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Sonntag, 30. Dezember 2012

Politikergehälter - Eine scheinheilige Debatte



 Bildquelle: Kleine-Zeitung.at

Da ist sie wieder die Neiddebatte....diesmal nicht vom kleinen Mann, der Bildzeitung oder Gutmenschen angestoßen, sondern von der Politik. "Der da in der Wirtschaft verdient viel mehr als ich!!!"  Schmollend , trotzig und ohne Umsicht was in Europa geschieht, klagt Angies "Gegenspieler" (Peer der Schwätzer) über sein "geringes" Salär  wenn er denn Kanzler wird. Gerade erst ist die Debatte um seine Privathonorare (die ihm beim Wahlvolk viel Sympathie gekostet hat) beendet schon tritt er ins nächste Fettnäpfchen - oder will der überhaupt nicht Kanzler werden?! Wie gesagt als Kanzler verdient man nicht soviel wie mit Dummschwätzervorträgen, nämlich nur  17 877,-€ Kanzlergehalt, eine halbe Abgeordnetendiät von 3834,-€ und eine Aufwandsentschädigung von rund 1000,-€, also ca. 22 711,- € im Monat. (zuzüglich eventueller Abgeordnetenzuschüsse Parteiamtsgehälter und Gelder aus Nebeneinkünften) Ich finde damit lässt es sich durchaus leben, wenn da nicht der Neid wäre.

Zugegeben manche Industriebosse wie Ex Porsche-Chef Wiedeking verdienten bis zu  5,25 Millionen € im Monat, daneben sieht ein Kanzlergehalt eher schäbig aus - aber ist das alles was zählt?! Ich finde nicht! Fußballmillionäre bekommen von den Verbänden auch keine Gehälter, sondern "nur" Siegprämien wenn sie für ihr Land spielen. Für manche ist es sogar eine Ehre und sie verzichten ganz aufs Geld. Kanzler Deutschlands zu sein, heißt für mich das Vertrauen welches der Wähler in den Menschen gesetzt hat nach bestem Wissen und Gewissen zu rechtfertigen. Es ist eine Ehre sein Volk vertreten zu dürfen und die Geschicke des Landes, an dessen Spitze man steht, zum besseren zu lenken. Genau deshalb  bringt ein niedrigeres Gehalt für einen Politiker mit Rückgrat eher eine moralisch bessere Position gegenüber gewissen Geldbonzen.

Die meisten Politiker sehen das aber wahrscheinlich anders, für sie ist der angesehen und ehrwürdig der über Reichtum verfügt und nicht über Weisheit, Gewissen und Umsicht. Aus diesem Grund eifert die Mehrzahl unserer "Polithelden" den Großverdienern nach um gewissermaßen auf Augenhöhe mit den Reichen und Schönen zu sein, anstatt die wirkliche Macht des Anstandes und der Rechtschaffenheit für das eigene Volk zu nutzen.  Glaubt mir - man erntet mehr Respekt in gewissen Kreisen, wenn man als "unterbezahlter" Politiker einen grundsoliden demokratischen (für das Kapital allerdings unbequemeren) und unter moralischen Aspekten einwandfreien Kurs fährt, als wenn man sich der "Elite" als Neureicher anbiedert um einer von ihr sein zu wollen! 

Natürlich könnte man unseren deutschen Entscheidungsträgern auch ein höheres Gehalt zahlen, aber nur dann wenn sie sich verpflichten ihre gesamte Arbeitsleistung dem Amt und damit dem Volk zu widmen. Nebeneinkünfte sind dann aber auch aus Gründen des Interessenkonflikts explizit auszuschließen!  Reine Berufspolitiker/Volksangestellte wären meiner Meinung nach der bessere Ansatz, wobei ich das jetzige Gehalt der "Volksvertreter"  durchaus als üppig empfinde. Trotzdem verstellen scheinheilige Debatten um Zahlen auf irgendwelchen Gehaltsschecks den Blick auf das was in der Politik wirklich fehlt:  Die ethisch richtige Einstellung zu seinem Job und zu seinem Mandatsgeber - Alle Macht geht nämlich vom Volke aus...in diesem Sinne...

Euch allen einen guten Rutsch ins Jahr 2013!

Euer Micha

Quellen:



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