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Sonntag, 2. Februar 2014

Datenmengen, KI und Kampfroboter - eine vollkommen harmlose Mischung?

Bildquelle Gamestar: Der "Terminator"


Bereits seit Begin dieses Jahrtausends leisten etliche Roboter ihren Dienst bei Armee, Polizei, Technischen Hilfswerken bei Feuerwehren, Weltraumagenturen und in vielen anderen Bereichen ab. Diese Maschinen waren/sind  allerdings nicht autonom, sie waren nur der verlängerte Arm des Menschen, ein Werkzeug das in brennende Häuser oder Atomkraftwerke fuhr, Bomben entschärfte oder Bodenproben auf anderen Planeten nahm. Leider folgt aber jede menschliche Erfindung einer fatalen Logik, nämlich von der guten  und nützlichen Anwendung hin zum Bösen, sprich vom Helfer, Lebensretter und Forscher hin zum mechanisierten Soldaten und Auftragskiller.

Bildquelle Futurezone.at: Maars Kampfroboter

Die Euphorie der Militärs autarke "Terminatoren" benutzen zu können entflammte also und man lies eifrig drauf los tüfteln, wahrscheinlich immer mit einer "Command and Conquer" Vision im Hinterkopf. Nicht ganz ohne Erfolg. Roboter die laufen wie Raubkatzen, Menschen oder Hunde wurden im Auftrage der Militärs geplant und gebaut, dennoch ist "Power nothing wihtout control". Was nützt einem ein Körper ohne Gehirn? Also "begnügte" man sich auf militärischer Seite mit immer weiterer Verfeinerung von ferngesteuerten Drohnen, Kampfrobotern, Lastenträgern usw. (natürlich alle waffentauglich/bewaffnet). Schließlich erwies sich die Entwicklung vollautonomer Einheiten als zu schwierig. Zu viele Datenmengen, zu wenig Rechenpower und kein Zugriff eine allumfassende Datenbank. Schließlich müssen ja Identifizierung oder Unterscheidung von Zielen und Unbeteiligten, sowie fehlerfreies, flexibles Reagieren in unübersichtlichen Kampfsituationen ermöglicht werden. Anscheinend sind diese Problemstellungen nun Schnee von gestern!

Der Datengigant Google besitzt, genau wie NSA, neben riesigen Rechen- und Speicherzentren bereits einen 512 Q-Bit Quantencomputer der Firma "D-Wave Systems".  Für Google ist dieser Quantencomputer (sollte er wirklich funktionieren) der Durchbruch.  Ein konventioneller  Rechner ist in der Lage unter Trillionen von Zuständen in kürzester Zeit einen bestimmten Zustand (beispielsweise für eine Rechenoperation) einzunehmen. Ein Quantencomputer hingegen kann theoretisch alle diese Positionen gleichzeitig einnehmen, ein Phänomen welches ein blitzartiges durchsuchen gigantischer Datenmengen sicherstellen könnte. Ein weiterer Zug von Google war es in letzter Zeit sieben Roboter-Hersteller zu erwerben. Der prominenteste unter diesen Herstellern ist  "Boston Dynamics", ein Ableger des weltberühmten MIT. Mit dem Kauf von "Boston Dynamics" im Dezember 2013 sicherte sich Google die Weltspitze der Roboterentwicklung. Also fassen wir mal zusammen...

Google besitzt  neben fast unbegrenzter Rechenpower auch unbestritten starkes know how in Navigation, Kartographie und 3D Umgebungsansichten.(siehe Google Earth, Google Maps, Streetview usw.)  Ebenfalls verfügt der Konzern über weltweite gigantische Datenbanken in denen Such-, Verhaltens- und Konsumprofiele ihrer Suchmaschinennutzer gespeichert sind. Nimmt man jetzt noch die enge Verzahnung von Google mit US-Geheimdiensten, die mittlerweile über ähnliches know how verfügen, wie z.B. der NGA und NSA, (National Geospatial Intelligence Agency, National  Security Agency), unter die Lupe wird schnell klar, das Google mit dem Segen der US-Administration in das Rüstungsgeschäft will und das mit Datenbanken von schier unvorstellbarem Ausmaß!  - Da ist der Schritt, sich an die Weltspitze der Robotik zu setzen nur die letzte konsequente Weiterentwicklung der bisherigen Philosophie. Durch den Kauf von Boston Dynamics kommt der Suchmaschinenriese auch noch ganz nebenbei an staatliche Subventionen durch das Darpa-Programm. 

Die Zusammenarbeit mit Google könnte den Durchbruch in der autonomen Robotik bedeuten. Plötzlich könnten sämtliche feuchten Träume von Militärs und Überwachern Realität werden.  Eine Technologie die aus  solch einer Zusammenballung von Datenmengen, Rechenpower, KI und Robotik erschaffen wird, lässt einen " Terminator" nicht mehr wirklich als "Science Fiction" erscheinen. Einzig fehlt ihnen noch die richtige portable Energiequelle für ein solchen autonomen menschenähnlichen Roboter, der selbstständig Ziele und Missionen erfüllt. Solch vollkommen autarke Maschinen werden dann den Menschen vollkommen aus  der Befehlskette ausschließen.  Wissenschaftler nennen diese Waffengattung "Human-out-of-the-loop-Weapons". Getötet und zerstört wird dann ausschließlich auf Grund der Datenlage welche der Roboter dann blitzschnell mit externen Datenbanken abgleichen könnte. Probleme würden dann von dieser Maschine vollkommen selbstständig gelöst - bleibt dann nur noch zu hoffen, das der Mensch selbst von solchen Maschinen nicht als Problem gesehen wird...

Hier noch eine kleine Zusammenstellung der Google...ähm Boston Dynamic Roboter ganz schön spooky:

Liebe Grüße

Euer Micha

Bildquelle FAZ: Roboter Big Dog
Bildquelle Heute.de: Roboter Atlas

Bildquelle Elitedaily.com: Wildcat


Quellen:

Deutsche Wirtschaftsnachrichten - Google kauft schnelle Killerkatzen
Golem - Google kauft zum Jahresende Militärroboter-Hersteller
Gamestar.de - Google kauft Militärroboter-Entwickler

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