Es gibt immer wieder Menschen deren Zynismus und Ignoranz
kaum noch zu überbieten ist. Solche Menschen drehen selbst die schlechtesten
Nachrichten in eine grandiose Erfolgsstory um. Entweder handelt es sich hierbei
um eine strickte Realitätsverweigerung oder um blanken Zynismus alla Marie
Antoinette welche angeblich den Ausspruch getan hatte:"Wenn das Volk kein
Brot hat, sollte es doch Kuchen essen."
Die Rede ist von einer ominösen Sprecherin im Bundesarbeitsministerium,
welche LEIDER nicht mit Namen erwähnt wurde. Nun zur Sache:
Feierabend 18:00 Uhr. Den ganzen Tag Stress und
Leistungsdruck - keine Pause gemacht damit man das Arbeitsaufkommen auch noch
so grade eben geschafft hat - diesmal also keinen Rüffel vom Chef. Aber anstatt
sich in den wohlverdienten Feierabend zu begeben, gehen immer mehr Menschen in Deutschland
einem Zweitjob nach - immerhin jeder zehnte. Zu diesem Schluss kam die Chemnitzer
"Freie Presse" unter Berufung auf die Zwickauer
Linken-Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann, die die Zahlen bei der Bundesagentur
für Arbeit (BA) abgefragt hat. Gestiegene Lebenshaltungskosten wie z.B. Energie-
und Lebensmittelkosten sowie gestiegene Mieten usw. machen eine zweite (bzw. bis zu
vier) Einnahmequelle(n) nötig um den bisherigen Lebensstandard einer Familie zu
halten.
Jeder Mensch der
mitten im Leben steht weiß ein Lied von steigenden Kosten zu singen. Ich stand
z.B. heute fassungslos vor einem Stand mit 2,5 Kg Kartoffelsäcken, für sage und
schreibe 3,99 Euro und dass bei einem bekanten Discounter - keine Bioware
übrigens. Alle müssen inzwischen in einer Familie mithelfen - sogar die Kinder
müssen meist nach der Schule Teile des Haushaltes schmeißen, da Vater und
Mutter beide berufstätig sind und Überstunden schieben müssen. Die Information,
das es in Deutschland sogar etwa 10 Prozent Zweitjobber gibt, erstaunt
eigentlich nicht viele Menschen, welche eine Familie in der heutigen Zeit
durchbringen müssen, besonders nicht im Zeitalter der Niedriglohnjobs, der Leiharbeit,
der Energiewende und der Gentrifizierung. Fast jedem laufen die Ernährungs-, Miet-, Energie-, Neben-
und Sanierungskosten davon, die Folge
sind Überstunden und Zweitjobs!
Nicht so allerdings sieht es die (eingangs erwähnte
namenlose) Sprecherin des Bundesarbeitsministeriums. Absolut realitätsfern
behauptet diese Dame doch tatsächlich, dass diese Steigerung von Arbeitnehmern mit mehreren Jobs ( von
2005 bis 2013 immerhin eine Steigerung von
fast 50 Prozent) eventuell auch auf eine Steigerung - und jetzt gut zuhören -
"der Konsumlust"
zurückzuführen sei. Wer allerdings die - nicht inflationsbereinigten - Zahlen
der Bundesanstalt für Statistik durchsieht, wird schnell feststellen, das der
Konsum von Waren und Dienstleistungen, welche wir alle für
"Luxusdinge" ausgeben, seit 2005 bis heute nahezu stagniert - REAL
ALSO FÄLLT - und das obwohl es immer mehr Millionäre gibt!!!
Wer tatsächlich glaubt das die Deutschen nach der Arbeit lieber
weiter arbeiten, als sich im Garten mit Freunden ein Bier zu trinken, oder lieber
länger arbeiten als Zeit mit ihrer Familie zu verbringen der irrt nicht nur,
sondern der lebt nicht mehr wirklich in unserer Gesellschaft. Auch das sich mittlerweile 25
Prozent der Deutschen gar kein Urlaub mehr leisten können und eben soviele in Niedriglohnverhältnissen arbeiten überhören solche
Menschen tunlichst. Während 1,3 Millionen deutsche Arbeitnehmer ihren Vollzeitjob mit Hartz 4 aufstocken müssen damit sie leben können, faseln Politiker von gesteigerter Konsumlust. Nochmal: WIR ARBEITEN MEHR UND MEHR UND MEHR FÜR IMMER DEN
SELBEN LEBENSSTANDARD IHR PENNER, während Ihr Euch bei schwindender Leistung eine Diätenerhöhung nach der
anderen gönnt!!!
Ich habe fertig!
Liebe Grüße