Sonntag, 23. Oktober 2016

Was erlauben BND...?!





Am Freitag wurde das neue "BND-Gesetz" mit den Stimmen der Union und einmal mehr mit den Stimmen der SPD durch gewunken. Eigentlich sollte man als normal denkender Mensch annehmen das aus den BND Skandalen der Vergangenheit klar geworden ist, das die Überwacher in die Schranken gewiesen gehören - aber weit gefehlt! In der Hauptsache wurden sämtliche BND Überwachungsverfehlungen aus der Vergangenheit nachträglich legalisiert! Klar wurde auch ein "Kontroll-Gremium" mehr geschaffen, welches aus zwei Richtern und einem Bundesanwalt besteht, aber wenn die bisherigen Gremien keinerlei Kontrolle ausüben konnten, können es drei Köpfe mehr auch nicht - Vor allem nicht vor dem Hintergrund der enormen Kompetenzausweitungen des BND, welche nun durch das neue Gesetz festgeschrieben wurden.

Direkt nach Fertigstellung des Gesetzesentwurfes im Juni wurde eine regelrechte PR Aktion für das BND Gesetz gestartet. Aus sämtlichen Mietmäulern trieften Floskeln wie "mehr demokratische Kontrolle", "mehr transparenz" und "klarere Zuständigkeiten". Das dieses Gesetz aber alle Schleusen für "full-takes", also den kompletten Abgriff sämtlicher Kommunikationsdaten eines Netzbetreibers garantiert und legalisiert, wurde nur hinter vorgehaltener Hand erwähnt. In der Vergangenheit durfte nämlich von den Diensten nur eine Leitung angezapft werden mit einer Datenvolumen-Obergrenze von 20 Prozent und das auch nur bei einem konkreten Verdacht. Jetzt aber dürfen die Überwacher ALLE Leitungen eines Betreibers oder eines Hauptknotenpunktes wie z.B. DE-Cix überwachen, gestützt von Gummi-Begründungen wie: "Schutz der Cybersicherheit", "Schutz vor inneren und äußeren Bedrohungen", "Erlangung von Erkenntnissen von Außen- und Sicherheitspolitischer Relevanz" und natürlich auch der "Terrorabwehr".  Ich denke es wird klar wie findige Beamte in der Lage sein werden damit jede Überwachung zu rechtfertigen.

Erschwerend kommt noch hinzu das der BND als Auslandsgeheimdienst überhaupt nichts in Inlandskommunikationsnetzen verloren haben sollte, aber auch dieser Widerspruch wird schnell gelöst indem Netzleitungen auf deutschen Boden schlicht als "Digitales Ausland" deklariert werden. Da es in Zeiten der weltweiten digitalen Vernetzung überhaupt nicht möglich ist eine Trennung zwischen in- und ausländischen Netzen vorzunehmen (besonders nicht bei globalen Knotenpunkten wie DE-Cix) kann der BND nun ganz legal gesamte Netzwerke von Providern oder Netzknoten überwachen....weil ja irgendwie immer ein "ausländisches Kabel" mit dranhängt. Somit können 100 Prozent Mitschnitte gemacht und die Meta-Daten für 6 Monate gespeichert werden. Es sieht also alles danach aus, dass der BND den „Generalzugriff“ bekommt, den er schon 2008 verlangte – aber bisher rechtlich nicht durfte. Wenn das mal keine grandiose Kompetenzausweitung darstellt.

Im übrigen wurde auch mit diesem Gesetz das handeln gegen Deutsche- und EU Interessen nachträglich legalisiert. Nach dem neuen Gesetzestext darf der BND nun offiziell Metadaten in DE oder EU anlasslos ein halbes Jahr speichern und diese Daten massenhaft und automatisch an „Partner“ wie die NSA übermitteln - Und dass nach dem man mittlerweile weiß das eine einzige Handynummer reicht um von einer US Drohne "neutralisiert" zu werden! Statt die Datenflut einzudämmen, scheint es von Anfang an das oberste Ziel der Innenpolitiker der großen Koalition gewesen zu sein, die Handlungsfähigkeit des BND enorm zu erweitern. Die ergriffenen Kontrollmaßnamen erscheinen für mich wie ein Alibi für die immer noch Gutgläubigen. Ergo haben wir jetzt all das bekommen was wir noch nie wollten. Die totale Internetüberwachung angelehnt an das NSA "Vorbild". Es ist also tatsächlich in einer demokratischen Gesellschaft nach Snowden gelungen einen grundgesetzfeindlichen Überwachungs-Freibrief gesetzlich zu verabschieden - ich kann nur noch stammeln....Was erlauben BND?!

