, scheinbar aus den nichts kommende Krisen zu berichten, welche in meinen Augen nur das Ziel haben uns zu verwirren und uns vom rechten Weg anzubringen um uns nachher wie Vieh in die Enge zu treiben. Wir sollen uns freiwillig versklaven, "zu unserem besten natürlich!"

Das Beleuchten der Hintergründe erleichtert mich einfach nicht mehr, es belastet mich vielmehr. Vielleicht komme ich wieder, aber im Moment brauche ich die Kraft die ich habe für mich selbst und meine Lieben.

Ich hoffe Ihr versteht das.


Liebe Grüße Euer Micha 


P.S.: Euch allen noch ein frohes Osterfest und genießt die freien Tage!




Sonntag, 27. August 2023

Irgendetwas stimmt hier nicht – Prigoschins Flugzeug Absturz

 

 
Bildquelle: Telegram Screenschot verm. vom Absturz

Man kann zu Prigoschin und Wagner stehen wie man will, aber den Familien der Opfer und vor allem den Angehörigen der Crew erst einmal mein herzliches Beileid. Bei dem Absturz sollen zehn Personen zu Tode gekommen sein, davon 3 Crew Mitglieder, auf der Passagierliste standen unter anderem der Wagner Chef Prigoschin und der Wagner-Gründer Utkin. Eigentlich wollte ich noch die endgültige Identifizierung der Opfer abwarten um mit belastbaren Fakten aufwarten zu können, aber einige Dinge können schon jetzt thematisiert werden, da es auch im Vorfeld einiges zu klären gibt. In diesen Artikel geht es mir erst mal ausschließlich um Anhaltspunkte aus den Flugdaten und die Ungereimtheiten, welche sich daraus belegen lassen. Erst später wenn die Obduktionsergebnisse vorliegen, kann man ausführlicher über eventuelle Motive mancher Akteure im Hintergrund Rückschlüsse ziehen. Nun zum Verlauf des Fluges von RA-02795 vom 23. August.

Der innerrussische Flug von Prigoschins Embraer Legacy 600 (RA-02795) startete um um 17:53 Uhr Ortszeit vom Flughafen Moskau-Scheremetjewo, sein Ziel war der internationale Flughafen St. Petersburg in etwa 635 km Entfernung. Die Flugzeit von Moskau nach St. Petersburg dauert im Normalfall etwas über eine Stunde. Während der ersten 70 Kilometer des Fluges ist (nach Flightradar 24) ein normaler Steigflug mit etwa 310 bis 360 kt (knapp über 600 km/h) zu beobachten, der bis in eine Flughöhe von etwa 6500 Meter reicht. Innerhalb der nächsten 70 Kilometern stieg Prigoschins Maschine nochmals weiter auf in eine Höhe von ca. 8500 m, mit einer sagenhaften Spitzengeschwindigkeit von 513 kt, was etwa 950 km/h entspricht. Die Höchstgeschwindigkeit der Legacy 600 liegt jedoch nach Herstellerangaben nur bei maximal 834 Km/h.(siehe hier) Die erste Frage ist, wie konnte die Embraer diese Geschwindigkeit überhaupt erreichen? Um 18:20 Uhr dann verlor die Legacy 600 in einem dramatischen Sturzflug ca. 2000 Meter an Flughöhe um auf etwa 6500 Metern einige Sekunden die Höhe zu halten. Kurz darauf fiel sie senkrecht, trudelnd vom Himmel wie Videos nahelegen.

Fast genau zum Zeitpunkt des Absturzes von RA-02795 landete um 18:19 Uhr auf dem St. Petersburger Flughafen eine zweite Wagner Maschine, eine Embraer Legacy 650 mit der Kennung RA-02748. (siehe hier) Diese Maschine ist im Normalfall die bevorzugte Maschine Prigoschins und mit 850 km/h etwas schneller als die 600er Legacy, die Embraer 650 flog später auch wieder um 18:59 Uhr mit unbekanntem Ziel von St. Petersburg ab. Einen Tag später flog RA-02748 dann von Moskau nach Baku, muß also irgendwann zwischen dem 23.8 und 24.8 nach Moskau zurückgekehrt sein. Soviel zu den lückenhaften Flugdaten des zweiten Wagner Fluges. Wahrscheinlich hat man aus Verschleierungsgründen den Transponder der Maschine ausgeschaltet.

Ein ungenannter Ermittler soll ausgesagt haben dass das Schadensbild der Absturzmaschine im Bereich des hinteren Fahrwerkes, am verstärkten Flügelansatz, besonders ausgeprägt gewesen sein soll, was erklären könnte warum ein Flügel (bis jetzt unklar welcher) abgerissen ist und in 2 Kilometer Entfernung zum Hauptwrack gefunden wurde. Dieser Umstand würde auch den fast senkrechten Trudelabsturz der Legacy 600 von den Zeugenvideos erklären. Eine Rakete hätte eher auf die Wärmesignatur der Triebwerke am Heck abgezielt, was eine Bombe an Bord wahrscheinlicher macht. Ein totales strukturelles Versagen ohne Fremdeinwirkung, gerade am ultrastarken Flügelansatz halte ich aus technischer Sicht nicht für möglich, ich gehe also von einer, wie auch immer gearteten Explosion aus.

Sowohl die hohe Geschwindigkeit der Absturzmaschine, welche aus technischer Sicht nicht den flugzeugtypischen Daten entspricht, als auch der zeitliche Zusammenhang und Route des zweiten Wagner-Fliegers RA-02748 mit ausgeschaltetem Transponder, werfen Fragen auf ob es hier mit rechten Dingen zugegangen ist und Prigoschin doch noch lebt, auch wenn sein Handy in den Trümmern gefunden wurde. Ein Verschwinden Prigoschins von der Bildfläche jedenfalls (egal ob lebend oder tot) hätte politisch jede Menge Vorteile für viele Seiten, aber warten wir erst einmal die Obduktionen der Opfer ab.


Ich bleibe in jedem Fall am Ball!


Euer Micha

 

P.S.: Um 14:00 ist mir zugegangen das "Im Rahmen der Aufklärung des Flugzeugabsturzes im Gebiet Twer eine molekular-genetische Expertise durchgeführt wurde" mit dem Ergebnis das Prigoschin unter den Toten ist. Trotz dieser Information bleiben die Umstände äußerst verdächtig. Wer saß in der zweiten Maschine und zu welchem Zweck wurde der Zielort nach dem Start in St Petersburg verschleiert? Wie konnte Prigoschins Maschine so schnell fliegen? Also wenn mir jemand dazu eine plausible Erklärung liefert, okay - Wenn nicht, stinkt das Ding immer noch! 

 

Quellen: 

Spiegel - Zwei Flugzeuge ein Absturz

Aero Telegraph - Legacy 600 Abgestürzt 

Flightradar24 - History Legacy 650 

Wikipedia - Flugverlauf von Wagner Legacy 600 

Frankfurter Rundschau - Prigoschins Tod - Das Wrack