Oder eine Petition unterschreiben: Campact - BND Gesetz verhindern

Schönen Sonntag noch

Sonntag, 2. Oktober 2016

Seltsame Funde in Frankreich...





Erinnert Ihr Euch was ich zu den Anschlägen von Nizza schrieb? Der "Attentäter" hatte Waffenattrappen dabei, aber wozu wenn der Täter es ernst meinte und warum hielt man seinen gemieteten LKW nicht auf? Warum gab er erst gas als scharfe Schüsse fielen? War es vielleicht eine "Übung"?

Reale Terrorattacken werden nur allzu oft von Übungen des Staatsschutzes flankiert wie die Vergangenheit eindrucksvoll unter Beweis stellt. Hier ein paar Beispiele: Die Anschläge 9/11 in New York, von London am 07.07. 2005, am 22.07.11 in Utoya Norwegen und 2013 beim Boston Marathon in den USA. Überall liefen zeitgleich oder zeitlich leicht versetzt Übungen der Sicherheitskräfte mit ungeheuer ähnlichen Szenarien ab, wie bei den realen Anschlägen selbst. Die Reihe ließe sich endlos fortsetzen, aber ich will ja noch zum eigentlichen Thema vordringen. Nur muss ich noch kurz anmerken warum Übungen welche zeitgleich mit Anschlägen geschehen für einige Leute ungeheuer "praktisch" sind....

Findet nun ein treuer Bürger oder dienstbeflissener Polizist Hinweise auf einen Anschlag, kann der Geheimdienst immer behaupten es handele sich um eine Übung. Wird ein "staatlicher" Attentäter von der normalen Polizei gefasst - gehört er natürlich ebenfalls zur Übung. Es entsteht ein Durcheinander welches dem wirklichen Täter oder seinen Hintermännern die Möglichkeit zur Flucht einräumt, während ein Sündenbock platziert und verhaftet wird.

Nun zum Thema. Ende September gingen im französischen Städtchen Saumur städtische Gärtner ihrer Arbeit nach. An einer alten Kirche wurden Beete angelegt und Unkraut entfernt. Hinter besagter Kirche befindet sich ein natürliches Höhlensystem. Den Männern fiel auf das verdächtige Personen die Höhlen verließen und in einem weißen Lieferwagen verschwanden. Neugierig geworden gingen die Gärtner in die Höhlen um nachzuschauen was dort vor sich geht und staunten nicht schlecht. Sie fanden umfangreiche arabische Schriften, IS-Flaggen, Generatoren, Audio- und Video-Equipment und vieles mehr. Die Arbeiter verständigten unverzüglich die Polizei, welche dann auch prompt anrückte und diesen Fund ebenfalls unverzüglich an übergeordnete Stellen weitergab.

Nach einiger Zeit wurden Polizei und Sweat-Team vom Generalstab der Armee zurückgepfiffen. Es handele sich um eine "Übung" welche vom militärischen Zentrum für nukleare, chemische, biologische und radiologische Verteidigung durchgeführt wurde. Nur ist es in solchen Fällen üblich die örtliche Polizei oder Stellen der Bezirksregierung zu informieren. Keine Stelle wusste allerdings von dieser "Übung", weder die Polizei noch die Antiterroreinheit oder eine andere übergeordnete Stelle war informieret! Man musste sich also auf die Aussage irgend eines Generals verlassen....was sich für mich nach einem echt schlechten Hollywoodfilm anhört.

Ist es nicht so das nach Terror-Attacken immer wieder IS-Flaggen, Bekennervideos oder Bekennerschreiben auftauchen?! Oder es werden Waffenattrappen, verdächtige Ausweispapiere, arabische Schriften oder irgendwelche technisch anmutende Utensilien gefunden, mit denen theoretisch (nach MacGyver Art) gefährliches gebastelt werden könnte?! Ein Schelm der böses dabei denkt...

Von diesem Vorfall erfuhr ich nur über das Internet, da die meisten Medien nicht über solche Vorfälle berichteten  - wie halt immer wenn etwas interessant ist und Verdachtsmomente gegen den Staat aufkommen könnten. Hier verschwimmen mal wieder die Grenzen zwischen Terror und Staatsmacht. Und wenn Ihr mich fragt nähren inzwischen die meisten Staaten dermaßen den Terror das überhaupt keine Grenze mehr besteht zwischen Terrorristen und einigen Staatsdiensten.


Schönes langes WE noch!

Sonntag, 25. September 2016

Wer kauft hier wen? - oder entsorgt sich Monsanto und Bayer gleich mit?!



Bildquelle: ARD

Irgendwie kräuseln sich mir die Fußnägel wenn ich dieses Gelaber der Konzernvorstände bei der Bayerübernahme von Monsanto höre. "Die Menschheit steht vor großen Herausforderungen durch den Klimawandel. In Zukunft müssten Milliarden mehr Menschen ernährt werden....und diesen Aufgaben müsste sich der neue Superkonzern weltweit stellen." Alles nur Blabla - Worthülsen sonst nichts! Ich kenne zwar die Vertragstexte nicht, allerdings wird Bayer mit ziemlicher Sicherheit Rechtsnachfolger von Monsanto und damit auch (berechtigter Weise) Zielscheibe aller Klagen und Schadensersatzforderungen gegen Monsanto auf der ganzen Welt werden.

Monsanto ist auf dem Rückzug - Überall auf der Welt laufen Klagen gegen den Konzern und es werden Verbote gegen dessen Produkte erwirkt. Erst kürzlich erhielt Monsanto eine Klatsche in Mexiko...Anbauverbot seines gentechnisch veränderten Soja- und Maissaatgutes, welches resistent gegen das Monsanto-Produkt Roundup sein soll. Aber nicht nur Monsantos eigenes Saatgut ist resistent gegen Roundup sondern die Natur anscheinend auch! Immer mehr Landflächen werden durch das Aufkommen von Superweed (multiresistentes 3 Meter hohes Superunkraut - Stichwort Palma-Fuchsschwanz) für immer für die Landwirtschaft unbrauchbar. Superweed wird auch "das Unkraut aus der Hölle" genannt weil es jede landwirtschaftliche Nutzung der befallenen Landstriche unmöglich macht. Es wächst 6-8 cm AM TAG und jede Pflanze verteilt rund 1.000.000 Samen in die Umwelt!!! Entstanden ist diese wuchernde "Pest" durch den Dauerbeschuss mit Monsantos "Top-Produkt" Glyphosat. Die gesamte Landwirtschaft in Nordamerika ist durch Superweed in Gefahr und Monsanto "flüchtet" sich nun in die Arme von Bayer, welches durch seine Labore und Forschungseinrichtungen die Karre aus dem Dreck ziehen soll. Die Neuentwicklung eines wirksamen Herbizides dauert immerhin gut 15 Jahre, da kommt Bayer mit seinen Ressourcen gerade recht.

Hier mal ein 3Sat Video zu Superweed:

Nicht nur mit Superweed hat Monsanto massive Probleme. Monsanto stellt auch den weltweit geächteten Kampfstoff "Weißen Phosphor" her. Den die "moralische Armee" Israels gerne mal auf Palästinenserwohngebiete nieder gehen lässt. Bayer holt sich also nicht nur Klagen von Ländern und Bauern, Verbote und Schadensersatzforderungen von Regierungen, massive Mehraufwendungen in der Forschung (Stichwort Superweed) ins Haus, sondern jetzt auch die Mitwirkung an Kriegsverbrechen!!! Was für ein Imagegau!!!

Auch nicht nur der maßlos überzogene Kaufpreis von 66 Milliarden Dollar (58 Milliarden Euro) ist ein Treppenwitz, (weil der Börsenwert Monsantos eigentlich nur etwa 40 Milliarden Dollar beträgt) sondern auch wer hier wen kauft. Hier zahlen sich die Investoren gegenseitig nach dem Prinzip "rechte Tasche, linke Tasche" aus. Die Aktionäre bei beiden Konzernen sind auffallend gleich...z.B. ist der Großinverstor Blackrock die Nummer eins der Aktienhalter bei Bayer und die Nummer zwei der Aktienhalter bei Monsanto - ähnlich verhält es sich hier bei andern Großaktionären der beiden Konzerne!

Also fassen wir mal zusammen: Bayer und seine Investoren minimieren die Steuerlast, da sie ja für den Kauf von Monsanto 58 Milliarden Euro hinblättern mussten und Monsanto nebst Aktionäre übergeben ihre ganzen Altlasten an Bayer und verdienen sich damit dumm und dämlich. Im Hintergrund verschieben sich nur ein paar Zahlen und wenn´s für Bayer in die Hose geht....zahlt alles der deutsche Michel, da Bayer ja nicht einfach untergehen darf. In die Röhre guckt der deutsche Staat alle male, da Bayer die Kosten dieses Deals seiner Steuerlast entgegenstellen kann. Die Übernahme von Monsanto durch Bayer war für mich kein Kampf, sondern eine Verschiebung von Problemen, Minimierung von Steuerlasten und Risikomanagement zu Lasten des Käufers nebst seines Herkunftslandes. Der Übernahmekampf war nur ein Spiegelgefecht für die Öffentlichkeit und der Preis entstand lediglich auf Grundlage der uns unbekannten Befindlichkeiten der Großaktionäre im Hintergrund und orientierte sich auf keinen Fall am "Marktwert". Was für ein Theaterstück!!!!

Schönes WE noch.

Euer

Sonntag, 4. September 2016

US Behörden töten fast 40 Millionen Bienen und bei uns sterben Sie auch!





Eine angebliche Zika Mücken Vernichtungsaktion tötete im US-Bundesstaat South Carolina fast 40 Millionen Bienen. Da solche Aktionen normalerweise in der Nacht mit Sprühfahrzeugen durchgeführt werden um Bienen und andere Nutzbestäuber zu schonen, ist es mehr als nur verwunderlich dass, dieses mal das Gift morgens versprüht wurde. In der vergangenen Woche ordneten die US Behörden zum ersten Mal an, das auch bienengiftige Insektizid via Flugzeug zu versprühen, dies geschah dann in den frühen Morgenstunden - Kurz darauf begann das Bienensterben. Eine Imkerin sagte der Washington Post: "Es sah aus, als wäre eine Atombombe explodiert". Millionen von Bienen sind einfach Tot vom Himmel gefallen....All das obwohl es äußerst umstritten ist ob für die gehäuften Fälle von Mikrozephalie in Süd- und Mittelamerika überhaupt das Zika Virus verantwortlich ist. Vielmehr zeichnet sich immer mehr der Verdacht ab (sogar der Focus schreibt darüber) das Mikrozephalie durch Pestizide wie Pyroproxyfen mit ausgelöst werden- oder sogar die Ursache dafür sein könnten!


Über lange Zeit waren die Ursachen für das weltweit verbreitete Bienensterben offiziell nicht klar, obwohl zahlreiche Studien immer wieder Insektizide und Pflanzenschutz- Vernichtungsmittel in der Kombination mit der Varroa-Milbe dafür verantwortlich machten. Neueste Untersuchungen benennen nun den eigentlichen Grund. Es ist laut NTV derselbe, der auch die Schmetterlingspopulationen bedroht. Die Studie des britischen Zentrums für Ökologie und Hydrologie belegt nun den Zusammenhang zwischen dem Einsatz von Neonikotinoiden und dem Rückgang der Bienen Populationen. Auch der Unkrautvernichter Glyphosat wird verdächtigt die Orientierung von Bienen zu beeinflussen, sodass Diese nicht mehr in den Stock zurückfinden.


So ist es nicht verwunderlich das ich seit Jahren den Rückgang der Bestäuber in unserem Garten bemerke. Wir hatten immer richtig ertragreiche Apfel- und Tomatenernten in unserem Garten. Unsere beiden Apfelbäume sind kerngesund und ordentlich beschnitten. Auch bieten sie im Frühling ein Blütenmeer an Apfelblüten auf....allerdings habe ich dieses Jahr nur ein paar Äpfel ernten können. Dasselbe Bild zeichnet sich bei unseren Tomaten ab - Kerngesunde voll in der Blüte stehende Pflanzen....und fünf ganze Tomaten. Beim häufigen Grillen im Garten bin ich dieses Jahr nur ein einziges mal von einer Wespe belästigt worden....das war vor einigen Jahren noch anders. Ich nehme an das der Rückgang unserer Bestäuber massiv in Zusammenhang mit der sprunghaften Zunahme der Rapsfelder um uns herum zu tun hat. Raps ist nämlich sehr beliebt bei den Bestäubern...allerdings werden hier oft Neonikotinoide bei der Aussaat verwendet, diese sind (wie oben geschrieben) für das Bienensterben und sogar für das Verschwinden von Vögeln in landwirtschaftlich geprägten Gebieten verantwortlich. Nach Erkenntnissen von Toxikologen sind diese ausgebrachten Stoffe 6.000 bis 7.000 mal giftiger als DDT!!! "Wenn bei der Raps-Aussaat jetzt auf diese Agrargifte verzichtet wird, dann könnten sich Bienen- und Vögelpopulationen langsam wieder erholen", sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. Ich denke das genau das unser Problem im Garten ist und nicht nur hier!


Wir müssen aufhören überall Gifte zu versprühen obwohl noch überhaupt kein Befall vorliegt. Zum einen ist die Gefahr für uns Menschen kaum abschätzbar und zum anderen werden unsere lebenswichtigen Bestäuber getötet! Der Neurobiologe der Freien Universität Berlin Randolf Menzel kritisiert: "Agrargifte werden eingesetzt, ohne dass es schon einen Schaden oder Befall gibt - Das ist, als würden alle Menschen immer Antibiotika nehmen, um keine Lungenentzündung zu bekommen." Die Folgen solchen Handelns wären bekannt...



Liebe Grüße



Euer Micha

Quellen: